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DER PATE DER PRINZEN:Sänger Sebastian Krumbiegelsteht gerne im Rampenlicht- und weiß, dass Rauchen nicht gut für die Stimme ist!

DER PATE DER PRINZEN: Sänger Sebastian Krumbiegel steht gerne im Rampenlicht -und weiß, dass Rauchen nicht gut für die Stimme ist!

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NP-Interview

Sebastian Krumbiegel über die Rückkehr zu A-Capella

„Die Prinzen“ sind eigentlich längst Könige! Seit 25 Jahren gibt es die Band, die neue CD „Familienalbum“ ist die Rückkehr zu purem A-Cappella. Am 9. März singen sie im Theater am Aegi (Karten: 45 bis 61 Euro). Die NP sprach mit Sebastian Krumbiegel.

Sie rauchen? Ist das gesund für einen A-Capella-Sänger?
Ja, das soll ganz klasse sein (lacht). Da müsste ich irgendwann klug und vernünftig werden. Gesunde Ernährung, regelmäßiges Joggen - das sind alles Dinge, mit denen ich direkt nach diesem Interview anfange!

Sie sind 49 Jahre alt. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Stimme?
Vor 40 Jahren im Thomaner-Chor hat sie sich ganz anders angehört, ich habe mit Sopran angefangen, dann kam Alt, später Tenor. Auch alte Prinzen-Songs klingen ganz anders. Aber eine Stimme hat was zu erzählen, sie ist die Sprache der Seele.

Hat der Chor die Basis gelegt?
Für das Rauchen (lacht)? Ich komme aus einer Musik-Familie, meine Oma war Opernsängerin, meine Eltern haben sich im Uni-Chor kennengelernt. Mein älterer Bruder war auch bei den Thomanern - in derselben Klasse wie Tobias Künzel, meinen Prinzen-Kollegen. Wir haben uns 1973 auf dem Kindergeburtstag kennengelernt, Würstchen gegessen und Blödsinn gemacht.

Was lernt man fürs Leben im Thomanerchor?
Man lernt Musik automatisch, man wächst quasi zweisprachig auf - große Bach-Werke habe ich immer noch im Kopf. Durch das Internat entwickelt man Zusammengehörigkeitsgefühl und Disziplin - die man aber auch durchbricht. Mit 15 habe ich meine erste Rockband gegründet.

25 Jahre gibt es „Die Prinzen“. Fast so lange wie das wiedervereinigte Deutschland.
Das Image als „erste gesamtdeutsche Popband“ hat uns anfangs geholfen. Wir waren die ersten Ossis, die dem Westen gezeigt haben, dass wir was auf die Reihe kriegen (lacht). Und im Osten waren wir die Helden. Aber mit unseren Songs haben wir auch einen Nerv getroffen. Der Stempel „Wiedervereinigungs-Band“ verwischt langsam, das ganze Ost-West-Thema sollte meiner Meinung nach langsam ad acta gelegt werden. Wir werden immer Dinge finden, die uns voneinander unterscheiden - wenn wir lange genug suchen. Ich suche lieber nach Dingen, die uns verbinden.

Wie haben Sie die DDR erlebt?
Wir waren ganz schön privilegierte Kerle, die mit dem Chor durch die ganze Welt gereist sind. Japan, Spanien, Schweiz - das hätte jedes Kind in dem Alter geflasht. Leipzig war damals eine dunkle, dreckige Stadt ...

... und heute gilt „Hypezig“ als neues Berlin!
Leipzig war immer eine unglaublich kulturvolle und wache Stadt. Dass die Montagsdemonstrationen 1989 hier ihren Zenit fanden, ist kein Zufall, als Messestadt hat Leipzig schon immer Besucher und Fremde willkommen geheißen. Anders als in Dresden, wo ein Phänomen wie Pegida großen Zulauf hat. In Leipzig haben sich 30 000 Leute dagegen gestellt!

Warum heißt die neue CD „Familienalbum“?
Nach 25 Jahren sind wir eben „la Famiglia“ wie in diesen alten Mafia-Filmen. Wir sehen uns ein bisschen wie Brüder - und die Fans gehören auch dazu. Der Hip-Hopper Cro hat uns zu seinem MTV-unplugged-Konzert eingeladen und uns gebeten einen „Kindheitstraum“ zu erfüllen - wir haben zusammen „Ich wär so gerne Millionär“ gesungen.

Merkt man da, dass man alt wird?
Einserseits ja. Andererseits fühle ich selber das ja auch so. Zum Beispiel bei Udo Lindenberg, den ich sehr verehre, weil er viele Türen geöffnet hat. Irgendwie ist das ein Dejà-vu.

Wie entstand das neue Album?
Wir haben uns 2014 nach Mallorca verzogen, sind nach zehn Tagen mit acht Songs nach Hause gekommen. Eine Band ist so lange eine Band, wie sie kreativ ist.

Wie hilft die TV-Show „Sing meinen Song“ auf Vox?
Die gibt uns Rückenwind. Dabei waren wir anfangs skeptisch, haben den Haken gesucht. Aber wir mussten keine Insekten essen, um an niedere Instinkte der Zuschauer zu appellieren. Die Show ist das derzeit beste Musikformat.

Und hat Hartmut Engler von Pur zu Tränen gerührt!
Es ist keine Script-Show, es geht um Musik, Emotionen!

Ist das für die restlichen Prinzen okay, dass nur Sie und Tobias Künzel dabei sind?
Ich glaube, dass die anderen froh sind, dass wir beiden Bock darauf haben, im Rampenlicht zu stehen. Jeder hat seine Aufgaben: Wolfgang Lenk ist unser musikalischer Mastermind, setzt Ideen um und schreibt Arrangements auch für Orchester. Henri Schmidt macht unser Management. Wir sind autark. Und alle sind froh, dass ich mich nicht um die Geschäfte kümmere ...


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