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Mensch-Hannover Michael Lohmann - Kultstätte Capitol wird 30
Menschen Mensch-Hannover Michael Lohmann - Kultstätte Capitol wird 30
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00:15 01.10.2016
SEIN HERZ HÄNGT AM CAPITOL: Michael Lohmann erlebte mit dem Laden „Höhen und Tiefen, schlecht, gut und sehr gut verkaufte Konzerte“: Er freut sich sehr darüber, dass sein Team das auch mitlebt. Quelle: Rainer Droese
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30 Jahre. Eine lange Zeit. Die wenigsten Ehen halten so lange, die wenigsten Menschen arbeiten drei Jahrzehnte für eine Firma, und an niemandem gehen so viele Jahre spurlos vorüber. Das Capitol hat diese magische Zahl geknackt, den Lindener Laden gibts nun seit 30 Jahren –Capi-Gänger und die kultige Kino-, Club- und Konzertstätte feiern quasi Perlenhochzeit.

Es war mit der Perle am Schwarzen Bären aber nicht immer leicht: „Wir waren zweimal drauf und dran, das Capitol dichtzumachen“, erinnert sich Betreiber Michael Lohmann (64). Zuletzt stand die Zukunft vor etwa fünf Jahren auf der Kippe. „Es war richtig, es nicht zu tun“, resümiert er heute. Vier Millionen Besucher der gut 5000 Veranstaltungen, davon 2700 Konzerte und 2300 Partys, werden es ihm auch sicher danken.

An einige Events muss Lohmann noch denken, etwa an das Konzert von Roger Taylor (67), dem Schlagzeuger von Queen: „Das dürfte der größte Flop der Capitol-Geschichte gewesen sein. 22 Besucher – aber eine geile Show“, so der 64-Jährige. Nach dem Gig holte Lohmann ein Tablett voll Bier, brachte es in die Garderobe und bedankte sich. „Zwei Wochen später spielten Genesis im Stadion“, erzählt er weiter, „da kam der Bandmanager auf mich zu und sagte: ‚Danke fürs Bier von neulich.?“ Er war auch der Manager von Roger Taylor ... Höflichkeit bleibt eben hängen.

Viele Künstler und Superstars wie Phil Collins (65) haben nach Konzerten in Swiss-Life-Hall und Tui-Arena im Capitol gern ihre After-Show-Partys gefeiert, „da ging es teilweise schon sehr wild zu“. Mehr lässt sich Lohmann nicht entlocken, jedenfalls nicht mit Namensnennung: „Ein Künstler war mal so unzufrieden mit seinem Auftritt, dass er anschließend Pizza an die Garderobenwand geklatscht hat. Die Renovierung durfte er dann schön selbst bezahlen.“

Apropos: Die Capitol-Macher haben in den Laden immer wieder mal ordentlich investiert. 1986 steckten sie gut 1,6 Millionen Mark in den Umbau. „Und die neue Zapfanlage hat auch 12 000 Euro gekostet“, weiß Lohmann. Darüber dürfte er selbst sich auch freuen, er trinkt ja auch gern mal ein frisch gezapftes Pilsettchen. „Schöne Abende hatten wir öfter“, sagt er und lacht. Das Capitol ist jedenfalls eine „Herzensangelegenheit, denn reich wird man damit nicht“. Es ist aber für die Stadt eine Bereicherung, die am Freitag – mit geladenen Gästen – ordentlich gefeiert wird. Und wer Lohmann kennt, weiß, dass das keine popelige Party wird. Wir bleiben dran und werden berichten.

INFO

Diese Liste liest sich wie das Who-is-who der Musikgeschichte. Und alle haben mal im Capitol auf der Bühne gestanden – manche sogar mehrfach! B.B. King, Willie Nelson, James Brown, Jerry Lee Lewis, Bo Diddley, Joan Baez, Peter Green, Jeff Beck und die Kinks. Auch deutsche Bands machten die Hütte voll: Bap, Seeed, die Ärzte, Nina Hagen, Jan Delay, Westernhagen auf Clubtour, Xavier Naidoo, Sportfreunde Stiller, Heino, Heinz Rudolf Kunze, Fury in the Slaughterhouse. Außerdem waren Robbie Williams, Backstreet Boys, Simple Minds, Radiohead, Blur, Pulp, Kaiser Chiefs, Kooks, David Byrne, Babyshambles, Morissey, Joe Jackson, Billy Talent, Bush, Dave Matthews Band, Red Hot Chili Peppers, Gary Moore, Joe Bonamassa, Jeff Healey, Paco de Lucia dort.

Sie kommen bald: Schramme 11 (heute Abend!), Disco Boys (2. 10.), Birdy (3.?10.), Blues Pills (5. 10.), Tarja (7. 10.), Heinz Rudolf Kunze (12. 10.), New Model Army (20. 10.). Karten in allen NP-Ticket-Shops. www.hannover-concerts.de

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