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René Thomsen

René Thomsen© Jan von Allwörden

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Neues Album "Unbroken": Thomsen lässt es krachen

Firmeninhaber und Metal-Star? Geht! Freitag kommt „Unbroken“, das zweite Album der hannoverschen Band Thomsen, auf den Markt. Dahinter steckt René Thomsen (51), der alte Recken der Szene versammelt hat.

Hannover. Als er mit der NP über den Hof des Medienzentrums hinter dem Anzeiger-Hochhaus schlendert, wird René Thomsen (51) nostalgisch: „Hier hab ich mit 17 Kisten geschleppt.“ Im Szene-Club „Rotation“ (hier stand mal die Druckerpresse von HAZ und NP-Vorgängern) jobbte er als Bühnenhelfer - Startschuss für „wilde Jahre“, in denen er vornehmlich mit Metal-Bands wie Halloween, Sinner, Ozzy Osbourne (65), Meat Loaf (66) und Guns ’n’ Roses auf Tour war.

Thomsen war als Gitarrentechniker für das „Backline“ hinter der Bühne zuständig, in den 90ern baute er mit seinen Erfahrungen ein Geschäft auf. Seine Firma „Backline Rental Service“ in Isernhagen beliefert große Tourneen, aber auch TV-Events wie den Echo („Im Frühjahr wären wir das 20. Mal dabei“) mit Instrumenten und Equipment. Und wird jetzt Thomsen vielleicht selber ein Star. „Abwarten“, sagt er und winkt bescheiden ab. Heute kommt sein zweites Album „Unbroken“ auf den Markt - klassischer Heavy Metal mit markanten Riffs, Tempo, aber auch butterzarten Refrains. Einschlägige Magazine wie „Metal Hammer“ feiern das Werk - auch wegen der musikalischen Prominenz, die der 51-Jährige versammelt hat. Zum Beispiel Helge Engelke (52) von Fair Warning, der große Teile der Texte geschrieben hat. Auf „We Made it“ singt Udo Dirkschneider (62, Accept, U.D.O.), Ex-Black-Sabbath-Drummer Vinny Appice (57) sitzt am Schlagzeug.

Thomsen kennt die Metal-Recken aus jenen wilden Jahren auf Tour. „Appice habe ich nach dem Tod von Ronnie James Dio angerufen, wir haben das Lied für ihn geschrieben“, erzählt er. Der Black-Sabbath-Sänger war 2010 mit 67 Jahren an Krebs gestorben. Das zeigt, wie lange die Arbeit am Album sich hinzog - erste Demos gab es bereits 2011, ins Studio ging es 2013. Damals noch mit Sänger Robert Soeterboek (46). Der bekam aber Stimmbandprobleme und wurde durch den Goslarer Denis Brosowski (30) ersetzt. Für zwei Tracks ging es nochmal ins Studio, der Veröffentlichungstermin wurde verschoben. „Es war ein langer Weg“, sagt der Musiker und lacht. Er hat sich nicht unterkriegen lassen: „Die Platte heißt nicht umsonst ,Unbroken‘.“

Am 28. Oktober erscheint sie auch in den USA. „Das macht mich sehr stolz“, sagt der Gitarrist. Die Namen seiner Gäste könnten der „Türöffner“ für Thomsen sein, aber auch das Genre, das er bedient. „Heavy-Metal-Fans bleiben ihrer Musikrichtung treu - und kaufen CDs“, weiß er.

Sein Traum? „Einmal in Wacken auf der Bühne stehen.“ Beim weltgrößten Heavy-Metal-Festival in der holsteinischen Provinz. Thomsens Blick verklärt sich: „Von mir aus mittags um zwölf auf der vierten Bühne ...“

6. Dezember, 20 Uhr, „Thomsen“ live im Musikzentrum (Emil-Meyer-Straße 26), Karten kosten 19 Euro.