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TREFFEN IN CHARLOTTE: NP-Redakteurin Mirjana Cvjetkovic sprach mit Scorpions-Sänger Klaus Meine am Tag vor dem US-Tourauftakt.

TREFFEN IN CHARLOTTE: NP-Redakteurin Mirjana Cvjetkovic sprach mit Scorpions-Sänger Klaus Meine am Tag vor dem US-Tourauftakt.

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NP Interview

Scorpions rocken USA – mit neuem Drummer!

Interviews während einer Tour gibt Klaus Meine (67) nie. Für die NP hat der Scorpions-Sänger eine Ausnahme gemacht. Vor dem Tourauftakt in den USA plauderte er in Charlotte über Ersatz-Schlagzeuger Mikkey Dee (52), USA-Erinnerungen und Hannover 96.

Hannover. Es ist ein ungemütlicher Frühlingstag in Charlotte. Dicke Wolken verdrängen die Sonne in der Südstaatenmetropole, kräftige Windböen pfeifen zwischen den Häuserschluchten hindurch. Im Luxushotel Ritz-Carlton geht es deutlich angenehmer zu, Kaminfeuer züngelt neben der Bar, ein Wasserfall plätschert vor sich hin, dicke Teppiche und holzvertäfelte Wände sorgen für Gemütlichkeit. Mittendrin sitzt Klaus Meine (67) und trinkt ein Mineralwasser. Ausgeruht sieht er aus. Von Jetlag keine Spur, obwohl es noch keine 24 Stunden her ist, dass er in der 800 000-Einwohner-Stadt ankam.

„Ich habe mich schnell akklimatisiert“, sagt Meine, „und weiß mittlerweile, dass es schlau ist, einen Tag vorm Gig anzureisen.“ Er lacht. „Mit dem Kopf bin ich quasi noch bei Hannover 96 im Stadion“, erinnert er sich an das Heimspiel vergangenes Wochenende gegen Schalke 04: „Ich habe mich gefreut, dass die Mannschaft so gut gespielt hat, obwohl der Abstieg längst festgestanden hat. Die Fans, auch ich, stehen jedenfalls wie eine Eins hinter dem Verein.“ Irgendwie komisch, im Land von Football und Baseball über die Bundesliga zu reden. Man möchte meinen, der 67-Jährige hat ganz andere Dinge im Kopf - den Gig in Charlotte etwa. Er ist Auftakt für die anstehende US-Tournee mit 13 Auftritten in neun Städten, plus drei Auftritte in Mexiko.

Highlight der musikalischen Rundreise dürften sicher die Shows in Las Vegas sein. Da treten die Musiker aus Deutschland an fünf (!) Abenden im legendären „Hard Rock“-Hotel auf. „Schon cool, als ‚Residency‘ dort zu spielen“, erklärt Meine. Gemeint sind damit mehrere Auftritte in einer Spielstätte in der Stadt in der Wüste - Bands wie Kiss, Aerosmith und Guns N’ Roses hatten das Vergnügen bereits: „Das Angebot verfolgt uns schon eine ganze Zeit, jetzt ist es so weit. Außerdem ist es auch mal ganz schön, zehn Tage an einem Ort zu sein. Sonst sind wir ja jeden Tag in einer anderen Stadt.“ In Vegas erhält die Band übrigens auch den „Classic Rock Outstanding Lifetime Achievement“-Preis. „Das werden wir mit unseren Rock-’n’-Roll-Kollegen gebührend feiern.“

2015 waren die Scorpions zuletzt auf US-Tour - alle Shows ausverkauft, vermeldete der Veranstalter. Das hätten die Herren aus der Wedemark vor 36 Jahren auch nicht gedacht, 1979 traten sie bei den „World Series of Rock“ in Cleveland (Ohio) erstmals vor amerikanischem Publikum auf: „Ich glaube, wir waren die erste Band frühmorgens“, erinnert sich Meine und lacht laut auf bei dem Gedanken daran, als Newcomer in den Staaten mit Bands wie Aerosmith und AC/DC eine Bühne geteilt zu haben: „Ein hammermäßiges Festival!“

Ein Hammer dürfte wohl die Nachricht gewesen sein, dass nicht James Kottak (53), sondern Mikkey Dee (52) jetzt für die Scorpions am Schlagzeug sitzt. Kottak ist erkrankt, der Drummer von Motörhead soll es nun richten. „James nimmt die Auszeit, um gesund zu werden“, kommentiert Meine das musikalische Manöver, „das ist wichtiger, als auf der Bühne zu stehen.“

Dass Mikkey Dee ein guter Ersatz ist, davon ist der 67-Jährige mehr als überzeugt: „Wir kennen uns lange, man kennt und schätzt sich, die Chemie stimmt. Er ist einer der besten Drummer weltweit, und das mit ihm wird jetzt eine ganz besondere Premiere.“ Und wie stehts um seine eigene Gesundheit? Ende März in Hamburg musste der Sänger das Konzert abbrechen - Stimme weg! „Ich habe eine lange Pause gemacht, konnte mich von dem Infekt erholen und wieder auf die Beine kommen. Es ist alles wieder gut, und es kribbelt schon wieder gewaltig, endlich wieder auf der Bühne zu stehen.“

Bis es in Charlotte dann aber so weit war, hat Meine noch ein wenig die Gegend erkundet: „Wenn man ein bisschen weiter rausfährt, sieht man richtig tolle Südstaaten-Häuser, welche mit großen Säulen davor, ganz fantastisch.“ Glauben wir sofort!


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