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Michaela Schupp.

Michaela Schupp.
© Petrow

Schokoladen-Liebhaberin

Michaela Schupp zeigt die süßen Seiten des Septembers

Ihre Mission ist zuckersüß: „Hannover soll Hauptstadt der Schokolade werden“, fordert Michaela Schupp (54). Für diesen Traum tut die gebürtige Heidelbergerin alles und lädt in einer Woche wieder zum Schokoladen-Gourmet-Festival auf den Hainholzer Helmkehof. Hier ist auch der Sitz ihres Online-Handels „Chocolats-de-luxe“.

Hannover. Für Schupp ist Schokolade das edelste aller Genussmittel, auf ihre 50 Gramm täglich würde sie niemals verzichten: „Dafür würde ich sofort jeden Schluck Alkohol opfern oder zur Vegetarierin werden.“

Dabei war Schokolade lange nur eine süße Begleiterin in Schupps Leben. Die studierte Betriebswirtin arbeitete sich von der Hotelfachfrau zur Einkaufsleiterin riesiger Wirtschaftskonzerne hoch, machte Karriere bei der Compass Group – das Cateringunternehmen beschäftigt weltweit rund 500 000 Mitarbeiter und vertreibt jährlich vier Milliarden Mahlzeiten. Trotzdem: Der Traum, sich auch beruflich der Schokolade zu widmen, wuchs von Jahr zu Jahr. 2005, Schupp lebte in Heidelberg und pendelte als Interimsmanagerin nach Hannover, gründete sie ihren Schokoladen-Onlineversand. „Und zwar auf 120 Quadratmetern im Keller des Hauses einer Freundin, da war vorher eine Saunalandschaft gewesen“, erinnert sie sich und lacht.

Jahrelang pendelte sie, bis sie genug hatte: 2011 zog sie nach Hannover, fand die Räumlichkeiten im Helmkehof. Ein Schokoladengeschäft mit festen Öffnungszeiten zu eröffnen, war nie der Plan. „Man ist abhängig vom Standort, muss gutes Personal finden und trotzdem ständig da sein“, zählt die 54-Jährige auf.

„Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort“

War es anfangs ihr Plan gewesen, sich auf gesunde Schokolade zu spezialisieren („das ging gar nicht, die schmeckt fürchterlich nach Süßstoff“), entdeckte Schupp schnell besonders edle Sorten als lohnendes Geschäft. Sie besuchte Schokoladenmessen in Paris und London und traf Martin Christy, den Direktor der International Chocolate Awards. Ein Star in der Szene. „Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, sagt Michaela Schupp heute. Denn Christy war auf der Suche nach jemandem, der den jährlichen Schokoladenpreis für Deutschland, Schweiz und Österreich ausrichten würde, Schupp bekam den Zuschlag. Rund 40 Chocolatiers schicken für diesen Award ihre Produkte in Kühlboxen nach Hannover, eine Jury bewertete die Qualität und wird am kommenden Freitag auf dem Schoko-Festival wieder Medaillen in 17 Kategorien verleihen. „Ein Highlight der Veranstaltung“, schwärmt Schupp.

Das Schokofestival ist in Hannover angekommen, seine Erfinderin ebenfalls. Mit ihrem Partner, dem Grafiker und Bruchmeister Thorald Abramowski (53), lebt sie in der List. „Durch ihn habe ich vieles von der Stadt erfahren, das half dabei, Hannoveranerin zu werden“, sagt sie schmunzelnd. Abramowski betreibt einen Lüttje-Lage-Onlineversand, teilt aber auch die Leidenschaft seiner Partnerin: Zusammen gaben sie eine mit Lüttje Lage gefüllte Schokolade in Auftrag, die zwei Goldmedaillen abräumte.

Das Festival ist ohne Frage ein Höhepunkt im Jahr, doch Schupp arbeitet auch darüber hinaus an ihrem Traum, Hannover zur Schokoladen-Hauptstadt zu machen: „Ich bin dabei, einen Schokoladen-Club zu gründen, das gibt’s ja auch für Wein und Whiskey.“ Gemeinsam Schokolade probieren, Aromen dokumentieren, Know How weitergeben – darum soll es in dem Club gehen. Es wird nicht die letzte süße Idee von Michaela Schupp sein.

Von Julia Braun


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