Navigation:
OSCAR-VERDÄCHTIG: Im Laden von Uwe Bock sucht Raner nach passenden Requsiten.

OSCAR-VERDÄCHTIG: Im Laden von Uwe Bock sucht Raner nach passenden Requsiten.© rainer-droese

|
Comedy

Raner machts fast „allaane“

Es wird wohl eine Premiere mit Lachen und ein wenig Wehmut: Martin Jürgensmann alias Raner steht Dienstag im Theater am Aegi ohne Jochen Krause alias Siggi auf der Bühne.

Hannover. Der ballonseidenene Trainingsanzug sitzt. Die Adiletten (auch wenn sie aus dem Hause „Puma“ stammen) sind mit Klebeband amateurhaft geflickt. Das Lachen hat er wieder zurück, den Schalk im Nacken sowieso. ffn-Mann Martin Jürgensmann (45) steht am Dienstag mit der Show „Von Linden bis nach’n Kröpcke hin“ wieder auf den Bühnenbrettern des Theaters am Aegi. Die NP hat ihn dabei begleitet, wie er im Fundus des „Werbeladens“ in Langenhagen Requisiten für die Show zusammenstellt.

Also alles so wie immer? Naja, eigentlich eher überhaupt nicht: Denn es ist für den 45-Jährigen das erste Mal ohne seinen Weggefährten Jochen Krause (61†), der vergangenes Jahr im Februar nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben ist. „Es fühlt sich okay an, es geht mir gut“, sagt Jürgensmann. „Ich hatte Zeit, Abschied zu nehmen, mich zu ordnen, zu finden und zuzusehen, dass ich alleine lustig bin.“ So wird Jürgensmann alias Raner also auf Solopfaden die höchst amüsanten Kneipenphilosophien präsentieren.

Fast alleine, denn gut zwei Dutzend Unterstützer hat er an seiner Seite - mit Peter Michael Zernechel (44), Julian Zumbrock (29) und Jan Zerbst (32) sind allein drei ffn-Kollegen beteiligt!

„Fans und Kollegen wollten, dass ich weitermache“, so Jürgensmann, der als „HannoverRaner“ eine NP-Kolumne schreibt (heute Seite 14). „Das Schöne ist, dass die Idee von Jochen weiterlebt.“ Und alle Figuren, die Siggi und Raner bislang hervorgebracht haben, sind in der Show dabei.

Für Jürgensmann ist der Auftritt eine Herausforderung. „Die Messlatte ist jetzt eine andere.“ Er hat mehr Text, spricht locker 80 Prozent und singt. „Es ist mehr Stand-up-Comedy als Schauspiel“, beschreibt er. „Wir machens ganz einfach und hoffen, dass es funktioniert.“

Darum gehts: Raner steht allein da, weil Kumpel Siggi „nach’n Himmel hin“ ist. Raner weiß nicht, was die Zukunft bringt, braucht Hilfe. Und die bekommt er von Siggis Sohn Heiko, ein Machertyp. Raner ist unsicher, für ihn wäre auch was im „esotierischen“ Bereich denkbar. Es kommt aber anders... Es geht um die Geschichte erfolgreicher und weniger erfolgreicher Hannoveraner. „Hauptsache, du hast was, was dir am Herzen liegt“, sagt Jürgensmann. Er hat mit seiner Figur Raner auf jeden Fall etwas gefunden!