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Tolles Team: Prinzessin Lilly und Sohn Donatus starten bei der  „Mongol-Rally“.

Tolles Team: Prinzessin Lilly und Sohn Donatus starten bei der „Mongol-Rally“.
 © Rainer Droese

Abenteuer

Prinzessin Lilly startet mit Sohn Donatus bei „Mongol-Rally“

14.000 Kilometer durch 15 Länder in fünf Wochen: Prinzessin Lilly zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg (44) und ihr Sohn Erbprinz Donatus zu Schaumburg-Lippe (23) brechen zur „Mongol Rally“ auf – für den guten Zweck. Die Spenden gehen an zwei Kinderhilfsorganisationen. Montag startet das dynamische Mutter-Sohn-Duo aus Bückeburg zum Abenteuer.

Bückeburg.  Gemeinsam sind Mutter und Sohn schon für den guten Zweck gerannt, haben in Bulgarien 160 Kilometer in fünf Tagen abgerissen und dabei ordentlich geschwitzt und gelitten. Seitdem geisterten vor allem bei Erbprinz Donatus zu Schaumburg-Lippe (23) neue Ideen im Kopf herum, was er mit Prinzessin Lilly zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg (44) so anstellen kann, um benachteiligten Kindern zu helfen. „Mit Schlittenhunden zum Nordpol“, schlug der 23-Jährige seiner Mama vor. Die wollte aber lieber „was im Auto machen“.

Schnell war die geeignete Herausforderung gefunden – die „Mongol Rally“! Um bei dem 14 000-Kilometer-Trip dabei zu sein, gibt es zwei Regeln: „Nummer eins: Alle sind auf sich gestellt. Nummer zwei: Der Hubraum darf nicht mehr als 1,2 Liter ha­ben“, erklärt Donatus zu Schaumburg-Lippe im Café seiner Mutter, dem „Lilly’s im Schlosspark“ in Bückeburg. Außerdem müssen mindestens 1000 britische Pfund (etwa 1133 Euro) gespendet werden – die zwei haben „Interhelp“ und „Save the Children“ herausgesucht. Montag geht die Reise ins Ungewisse los, Startpunkt ist das Schloss Bückeburg von Lillys Ex-Mann und Donatus’ Vater Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe (58).

Kampf um das Russland-Visum

Den Großteil an Vorbereitungen hat das Mutter-Sohn-Duo bereits erledigt: einen Erste-Hilfe-Kurs und diverse Visa-Angelegenheiten. Sie durchqueren gut ein Dutzend Länder (etwa Bosnien, Serbien, Türkei, Iran, Turkmenistan, Kasachstan) auf dem Trip in die Mongolei. „Mein Pass mit dem usbekischen Visum ist noch unterwegs“, so Prinzessin Lilly. Gar keine Probleme gab es mit dem iranischen Dokument, mit dem russischen sah es anders aus: „Da war ein seriöser Auftritt gefragt“, erinnert sich Donatus „Teddy“ zu Schaumburg-Lippe an den Behördenbesuch. Wie die im Osten ticken, hat er sich von seiner Freundin erklären lassen, „sie ist Ukrainerin“. Dreimal wurde der 23-Jährige abgelehnt, beim letzten Antritt setzte er sein strengstes Putin-Gesicht auf – dann lief’s.

Und das mindestens genauso gut wie der 2004er VW Polo, den das Mindener Autohaus Glinicke den Rallye-Teilnehmern zur Verfügung gestellt hat: um die 70 PS, Unterbodenschutz, Gepäckträger und Led-Bar wurden nachträglich angebaut. Die 145 Kilowatt starke Superlampe dürfen die zwei, die von einem Mechaniker be­gleitet werden, erst außerhalb von Deutschland anbringen – bei uns ist das Teil im Straßenverkehr nicht erlaubt.

Prinzessin Lilly kann jetzt Reifen wechseln

Etwa fünf Wochen werden Mutter und Sohn dann auf Tour sein, sie kann mittlerweile auch Öl und Reifen wechseln – „und tanken“. Viele Sorgen will sich die sympathische Prinzessin vorab nicht machen: „Ich habe mir vorgenommen, wegen und während des Trips keine grauen Haare zu bekommen.“ Was sie auch nicht verunstalten würde.

Die Prinzessin hat Kartenlesen gut drauf, ihr Sohn Dinge, die er als Soldat im Regiment gelernt hat: „Das ganze Essen, was wir dabeihaben, sollte man in einigen Gebieten 50 Meter entfernt vom Auto hinstellen – falls Bären in der Nähe sind.“ Einen einwöchigen Mechanikerkurs hat der junge Mann auch absolviert, denn er weiß: „Ab Kasachstan wird es kompliziert, ab dort gibt es keine befestigten Straßen.“ Persönliche Gegenstände haben sie kaum mit dabei: Sie legt Glücksbringer wie Armbänder, Kette und Ring nicht ab und er hat die Musik für unterwegs ausgesucht: „Popmusik für meine Mutter, ich stehe auf House und Rock, außerdem haben wir auch was Ruhigeres dabei.“

So riskant ist die „Mongol-Rally“

Der Trip wird jedenfalls kein Zuckerschlecken: „Ihre Chancen, sich bei der Rallye schwer zu verletzen oder zu sterben, sind hoch. Das ist kein Urlaub. Das ist ein Abenteuer, das auch extrem riskant sein kann“, warnen die Veranstalter auf ihrer Homepage. Wir wünschen eine gute Reise und unvergessliche Erlebnisse.

Von Mirjana Cvjetkovic