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DIE BÜHNE IST SEIN LEBEN: Roland Kaiser tritt am 25. August in Hannover auf.

DIE BÜHNE IST SEIN LEBEN: Roland Kaiser tritt am 25. August in Hannover auf.
 © dpa

NP-Interview

Roland Kaiser: „Mir geht die Puste nicht aus!“

Seine Lieder können ganze Generationen auswendig mitsingen: Schlagerkönig Roland Kaiser (65) berichtet im NP-Interview über sein Verhältnis zu seiner „zweiten Geburtsstadt“ Hannover, über die Songauswahl bei seinen Konzerten und über Open-Air-Auftritte – am 25. August gibt Kaiser auf der Gilde-Parkbühne ein Konzert unter freiem Himmel.

Hannover. Ihr Song mit Maite Kelly „Warum hast du nicht nein gesagt“ geht durch die Decke, mehr als 48 Millionen Menschen haben sich das Lied bei Youtube angehört. Wann haben Sie sich zuletzt gefragt, warum Sie nicht "nein" gesagt haben?

Diese Frage habe ich mir tatsächlich lange nicht mehr stellen müssen.

Weil Sie schon immer gerade heraus gewesen sind, sich gar nicht erst in solche Situationen gebracht haben?

Ich habe es mir einfach abgewöhnt, Dinge zu tun, die ich nicht tun möchte. Da halte ich es ein bisschen wie Wilhelm Busch: „Wenn mir aber was nicht lieb, weg damit! ist mein Prinzip.“

Das ist gut, wenn man das kann.

Es ist eine Frage des Alters und der Reife, Dinge zu tun, die einem Freude bereiten.

Bei uns spielen Sie ja Open-Air – vor allem in diesem Sommer eine Herausforderung, oder?

Es ist natürlich eine Wetterfrage, ob es funktioniert oder nicht. Die Stimmung ist sicherlich emotionaler ohne Schirm und Regencape, echte sommerliche Gefühle sind da schon schöner. Mit der Tatsache, wie das Wetter so wird, müssen beide leben – Publikum und Künstler (). Jedenfalls erfordern Open-Airs mehr Tempo. Die Menschen stehen und sitzen nicht. Da sind lange Moderationen nicht gefragt, sondern kurze Statements, denen Musik folgt. In kleineren Hallen kann man viel eher Gedanken formulieren.

Schweifen Ihre Gedanken in Richtung MHH ab, wenn Sie in Hannover sind? Dort haben Sie vor sieben Jahren eine Lunge transplantiert bekommen.

Für mich ist Hannover meine zweite Geburtsstadt. Ich bin regelmäßig zweimal im Jahr zu Gesundheitschecks dort, und grundsätzlich gerne in der Stadt, in der mein zweites Leben begonnen hat. Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass Hannover wirklich zu Unrecht als langweilig abgestempelt wird! Die Menschen urteilen einfach viel zu schnell, es ist wirklich eine schöne Stadt.

Ihre Show dauert gute zweieinhalb Stunden. Wie bereiten Sie sich da vor, damit Ihnen auf der Bühne die Puste nicht ausgeht?

Mir geht die Puste nicht aus. Ich habe eine gute Kondition, mache täglich Sport.

Schieben Sie bei uns auch ein Udo-Jürgens-Medley ein?

Das ist Programm in diesem Jahr, weil ich diesem großartigen Künstler musikalisch gedenken möchte. Wir waren Weggefährten. Udo Jürgens war ein Ausnahmekünstler und ich möchte seine Titel in Erinnerung rufen.

Wie bekommen Sie einen gelungenen Mix Ihrer Songs hin, so dass mehrere Generationen mitsingen können?

Mittlerweile sind es tatsächlich drei Generationen und im Auswahlverfahren der Songs bin ich offensichtlich nicht ganz geschmacklos. Wir haben die Aufgabe, neu zu gestalten, neue Arrangements für die Stücke zu finden, um die Leute zu überraschen.

Ihr letzter Song auf der Setlist ist ja immer „Bis zum nächsten Mal“. Hecken Sie für das nächste Mal bereits Pläne aus oder ist eine Ruhepause angesagt?

Im Herbst kommt mein neues Album, dazu möchte ich jedoch an dieser Stelle noch nicht allzu viel verraten. Im September nächsten Jahres werde ich zum ersten Mal in der legendären Berliner Waldbühne spielen, darauf freue ich mich auch sehr. Und wir haben natürlich auch wieder unsere Open Air Saison 2018 sowie die nächste Kaisermania in Planung. Und eine Hallentour wird es auch wieder geben.

Von Mirjana Cvjetkovic