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Umtriebige Frau: Michaela Schaffrath freut sich über die unterschiedlichen Rollen,die sie in Theater und TV spielen kann. Auch Hannover entdeckt die Schauspielerin immer mehr für sich – wie hier an der Musikhochschule.

Umtriebige Frau: Michaela Schaffrath freut sich über die unterschiedlichen Rollen,die sie in Theater und TV spielen kann. Auch Hannover entdeckt die Schauspielerin immer mehr für sich – wie hier an der Musikhochschule.
© Wallmüller

Schauspiel-Star

Schaffrath liebt Abwechslung auf der Bühne

Beruflich ist sie so richtig in Fahrt: Auf der Bühne schockt Michaela Schaffrath (46) im Neuen Theater in dem Stück „Gänsehaut“ das Publikum. Und Fans der „Lindenstraße“ dürfen sich auf die Schauspielerin erneut am Sonntag (15. Oktober, 18.50 Uhr im Ersten) freuen.

Hannover. Diese Frau bespielt gerade so einige Kanäle: Im Neuen Theater steht Michaela Schaffrath (46) allabendlich (bis auf montags) auf der Bühne, außerdem ist sie am Sonntag (und dem folgenden auch) in der „Lindenstraße“ zu sehen! „Ich liebe meinen Job einfach“, sagt die Schauspielerin der NP – auch wenn der ihr gerade so einiges abverlangt.

„Das ist die anstrengendste Rolle, die ich bisher im Theater hatte“, gibt die Blondine zu. Kein Wunder, in dem zweistündigen Comedy-Thriller „Gänsehaut“ steht sie als Jane Sanderson „von der ersten bis zur letzten Minute“ auf den Brettern, freitags und sonnabends liefert sie ihr schauspielerisches Können in Doppelvorstellungen ab: „Da­nach bin ich schon ziemlich geschafft.“

Doch in ihrer langjährigen Erfahrung hat die 46-Jährige gelernt, sich ihre Kraft einzuteilen, die positive Resonanz aus dem Publikum gibt zu­sätzlichen Auftrieb. „Die Hannoveraner sind wirklich toll“, schwärmt die Frau, die Freunde liebevoll Michi nennen, „das Stück läuft super, ich werde von Zuschauern hinterher oft darauf angesprochen.“

Ein Stück zum Gruseln

Für das Ensemble und das Haus ein Kompliment, denn in dem schnuckeligen Theater an der Georgstraße werden sonst ja eher Boulevard-Komödien als Thriller ge­spielt, „und in ,Gänsehaut’ geht es schon ordentlich zur Sache“. Es gibt viele Schreckmomente, das weiß die Schauspielerin – und sie hört es auch. „Aus dem Publikum sind immer wieder mal Sätze wie ,Oh Gott, meine Nerven’ und ,Das halte ich nicht mehr aus’ zu hören“, erzählt Schaffrath lachend. Und auch ihr Lebensgefährte, der Fotograf Carlos An­thonyo, resümierte nach einer Vorstellung: „Schatz, du hast mir Angst gemacht.“

Das Paar sieht sich derzeit nur an anderthalb Tagen in der Woche, der Montag ist spielfrei. „Dann fahre ich entweder nach Haus nach Hamburg, oder er kommt nach Hannover“, so Schaffrath. Die gemeinsame Zeit hier nutzen sie dann, um die Region zu erkunden und schöne Dinge zu unternehmen: „Wir waren bei Roncalli, und als Nächstes will ich Carlos unbedingt die Herrenhäuser Gärten zeigen – die sind wirklich wunderbar.“ Dass die benachbarte Schlossküche auch ganz köstlichen Kuchen im Angebot hat, weiß sie ebenfalls: „Ich bin ja nicht zum ersten Mal in Hannover, ich kenne die Stadt schon ganz gut.“

Auf der Bühne und im TV

Ganz gut ist es übrigens auch bei den Dreharbeiten für die „Lindenstraße“ gelaufen! Da ist Schaffrath in den Folgen 1645 und 1646 als Sofia Karwass zu sehen: „Ich spiele eine Beamtin von der Ausländerbehörde.“ Die soll nämlich die frisch geschlossene Ehe von Klaus Beimer (Moritz A. Sachs, 39) mit der Tunesierin Neyla (Dunja Dogmani, 40) überprüfen, die Behörden wittern eine Scheinehe der beiden, damit sie nicht nach Tunesien ab­geschoben wird.

„Leider kann ich die Folgen nicht in Echtzeit gucken, da stehe ich ja selbst auf der Bühne“, sagt sie und lacht, „aber es gibt ja Mediatheken, und da werde ich mir das einfach am Montag in Ruhe anschauen.“ Die Fernsehproduktion war nach so vielen Theaterstücken mal wieder eine Abwechslung und hat der Hamburgerin Lust auf mehr gemacht. „An mir soll es nicht liegen“, ergänzt sie mit einem Augenzwinkern.

Wenn das mal keine Aufforderung an Filmemacher war.

Von Mirjana Cvjetkovic