Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Mensch-Hannover Pop-Art-Künstler Andora: Seine Rettung ist die Provinz
Menschen Mensch-Hannover Pop-Art-Künstler Andora: Seine Rettung ist die Provinz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 28.10.2017
VERSTEHEN SICH: Andora (links) und Harald Layenberger. Quelle: privat
Anzeige
Rodenbach

Hannover, Hamburg, Wien, Berlin und New York – das sind die Stationen von Pop-Art-Künstler Andora (59), der es eigentlich immer schön groß brauchte. So groß, dass er auch schon mal eine russische Rakete be­malte und seine Kunst auf die Reise um die Erde ge­schickt hat. Doch plötzlich ist alles anders. Andora ist geerdet, auf eine ganz be­sondere Weise – und glücklich in der Provinz von Rheinland-Pfalz gelandet.

In Rodenbach, abseits der großen Metropolen und irgendwo im Funkloch zwischen Kaiserslautern und der US-Air-Base in Ramstein, findet der Meister der bunten Bilder mit den besonderen Botschaften wieder zu sich – und nach einer langen Krisenphase auch wieder zu seiner Kunst. Der Mann, der ihm dabei geholfen hat, heißt Harald Layenberger (60), Chef der Layenberger-Gruppe, die Nahrungsergänzungsmittel für Sportler oder auch Diätprodukte herstellt.

Diese Zusammenarbeit ist einzigartig

Andora hat in dessen Un­ternehmenszentrale in Ro­denbach jetzt einen festen Platz, der Künstler sagt selbst: „Es ist wahrscheinlich das erste Mal, dass ein Künstler ein festes Atelier in einer Firma hat und dort frei und ohne Einschränkungen arbeiten kann.“ Man könnte auch sagen, die Firma Layenberger zeichnet sich in diesen Tagen durch eine besondere Unternehmenskultur aus.

Kennengelernt haben sich ihr Chef und Andora in einer Loge im Stadion des Kult-Zweitligisten Union Berlin. Layenberger ist Hauptsponsor, der Pop-Art-Künstler einer der enthusiastischen Fans. Er sei hier auf die Kunst von Andora aufmerksam geworden, habe den Künstler wenig später kennengelernt – und sich gewundert, dass die kraftvollen Bilder nicht so richtig mit dem Auftreten des Künstlers übereinstimmten. Der steckte damals nämlich in einer endlosen und kräftezehrenden juristischen Auseinandersetzung mit seinem Ex-Management um die Rechte an seiner eigenen Kunst. Außerdem hatte er sich zuvor über einen langen Zeitraum in Hannover um seine partnerschaftliche Unterstützerin Gabi Fürst gekümmert – bis sie vor wenigen Monaten ihrem Krebsleiden erlag.

„Als ich ihn gesehen habe, war mir klar: Der Mann hat nicht mehr genug Power“, so Layenberger. „Ich hab ihm gesagt: ‚Du musst hier raus, bekommst von uns die Unterstützung, die du brauchst. Und am Ende machen wir eine Ausstellung, die Teil der Feiern um unseren Umzug in die neue Unternehmenszentrale wird.’“

Andora ist der Magnet für die Mitarbeiter

Der Umzug ist für Ende Oktober geplant, groß gefeiert wird aber erst im März 2018 – auch mit Andoras Vernissage. Bis Oktober hat Andora sein Atelier noch in den alten Räumen. „Er bleibt aber wahrscheinlich noch länger bei uns und zieht mit uns um“, hofft Layenberger.

Mit seiner rettenden Idee für den Pop-Art-Künstler ist der Unternehmer zufrieden: „Der verrückte Künstler und die verrückte Kunst passen wieder zusammen, er kommt wieder auf die Beine. Und für mich ist er auch ein bisschen zum Freund geworden.“ Dabei sei ihm immer auch bewusst gewesen, dass er ein Risiko eingegangen ist: „Das hätte auch völlig in die Hose gehen können. Aber es ist optimal gelaufen. Die Mitarbeiter nehmen ihn an, eigentlich schaut ständig je­mand in den Pausen bei Andora vorbei.“

„Es ist die Stunde null für Andora“

Der Erfolg des Projektes lässt sich auch in Zahlen ausdrücken: 30 großformatige Bilder habe er seit September bereits in Rodenbach geschaffen, sagt Andora. „Vielleicht kann diese Ge­schichte ein Vorbild sein für andere Unternehmer, die Kunst fördern wollen“, meint er. Für ihn persönlich stellt es noch viel mehr dar: „Es ist die Stunde null für Andora.“

Von Zoran Pantic

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seit 15 Jahren wirbelt Friederike Rahlfes (40) in ihrem Blumengeschäft "Milles Fleurs" und macht Brautleute, Geburtstagskinder und Jubilare glücklich. Die NP hat die Floristin in der Südstadt besucht.

27.10.2017

Das erste Turnier haben sie mit zwölf Mannschaften be­stritten, heute sind locker 30 Teams dabei, wenn der Lions Club Hannover-Löwenbastion zu seinem alljährlichen Lionscup bittet. „Wir sind wirklich stolz darauf, was daraus geworden ist“, sagt Anke Fuhrmann (39) vom Club, „in diesem Jahr ist beim Turnier eine Rekordspende zusammengekommen!“

24.10.2017

In Hannover ist er Dauergast, am Donnerstag stellt Purple Schulz (61) sein neues Album „Sing des Lebens“ in der Tanzschule Step by Step vor.

24.10.2017
Anzeige