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Mensch-Hannover Rydman knackt Tschaikowskis Nüsse mit Streetdance
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18:04 03.01.2019
NEUE RHYTHMEN: Fredrik Rydman (Mitte) bringt mit Tilda Kristianson und Marcus Nyström „Nutcracker reloaded“ auf die Bühne. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Für Leute, die in Schubladen denken, nur schwarz und weiß sehen, hat Fredrik Rydman (44) gerade mal ein müdes Lächeln über. Und für diejenigen, die es gar nicht ausstehen, wie er Werke des berühmten Komponisten Tschaikowski interpretiert, sogar mehr: „Ich liebe es, wenn Leute es hassen. Wenn sie sagen, er dreht sich im Grabe um. Das bedeutet nämlich, dass etwas neu ist. Und genau das will ich.“

„Tschaikowski und Streetdance passen wunderbar zusammen“

Auch wenn Rydman gar nicht der Typ ist, der auf Krawall aus ist, hat der schwedische Star-Choreograph mit „Nutcracker reloaded“ etwas geschaffen, das neu ist – und sechsmal im Theater am Aegi gezeigt wird. Da treffen Elektro-Beats und Popsongs auf Klassik, Ballett auf Streetdance. Wie passt das klassische Meisterwerk, ein Märchenballett, denn zu seiner modernen, rasanten und innovativen Inszenierung? „Ganz wunderbar“, findet der 44-Jährige im Gespräch mit der NP, „die Partituren sind perfekt, die Rhythmen lassen sich super für Hip-Hop nutzen.“ Streetdance, das ist das Steckenpferd des Kreativkopfs, das hat er auch schon in dem Remake von „Schwanensee“ gezeigt – mehr als 200 000 Menschen haben „Swan Lake reloaded“ gesehen.

SWAN LAKE RELOADED: Auch den Klassiker „Schwanensee“ hat Fredrik Rydman neu verpackt. Quelle: Herbert Schulze hs@foto-design.com

„Eigentlich wollte ich gar nichts mit dem Nussknacker anfangen“, offenbart der Künstler, „zu naheliegend.“ Dann habe er doch begonnen, sich die Musik anzuhören. Mit dem Ergebnis: „Es war zwar immer noch Tschaikowski, aber anders. Viel fröhlicher als bei Schwanensee.“ Dabei ist die Geschichte zunächst erstmal gar nicht fröhlich: Die kleine Carla (Tilda Kristiansson, 25) wächst ganz alleine auf einer Müllhalde auf, ihre Eltern sind Bettler. Das Mädchen begegnet Drosselmeyer, der nur eins im Sinn hat – ihr Herz. Der Fiesling ist nämlich ein krimineller Organhändler, eine reiche Kundin hat die gleiche Blutgruppe wie die kleine Carla. Also versucht er, das Mädchen mit dem falschen Versprechen, sie zu ihren Eltern bringen zu wollen, zu sich zu locken – und schenkt ihr einen lädierten Nussknacker (Marcus Nyström).

Ein Bericht über Bettler hat Rydman inspiriert

„Die Show handelt von der Sehnsucht eines Kindes, wieder bei den Eltern zu sein“ , erläutert Choreograph Rydman, der selbst Vater von drei Kindern ist. „Ich kenne das Gefühl, nicht genug Zeit mit der Familie zu verbringen.“ Als er dann im Radio ein Interview hörte, in dem rumänische Bettler von ihrem zu Hause zurückgelassenen Kind und einem Teddy, den sie in die Heimat schicken wollten, erzählten, „wollte ich das in den Nussknacker einfließen lassen.“ Ernstes Thema gepaart mit Unterhaltung, das war Rydmans Anliegen: „So besteht die Chance, dass die Zuschauer etwas mitnehmen.“

Er sieht es als Aufgabe, die Herzen des Publikums zu berühren. Und jede Menge Schwung hat er reingebracht: „In der Ursprungsversion war ja im zweiten Akt nicht gerade viel los, außer, dass alle rumlaufen und glücklich sind.“ In seiner Darstellung gehören zu „allen“ auch Helden wie Super Mario und Darth Vader, Zuckerfiguren, die gelangweilte Blogger darstellen, der Nussknacker, der ein amerikanischer R’n’B-Sänger ist.

„Eine Show für die ganze Familie“

2016 hatte „Nutcracker reloaded“ Uraufführung in Stockholm, im vergangenen Jahr tourte dass Ensemble bereits durch Deutschland, Österreich, die Schweiz, 70-mal standen die Tänzer schon auf der Bühne. Auch Technik spielt eine große Rolle, 3-D-Projektionen ziehen sich durch das Stück. „Es ist eine Show für die ganze Familie“, verspricht Rydman, der wohl nur zur Premiere nach Hannover („Ihr habt hier eine berühmte Keksfabrik, oder“?) kommen wird. Dafür hat das Ensemble tagsüber sicherlich Zeit, die Stadt zu erkunden.

„Nutcracker reloaded“: fünf Shows im Theater am Aegi

„Nutcracker reloaded“ ist zwischen dem 8. und 12. Januar täglich ab 20 Uhr im Theater am Aegi zu sehen, am 13. Januar um 15 Uhr . Tickets kosten zwischen 55,90 und 70,50 Euro und sind in NP-Ticketshops (etwa Lange Laube 10) oder im Internet erhältlich.

Von Mirjana Cvjetkovic

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