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Gibt wieder Gas: LayZee (vorne rechts) beim Videodreh im Club 301.

Gibt wieder Gas: LayZee (vorne rechts) beim Videodreh im Club 301.© Frank Wilde

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Chartstürmer

Mr. Party-President ist zurück

In den Neunzigern stürmte er mit Mr. President die Charts, jetzt will LayZee (46) aus Hannover mit einer neuen Single durchstarten - und seine Liebste heiraten.

Hannover. Dass er ein bisschen müde ist, lässt er sich kaum anmerken: Schon seit acht Uhr morgens ist LayZee (46) im Club 301 an der Podbi, um das Video für seine neue Single„Tonight“ zu drehen, die er mit dem „Popstars“-Sieger Cristóbal Gálvez Moreno (25) aufgenommen hat. Jetzt, am frühen Abend, fehlen nur noch Disko-Szenen mit den Tänzerinnen, LayZee lässt sich auf einen Barhocker fallen und lächelt breit: „Jetzt habe ich Feierabend.“

LayZee, ist das nicht der von ...? Ja genau: Mr. President. Mit seinem Bruder Errol war der Mann, der mit richtigem Namen Delroy Ren-nalls heißt, Ende der 1980er aus England nach Hannovergekommen, beide stiegen indie Musikszene ein. Errol wurde Produzent von Mousse T., Delroy - eigentlich auch eher Produzent - stieg als Rapper bei Mr. President ein. 1996 hatte die Gruppe ihren größten Hit: „Coco Jamboo“, 2007 kam die Trennung. Seitdem arbeitet LayZee an seiner eigenen Musik.

Er hat viel zu tun im Moment: Die Single soll im Februar erscheinen. Sie ist schon die zweite Auskopplung aus dem neuen Album, das für Frühjahr geplant ist. Die erste Single, „Summertime 2012“ mit LayZees Entdeckung, Sänger Kendrick, hält sich seit Monaten in den DJ-Charts. Mit der guatemaltekischen Sängerin Fabiola Roudha landete er Hits in Südamerika, mit der ukrainischen Girlgroup Mirami eroberte er Osteuropa.

Und dann kommt noch der 90er-Jahre-Retro-Boom dazu: Im letzten Jahr machte LayZee eine spontane Tour. „Für Partys werde ich gerade angefragt ohne Ende, das finde ich richtig geil. Da habe ich das Gefühl, wieder cool zu sein“, erzählt er mit englischem Akzent und funkelnden Augen. Wenn er aber sagen soll, ob Mr. President für seine heutige Karriere eher Fluch oder Segen war, wird er doch etwas nachdenklich. „Ich neige eher zu Segen“, sagt er. Denn dadurch könne er heute „viele Sachen machen, auch wenn ich im Rahmen etwas eingeschränkt bin“.

Mit seinem Image habe er sich mittlerweile angefreundet: „Ich bin nicht cool. Und man kann nicht cool werden, man ist es oder eben nicht.“ Mit cool meint er auch, ein großer DJ in der Szene zu sein, Musik für Kenner zu machen: „Mr. President, das war Mainstream - keine Entschuldigung. Wir haben das gemacht, was die Radios spielten, wir haben nach Formel gearbeitet.“ Ein bisschen macht er das auch heute noch, gibt er zu: „Mit meinem Produzenten Jens Fröhlich versuche ich, eine Mischung aus jetzt und den Neunzigern zu finden.“

Über sein Alter redet der Südstädter übrigens nicht gern: „Schätz mal und dann lege zehn Jahre drauf“, sagt er verschmitzt. Mit seiner Lebensgefährtin Mercedes (46) lebt er schon seit 15 Jahren zusammen, sie haben zwei Kinder: Joel (12) und Natalia (8). Bald wollen sie endlich heiraten - einen Termin gibt es zwar noch nicht, aber wo die Flitterwochen hingehen sollen, steht längst fest: „Nach Jamaika, zu meiner Mutter.“