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Mensch-Hannover Pete Souza machte der Welt ein Bild von Ex-Präsident Obama
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18:48 16.04.2018
In seiner Ausstellung: Pete Souza zeigt seine Fotos noch bis Ende April in Berlin. Quelle: Cvjetkovic
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Hannover

 Nahezu jedes seiner Fotos ist ein Hingucker – viele hat man auch irgendwo schon gesehen: Den vierjährigen Jungen etwa, dem Barack Obama (56) seinen Kopf hinhält, damit der dessen präsidentschaftliche Haare befühlen kann. Die angespannten Gesichter des 44. US-Präsidenten und weiterer hochrangiger Entscheider, als sie im „Situation Room“ des Weißen Hauses den Einsatz um die Tötung von Osama bin Laden in Echtzeit über Bildschirme verfolgen.

Und er hat sie gemacht: Pete Souza (63). Während der Präsidentschaft von Obama war er Leiter des „White House Photo Office“, Cheffotograf. Das berühmte Foto im „Situation Room“ hat mittlerweile einen eigenen Wikipedia-Eintrag, es war das 210. Bild, das Souza an jenem 1. Mai im Jahr 2011 gemacht hat. Demnach also selbstverständlich, dass es dieses Stück (US-)Geschichte in den 352 Seiten starken Bildband „Obama. Bilder einer Ära“ (Prestel, 42 Euro) geschafft hat. „Es war die größte Herausforderung, die Bilderauswahl zu treffen“, gestand der Fotograf der NP am Sonntag in Berlin. Im dortigen Museum „The Kennedys“ sind noch bis zum 29. April gut drei Dutzend seiner Fotos in einer Sonderschau ausgestellt, Souza besuchte die Ausstellung, außerdem gab es eine Signierstunde, 400 Leute waren gekommen.

Souza weiß um die Beliebtheit seiner Fotos: „Es gibt sehr viel Nostalgie im Bezug auf Präsident Obama“, erzählt er. „Viele Leute sind nicht glücklich damit, was jetzt passiert. Ich habe den Eindruck, die Bilder tun etwas für das psychische Wohl.“ Dem 63-Jährigen ist es stets gut gelungen, den Spagat zwischen Nähe und Distanz zu meistern: „Das ist etwas, was ich im Laufe der Jahre gelernt habe und was mich während meiner Karriere begleitet hat – mich in einer intimen Situation wiederzufinden, aber nicht bei dem zu stören, was gerade stattfindet“, sagt der Mann, der in den acht Jahren an der Seite von Obama gut zwei Millionen Fotos gemacht hat. Zu Spitzenzeiten waren das bis zu 2000 am Tag. Souza begleitete Obama auf all seinen Trips, war im April 2016 auch in Hannover dabei! Absolutes Muss: Keine laute Kamera (Canon 5D Mark III), kein Blitz, „und im Laufe der Zeit haben sich die Leute auch daran gewöhnt, dass ich um sie herum bin.“

Souzas Frau Patti hat sich mittlerweile daran gewöhnt, dass er wieder häufiger um sie herum ist. Oft war der Cheffotograf des Präsidenten auf geheimer Mission unterwegs: „Beim dritten Mal ist meine Frau aber selbst darauf gekommen, dass wir nach Afghanistan fliegen“, berichtet er. Jetzt hat ihn die Familie – wenn er nicht gerade mit seinem Bildband auf Promotour ist – aber wieder: „Im vergangenen Jahr haben wir Weihnachten nach langem wieder gemeinsam gefeiert“, so Souza. Anstatt mit den Obamas nach Hawaii zu reisen, ging es zur Tochter nach Madison im US-Bundesstaat Wisconsin, „es war nur deutlich kälter als die Jahre zuvor.“ Er lacht. Vielleicht auch ein Lachen der Erleichterung. „Ich war müde und kaputt, der Job verlangt einem physisch und psychisch eine Menge ab“, beschreibt er seinen einzigartigen Arbeitsplatz. „Es war Zeit, eine Pause zu machen.“

Die hätte er übrigens auch eingelegt, wenn nicht Donald Trump (71) sondern Hillary Clinton (70) die Präsidentschaftswahl gewonnen hätte. Fällt einem fast schwer zu glauben, wenn man sich den Instagram-Account von Souza (1,9 Millionen Follower) ansieht: Regelmäßig postet er Fotos von Obama – sehr oft beziehen sie sich auf aktuelle Geschehnisse –, die zeigen, wie anders der sich verhalten hat.

Veräppelt er Trump so auf eine spezielle Weise? „Sagen Sie es mir“, entgegenet er mit einem Augenzwinkern. Und ergänzt nur noch: „Ich bin bei Instagram subtiler und mit Sicherheit respektvoller als andere bei Twitter.“ Ein glasklarer Seitenhieb auf Trump. Also doch ein Ausdruck seiner politischen Meinung? „Eine Form des Ausdrucks. Wenn Sie mich privat fragen würden, würde ich wahrscheinlich anders darüber reden als ich es bei Instagram mache.“

Von Mirjana Cvjetkovic

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