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Einmal Schlager, immer Schlager: Früher stand Olaf Malolepski für die Flippers am Mikrofon. Heute tourt er als Solokünstler durchs Land. Die NP traf ihn im Loretta’s. Fotos: Treblin

NP-Interview

Olaf Malolepski: „Ich bin nicht immer so akkurat frisiert“

Mit den Flippers war er jahrzehntelang erfolgreich, jetzt ist er Solokünstler: Schlagerlegende Olaf der Flipper wird am Ostersonntag 70 Jahre alt. Mit der NP sprach der Sänger über seine Karriere und seine Familie und verriet, ob seine Haarfarbe echt ist.

Hannover. Schön, Sie zu treffen!
Ich freue mich ja immer, in Hannover zu sein.

Ja?
Das letzte Mal war ich hier zur Schlager-Starparade im letzten Jahr. Das war hammermäßig. Die Hannoveraner sind die Italiener Deutschlands. (lacht)

Echt? Warum?
Weil die abgehen, die singen jedes Lied mit. Das sind einfach freundliche Leute.

Eigentlich gelten Hannoveraner doch eher als dröge.
Nein, nein! Wir waren ja auch mit den Flippers öfter hier. Die sind nicht ruhiger. Es dauert vielleicht manchmal ein bisschen länger, bis sie abgehen. Aber die sind genauso wie in Süddeutschland oder Köln. Ich sage immer: Wie man in den Wald ruft, so kommts zurück. So einfach ist das.

Ihr neues Album heißt „Du bist wie Champagner“. Was steckt dahinter?
Ein Mann spricht seine Frau oder Freundin an, du bist wie Champagner, du bist prickelnd, es kribbelt, wie wenn man Champagner trinkt. Es ist eine Liebeserklärung.

Sagen Sie Ihrer Frau das auch? Sie sind ja glücklich verheiratet.
Ich habe gerade 45-jährigen Hochzeitstag gehabt. Man braucht das Glück, dass man zusammenpasst, das weiß man ja am Anfang nicht unbedingt.

Sie haben ja relativ früh geheiratet ...
Das war so: 1967 habe ich meine Frau das erste Mal gesehen, auf
einer Tanzveranstaltung, wo ich
 gespielt habe. Und ich habe gesagt: Die heirate ich von der Stelle weg. Aber ich bin ein schüchterner Mensch, und dann hat es zwei Jahre gedauert, bis ich sie angesprochen habe. 1969 habe ich den Mut gefasst, und zwei Jahre später haben wir geheiratet. So einfach ist das, gell.

Haben Sie Tipps, wie man das macht, so lange glücklich bleiben?
Nummer eins ist die Liebe – man muss den Menschen mögen, das ist klar. Nummer zwei ist Toleranz. Nummer drei: eine lange Leine lassen. Man darf nicht aufeinandersitzen. Und Nummer vier: die vermeintlichen Fehler, die jemand hat, einfach mal ignorieren. Und Nummer fünf: Wenn man eine Meinungsverschiedenheit hat, sofort aufklären, wie es gemeint war. Nicht erst eine Woche schmollen. Man muss sofort drüber reden. Und auch wichtig: sich im Alltag einigermaßen kleiden, auf sich achten und sich nicht gehen lassen.

Ist das eigentlich Ihre echte Haarfarbe?
Nein, eine Fünf-Minuten-Terrine (lacht). Dunkelblond ist das, die Tönung trägt meine Frau alle vier Wochen auf, das ist in fünf Minuten erledigt. Ich bin auch nicht immer so akkurat frisiert. Wenn ich Sport treibe zum Beispiel, da trage ich meistens eine Mütze.

Sie werden jetzt 70 – haben Sie nie den Punkt erreicht, wo sie sagen, langsam ist mir alles zu anstrengend, ich setze mich zur Ruhe?
Nein, anstrengend ist für mich nichts, sonst würde ich aufhören. Als die Flippers 2011 aufgehört haben, habe ich mich gefragt: Soll ich jetzt auch schon aufhören? Musik ist mein Leben, mir macht das Spaß, im Studio zu arbeiten,
Lieder zu komponieren, neue Ideen zu haben, auf die Bühne zu gehen, mit Menschen zusammen zu sein. Und dann habe ich meine Frau gefragt und sie hat gesagt: Du sagst, wo es hingeht, und ich packe die Koffer. Einfach, gell?

Wie feiern Sie denn Ihren 70. Geburtstag – gibts Champagner?
Sekt gibts da, und das eine oder andere Gläschen Wein, keinen Champagner. Ich feiere am Samstag mit Weggefährten, Freunden, die mein Leben begleitet haben, teilweise fast 60 Jahre. Wir sind so 180 liebe Freunde, wir geben ein bisschen Gas und feiern rein – ich habe ja erst Ostersonntag Geburtstag.

Vermissen Sie Ihre alten Flippers-Kollegen?
Am Anfang war es schon schwer, allein auf die Bühne zu gehen. Ich habe immer in Bands gespielt. Wir waren 44 Jahre zusammen. Aber wenn ich dann raus bin auf die Bühne – die Fans nehmen einen mit offenen Armen auf, da habe ich mich schnell dran gewöhnt. Die Fans haben mich auf der Abschiedstour auch ermutigt weiterzumachen. Und meine erste Single „Tausend rote Rosen“ war gleich Gold – mehr geht nicht.

Ganz so einfach war es aber nicht immer, oder?
Wir hatten in den Sechzigern erst zwei Hits, die „Eva“, und „Sha La La I Love you“, dann habe ich geheiratet. Nach diesen Hits kam aber nochmal eine Durststrecke.
 Für die Flippers lief es erst mal nicht mehr so erfolgreich. Wir sind getingelt, waren als Cover-Band unterwegs, ich habe nebenher Tennisunterricht gegeben. Ich hatte eine Familie zu ernähren, ein Haus gebaut und deshalb Schulden, die ich abbezahlen musste. Und dann ging es 1986 mit der „Roten Sonne von Barbados“ wieder steil bergauf. Wenn es die nicht gegeben hätte, dann wäre ich jetzt wahrscheinlich pensionierter Tennistrainer.

Gibt es Momente im Leben, die Sie bereuen?
Nein. Das Größte, was ich gemacht habe, war meine Frau kennenzulernen. Wir haben zwei Kinder, den Sven und die Pia, dann habe ich zwei Enkelkinder von meinem Sohn Sven und seiner lieben Frau Hasna, die Mayla und den Yuma. Und die Musik ist nach der Familie die zweitschönste Sache der Welt.

Die Kette, die Sie tragen, ist das eine Hommage an die Flippers?
Ja, das ist ein Geschenk von einem Freund, der hat eine Schmuckfabrik. Und der hat zu meinem 50. Geburtstag vor 20 Jahren gesagt: Olaf, ich schenk dir das zum Geburtstag, weil du dich im Tennis für die Mannschaft immer so stark engagiert hast. Das ist seitdem mein Talisman.

Und seit 20 Jahren hängt der an Ihrem Hals?
Wenn ich Musik mache und unterwegs bin, immer.

Ihre Tochter Pia Malo macht ja auch Musik.
Ich finde das toll – sie geht ihren eigenen Weg, aber wir sind auch zusammen auf der Bühne. Sie hat ein tolles Album, das kommt super an. Aber natürlich geht das nicht von heute auf morgen, dass man davon leben kann. Sie ist Event-Managerin und Marketingleiterin in einer Klinik und macht die Musik als Hobby. Und wenn es dann knallt – schauen wir mal.

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