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Als Dick Brave feierte der Sänger Charts-Erfolge. Jetzt steht aber wieder Sasha auf der Bühne.

NP-Interview

Sasha: "Dick Brave macht gerade Urlaub"

Er war in den 90ern ein Teenie-Star, ein Sonnyboy ist er immer noch: Am 25. November lädt Sasha (43) im Capitol zur
„Club Night“ (Karten: 49,20 Euro). Die NP sprach mit ihm über die Dick-Brave-Pause, seine Hochzeit und Gedächtnislücken.

Hannover. Ich spreche ja gerade mit Sasha. Wie gehts eigentlich Dick Brave?
Über diese Frage wundere ich mich immer, aber sie bewegt die Leute offensichtlich (lacht). Dick gehts gut, er macht gerade Urlaub.

Sasha hatte sieben Jahre Pause. Wie kam es zur Wiedergeburt?
Vor drei Jahren kam das letzte Dick-Brave-Album raus, danach ging es auf Tour – und wir wollten ein weiteres Dick-Brave-Album dranhängen. Während des Songschreibens hab ich mich umentschieden. Weil ich gemerkt habe, dass ich Sasha-Lieder schreibe! Ich bin froh, dass ich auf meinen Bauch gehört habe. Es war mal wieder Zeit für Sasha.

Sasha und Dick Brave: Hat das jahrelange Doppelleben Spaß gemacht?
Ja klar! So was habe ich schon als Kind gemacht, ich lebe so etwas gerne aus. Kurz vor dem Abitur war ich in so einer „Zwischenwelt“: Bewerbe ich mich an
der Schauspielschule? Oder gehe ich mit meiner Band nach Dortmund? Eines Morgens bin ich aufgewacht und wusste, wie ich mich entscheide ...

Etwa für das Lehramtsstudium Sport und Germanistik?
Nun jaaaa ... (windet sich). Sagen wir mal so: Ich war zweimal an der Uni. Einmal in Dortmund zur Einschreibung. Und einmal in Bochum zur Einschreibung. Ich hatte gar keine Zeit für Vorlesungen, entweder man ist Vollblutmusiker oder nicht. Mit Mitte zwanzig war da aber plötzlich so eine Leere ...

Was ist dann passiert?
Mein „Viva-Moment“ (lacht). Ich war Backgroundsänger von Young Deenay – und plötzlich hielt die Kamera auf mein Gesicht. Es heißt, danach seien die Telefonleitungen zusammengebrochen ...

... und der Hype ging los.
Ich hab das nur noch sehr verschwommen und fragmentarisch im Gedächtnis, die Single „If you Believe“ lief ja weltweit – also war ich fast jeden Tag in einem anderen Land. Ich war fünf Jahre am Stück unterwegs, um drei Alben zu promoten. Einzelne Bilder kann ich nicht mehr den richtigen Orten zuordnen.

Wie sieht es aus mit einem Auftritt bei „NP live“ in der Karstadt-Strumpfabteilung im September 1998?
Da war ich? Krass! Das ist lange her. Und ein paar Sachen hab ich vielleicht ja auch verdrängt ... Mir macht die Strumpfabteilung aber nichts aus! Ich hab in meiner Karriere in Clubs vor drei Leuten gespielt, aber auch Media-Markt-Eröffnungen mit 3000 Fans erlebt, die wegen des Andrangs abgebrochen werden mussten.

Wie schafft man den Sprung vom Teenie-Star zum Musiker?
Ich war schon vorher Musiker, aber der Teenie-Star war mein Sprungbrett. Ich habe in der „Bravo“ aber bestimmt zwölf Jahre nicht stattgefunden – und werde mit über 40 Jahren plötzlich wieder nach Interviews zum neuen Album gefragt. Das finde ich cool!

Warum ist Liebe das große Thema?
Meine Songs sind eine Blaupause von dem, was ich gerade fühle. Ich hatte mir vorgenommen, wenn das Thema Liebe auftaucht, dann nenn ich das Kind auch beim Namen. Ich will nicht mehr so verklausuliert dran vorbeisingen.

Sie sind ja seit kurzem verheiratet ...
Mit Doppelnamen! Ich heiße jetzt Sascha Schmitz-Röntgen. Ich trage den Namen mit Stolz, weil mich die Familie mit offenen Armen aufgenommen hat.

Sie selber stammen aus einer Schaustellerfamilie?
Die Angehörigen meiner Mutter waren größtenteils Schausteller, in den Ferien bin ich öfter auch mitgefahren. Ein krasses, spannendes Leben – aber es ist auch hart, wenn man mit dem Karussell von Jahrmarkt zu Jahrmarkt zieht und beim Auf- und Abbauen hilft. Andererseits darf man in allen anderen Karussells umsonst mitfahren ...

Als Unicef-Botschafter haben Sie vor dem Papst gesungen. Wo engagieren sie sich heute?
Im Moment ist es wichtig, einen klaren Standpunkt zu beziehen. Ich habe gerade bei einer Kampagne für Menschenrechte mitgemacht – zusammen mit Kollegen wie Michael Mittermeier, Jan Josef Liefers, Rea Garvey und Tim Mälzer. Mit Viva Con Agua war ich in Äthiopien und Ecuador, mit der Welthungerhilfe werde ich wieder ein Projekt mit Kindern betreuen.

TV-Koch Tim Mälzer ist ein guter Freund von Ihnen?
Ja, und auch mein Trauzeuge! Zum Geburtstag hat er mir mal einen Kochkurs geschenkt. Wir kennen uns ewig, sind gute Buddys – aber da wurde ich ein bisschen nervös am Herd (lacht).

Andrea Tratner


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