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Mensch-Hannover Roy Stache: Neustart in der Oststadt
Menschen Mensch-Hannover Roy Stache: Neustart in der Oststadt
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00:16 24.03.2017
Prost: Roy Stache freut sich auf die Gastgeber-Rolle im „Roy’s“. Quelle: Michael Wallmüller
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Hannover

Einfach mal durchatmen, den Stress abschütteln, zur Ruhe kommen. „Ich hab mich ausgelockert“, sagt Roy Stache (48) fröhlich über die sechs Monate, die er hinter sich hat. Urlaubsreisen nach Mallorca, an den Gardasee, friedliche Tage daheim in Otternhagen. 16 Jahre hat Stache erst im „Spaghetti-Palast“ und nach dem Namenswechsel im „Gustino“ gewirbelt. „Ich war Hausmeister, Verwalter, Personalchef“, zählt er auf. „Dabei wollte ich immer Gastgeber sein.“

Schwierig in einem quirligen City-Lokal mit 200 Plätzen und großem Veranstaltungsbereich. „Wenn die Zukunft kürzer ist als die Vergangenheit, macht man sich Gedanken“, philosophiert der Mann, der in zwei Jahren auf die runde 50 zusteuert. Im Sommer 2016 verkaufte er das „Gustino“ an den umtriebigen Umut Kus, der derzeit mit seinen „Extrablatt“-Filialen expandiert.

Doch ganz ohne Gastronomie geht eben doch nicht. „Im Urlaub habe ich die Situation als Gast erlebt.“ Kein Genuss: „Ich wäre immer lieber der Kellner gewesen“, sagt Stache und muss selber den Kopf schütteln. Dieses Gefühl, sich einmischen zu wollen, war für ihn die Bestätigung: „Das ist es. Gastronomie ist Lebensinhalt, macht aber auch wahnsinnig viel Spaß.“ Im ehemaligen „Rosmarin“ am Volgersweg (Oststadt) hängt jetzt sein Name über dem Lokal. Dabei habe er sich erst gegen „Roy’s“ gewehrt.

„Ich wollte den Laden unbedingt ,Bardolino’ nennen“, sagt er. Den Ort am Gardasee in Italien lieben er und seine Frau, das Weingut seines Freundes Fausto Zeni liegt nur wenige Kilometer entfernt. Doch vor wenigen Wochen machte in Isernhagen ein Lokal namens „Bardolino“ auf. „Ich musste umdenken.“ Staches Frau ist Flugbegleiterin, sie erinnerte sich an ein „Roy’s“ in Las Vegas und schwärmte ihrem Mann davon vor.

„Die Kette hat Ende vergangenen Jahres den Namensschutz auslaufen lassen“, stellte Stache fest. Der allerdings noch von Freunden überredet werden musste, seinen Namen über die Tür zu hängen. „Ich hab das Logo in einer Whats-App-Gruppe rungeschickt, die Resonanz war toll.“

Stößchen: Fausto Zeni (rechts) und Roy Stache sind gute Freunde. Sie verbindet auch die Liebe zum Wein. Das Weingut Zenis’ liegt in Bardolino am Gardasee. Quelle: privat

Scheint stimmig, wenn man beobachtet, wie Oststadt-Flaneure den neuen Wirt mit Händeschütteln und Umarmungen begrüßen. „Du hier? Das ist ja toll“, freut sich ein Mann, der Stache noch aus dem „Gustino“ kennt. Das neue Lokal zählt nur 40 Plätze, dafür kann Stache sich austoben. In den Regalen stehen Weinflaschen vom Gardasee, der auch auf einem überdimensionalen Foto über den Sitzbänken zu sehen ist („Den Blick kenne ich gut“), eine kleine, feine Karte mit mediterranen Gerichten, edles Ambiente mit dunkel getünchten Wänden.

Gelernt hat der gebürtige Sachse Groß- und Einzelhandelskaufmann, in der Gastronomie wollte er nur kurz aushelfen, als ein Freund im Allgäu in seinem Hotel Hilfe brauchte. „Aus sechs Wochen sind sieben Jahre geworden“, erzählt er. Nach Hannover kam er Ende 2000 – wieder ein Tipp eines Freundes, Helmut Uhl suchte damals einen Betriebsleiter für den „Spaghetti-Palast“. Hannover? „Oben links auf der Landkarte, mehr wusste ich nicht“, gesteht Stache, der beim ersten Besuch den „Kulturschock“ verdauen musste. „Zwölf Nationalitäten im Team, laute Musik, enormer Betrieb, die bevorstehende Euro-Umstellung. Ich habe mich durchgeboxt.“ Und ist geblieben. Hannover? „Ist heute eine geile Stadt für mich.“

Sein Herz hängt aber immer noch am Allgäu – „Hindelang wartet auf mich“, gibt er zu. Die „Kutscherstuben“ hat er damals dort geleitet. Aber schon damals hätten die Leute gesagt: „Wir gehen zu Roy“. Dann war es doch höchste Zeit für ein Lokal mit diesem Namen.

Von Andrea Tratner

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