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ZURÜCK NACH OBEN: Robbie Williams will die Krone des Pop zurück erobern – am 2. November kommt „Take the Crown“, sein neuntes Studioalbum.

ZURÜCK NACH OBEN: Robbie Williams will die Krone des Pop zurück erobern – am 2. November kommt „Take the Crown“, sein neuntes Studioalbum.© Britta Pedersen

Interview

Robbie Williams will die Krone!

Er hat 70 Millionen Platten verkauft, seineKarriere war im Sinkflug, er ist Vater geworden: Jetzt will Robbie Williams es nochmal wissen. Am 2. November erscheint sein neuntes Album: „Take the Crown“.

London. Ihr Album heißt „Take The Crown“. Über was für eine Krone reden wir?

Über die Popstar-Krone! Ich habe sie vor einigen Jahren abgesetzt. Aber nun will ich sie mir zurückholen.

Braucht die Popwelt Sie zurück?

Ich bin fest davon überzeugt, ja. Und ich werde darum kämpfen. Ich gegen den Rest der Welt. Meine Waffe ist mein Charisma! Mein Charisma und diese Platte - ein Album mit Hitsingles. Gary (Barlow, Sänger bei Take That, Anm. d. Red.) hat mich wieder auf den richtigen Weg gebracht. Meine Karriere kommt mir manchmal vor wie eine Seifenoper und ist schon recht merkwürdig. Die allgemeine Wahrnehmung ist, dass meine Karriere den Bach runter ging. Und das, obwohl Albumverkäufe und das Interesse an meiner Person etwas anderes vermuten lassen. Ich bin aus England weggegangen, wurde zum Einsiedler. Aber eine Karriere ist nun mal ein langer Weg der Gnade. Und Wahrnehmungen können sich auch wieder ändern.

Sie sind Ende September Vater geworden. Glauben Sie nicht, dass Sie das langweilig machen könnte?

Das ist das, was mich beunruhigt. Ernsthaft! Niemand braucht einen langweiligen Robbie Williams. Aber eigentlich war auf mich ja immer Verlass, wenn es darum ging, etwas zu versauen. Ich bin immer noch imstande, alles jederzeit ruinieren und sabotieren zu können - mein eigenes Leben miteingeschlossen. Ich bin also eigentlich gar kein Daddy-Typ! Das ist etwas, was mir auch Angst macht. Denn ich muss zum ersten Mal Verantwortung übernehmen, und ich will es wirklich gut machen.

Wechseln Sie auch Windeln?

Go with the flow - man wächst mit den Aufgaben. Ich habe neun Hunde, da habe ich auch schon das eine oder andere Mal Scheißhaufen entfernt.

Wie haben Sie sich denn auf die Vaterrolle vorbereitet?

Ich habe einige Bücher gekauft, ja. Weil ich dachte, ich würde sie lesen - aber ich habe das immer vor mir hergeschoben. Irgendwann beschloss ich, dass Ayda das verdammte Buch lesen soll. Stattdessen warf sie mir ein Buch in den Schoss und sagte im Befehlston: „Lies das!“ Wir haben uns also beide darum gedrückt. Aber eigentlich ist es doch ganz simple - zumindest in der Theorie: Sei einfach da und unterstützte Mutter und Kind. Und lass die Nanny alles andere machen (lacht).

Und wie fühlt es sich an?

Nun, einerseits ist es das Beste, was jemals in meinem Leben passiert ist und ein echtes Wunder. Andererseits bin ich in größter Sorge. Ich will kein beschissener Vater sein! Das würde mich umbringen. Ich habe nie in meinem Leben eine funktionierende Familieneinheit kennengelernt - mein Vater hat das Elternhaus verlassen, als ich drei war. Hinzu kommt, dass ich Popstar bin, seitdem ich 16 bin. Ich musste mich nie um mich selbst kümmern. Das macht mir große Angst. Ich weiß nicht, ob ich fähig sein werde, selbstlos zu sein, weil ich so ein egoistisches Leben geführt habe.

Was wünschen Sie sich für Ihre Tochter?

Dass sie gut erzogen ist, artig danke und bitte sagt und weniger flucht als ihr Vater! Ich werde damit nicht aufhören. Ich bin die ersten drei Lebensjahre in einem englischen Pub aufgewachsen. Es gehört für mich zum Leben wie atmen und gehen. Ich bin mir sicher, meine Tochter wird verstehen, dass man solche Worte eigentlich nicht in den Mund nehmen sollte.

Mit „Farrell“ haben Sie ein Fashion-Label für Männer gelauncht. Was ist die Idee dahinter?

Mein Großvater hieß Jack Farrell - und diese Linie ist quasi eine Hommage an ihn. Denn er legte ungeheuren Wert auf gute Kleidung. Es bereitete ihm immer Kopfschmerzen, dass ich von zwei Frauen aufgezogen wurde. Er dachte, dass mich das verweichlichen würde. Er zeigte mir deshalb, wie man richtig boxt. Dies ist die Mode, die auch ihm gefallen würde. Sie ist britisch, klassisch und zum Wohlfühlen.

Sie haben sich mal als „Karl Lagerfeld von Stoke-on-Trent“ bezeichnet. Ein Witz, oder?

Ja, denn ehrlich gesagt finde ich Karl Lagerfeld ungeheuer Furcht einflößend. Als er mal in eine Hotellobby kam, in der ich mich auch gerade aufhielt, musste ich mich hinter einem Stuhl verstecken - solche Angst jagt er mir ein! Lagerfeld ist für mich wie der Bösewicht in einem Disney-Film.

Sie haben mal gesagt, in Ihnen steckt ein dicker Mann, der raus will...

Wenn ich nicht arbeiten würde, säße ich vorm Fernseher, würde Kuchen und meine Lieblings-Chips futtern und in die Breite wachsen. Dieses Album ist für mich auch noch das beste Gewichtsreduktions-Programm.