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Mensch-Hannover Mirja du Mont: „Ich will auch aufrütteln“
Menschen Mensch-Hannover Mirja du Mont: „Ich will auch aufrütteln“
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17:43 05.09.2017
Model Mirja Du Mont und Schauspieler Jo Weil. Quelle: RTL
Hannover

Auf einer Skala von ein bis zehn – wie schlimm ist der Muskelkater?

Zeeeehn (lacht)! Mir haben zweieinhalb Wochen ganz doll die Knie und die Fußgelenke weh getan. Wenn man jeden Tag acht Stunden trainiert und vorher nichts gemacht hat, dann ist das von Null auf Hochleistungssport. Ich hab natürlich mit 14 einen Tanzkurs gemacht. Aber es bringt keinen Vorteil, wenn man weiß, wie ein Walzer funktioniert. Es geht ja darum, Musikvideos nachzutanzen.

Zieht es Sie denn in Clubs auf die Tanzfläche?

Unbedingt. Ich dachte immer, ich könnte gut tanzen – bis ich bei „Dance Dance Dance“ angefangen habe. Ich bin ein Elektromädchen! Loveparade, Dr. Motte und Westbam – das war mein Ding. Ich bin ein großer Michael-Jackson-Fan, war mit elf Jahren auf einem seiner Konzerte. Und in mein Gedächtnis hat sich „Rhythm Nation“ von Janet Jackson eingebrannt. Auf meine Wunschliste für die Show habe ich das auch geschrieben, außerdem Missy Elliott. Es ist leider nichts davon geworden, ich musste mich mit ganz anderen Musikrichtungen auseinandersetzen. Das war die größte Herausforderung: Zu einem Song tanzen, der nicht dein Lieblingssong ist, und trotzdem positiv und mit Elan rüberkommen.

Wie hat es denn mit Tanzpartner Jo Weil geklappt?

Jo und ich haben zusammen „Verbotene Liebe“ gedreht, kennen uns auch von Modeljob. Wir hätten uns keine besseren Tanzpartner wünschen können, die Chemie stimmt. Uns kann so schnell keiner trennen, wir sind ein Mega-Team.

Was halten Sie denn von den Konkurrenten?

Oh, da sind dieses Jahr viele Profis dabei. Hätte ich das gewusst, hätte ich es mir vielleicht noch mal überlegt. Es ist halt schon eine andere Nummer, wenn nicht alle bei Null starten, sondern manche schon eine Basis haben. Sandy Mölling und Bahar Kizil sind dank ihrer „Popstars“-Erfahrung richtig gut. „DSDS“-Sieger Luca Hänni hat eine tolle Ausstrahlung – er könnte ein neuer Justin Bieber sein. Marc Eggers ist Profi-Breakdancer, das ist ’ne Ansage (seufzt).

Ich an Ihrer Stelle hätte Angst vor den Turnern Marcel Nguyen und Andreas Brettschneider!

Stimmt, bei der letzten Staffel haben ja auch die Sportler gewonnen. Die haben Körperbeherrschung und sind von klein auf daran gewöhnt, vor Publikum aufzutreten und Höchstleistungen zu bringen.

Vor welchem Juror hatten Sie am meisten Respekt?

Cale Kalay! Er guckt immer so, dass man denkt, jetzt ist gleich alles zu Ende. Ich ziehe auch den Hut vor DJ Bobo – er macht nicht meine Musik, aber das Tanzen hat er groß gemacht, er ist ein Vorreiter.

Für das ZDF haben Sie 2013 die Doku „Auf der Flucht“ gemacht. Denken Sie noch daran zurück?

Immer! Neulich entschuldigte sich jemand bei mir für einen schmuddeligen Backstagebereich in einem Studio. Aber ich habe in Rom auf dem Bahnhof mit Flüchtlingen auf einer Pappe geschlafen. Die Erfahrungen von damals haben einen langen Nachhall bei mir. Das war das tollste Projekt, an dem ich je teilgenommen habe.

Aber es war damals umstritten.

Das ZDF ahnte, dass man mit dem Format anecken würde. Doch die Flüchtlingskrise wurde danach noch viel größer. Ich mache kein Fernsehen, um jedem zu gefallen, ich will auch aufrütteln. Es war ein echtes Projekt, mit echtem Menschen und echten Situationen. Dafür gab es den Deutschen Fernsehpreis, wir haben also Recht behalten. Für mich war es eine tolle Erfahrung. Man kommt zurück auf den Teppich und erkennt, dass es eine große Glückssache ist, wo man geboren wird.

Im Januar hat Ihr Look bei der Fashion Week Aufsehen erregt. Wie ist Ihr Styling aktuell?

Wie immer (lacht). Sportlich, rockig, meine neue Kollektion für Channel 21 wird auch so. Mein Look hat sich eigentlich nie verändert, aber auf dem Roten Teppich wird nun mal ein Abendkleid verlangt. Und für die Fashion Week darf man ja mal eine Woche über die Stränge schlagen, oder? Rosa gekalkte Haare, dunkler Lippenstift – das waren die Trends. Da wurde natürlich gleich viel in Sachen Midlife-Crisis reininterpretiert ...

Die Trennung von Sky du Mont liegt ein Jahr zurück, die Scheidung ist durch. Ist es ein gutes Gefühl, beruflich auf eigenen Beinen zu stehen?

Ja, man fühlt seinen Wert, wenn man sein eigenes Geld verdient. Das ist auch meine Botschaft an viele Damen, die den Neuanfang nicht wagen: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Und das Patchwork-Modell funktioniert?

Es läuft vorbildlich, wir sprechen uns mit den Kalendern genau ab. Den Schuh zieh ich mir auch nicht an, wenn Gerüchte kursieren, dass das doch gar nicht so perfekt sein könne. Da höre ich einfach drüber hinweg!

Sind sie für Channel 21 eigentlich öfter in Hannover?

Meine Eltern wohnen hier, viele gute Freunde auch – das ist für mich immer wie Heimat. Ich hatte gerade Sendung auf Channel 21 und geh jetzt noch eine Runde mit meiner Mutter shoppen in der City!

Von Andrea Tratner

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