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Mensch-Hannover Mentalmagier Timothy Trust liest im GOP Gedanken
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10:30 20.11.2017
ZAUBERER IN ZIVIL: Auf der Bühne des GOP trägt Timothy Trust Zylinder. Quelle: Rainer_Droese
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Hannover

Bei dieser Nummer geht im GOP-Varieté ein Raunen durch die Reihen: Magier Timothy Trust (46) bittet Zuschauer, Gegenstände in die Hand zu nehmen und hochzuhalten, seine Partnerin Diamond Diaz (27) steht mit verbundenen Augen auf der Bühne – und erkennt Taschentücher, Autoschlüssel, Kugelschreiber, einen angebissenen Apfel, sie kann aus zehn Metern Entfernung die Personalausweisnummer eines Mannes aufsagen und identifiziert das „Star Wars“-Lichtschwert eines kleinen Jungen. Wie das geht? „Gedankenlesen ist eine Form von Kommunikation“, sagt der Mann mit dem Zylinder im NP-Gespräch geheimnisvoll.

„Es geht um Vertrauen“

Ein Geheimnis würde er auch gerne aus seinem wahren Namen machen, den man aber (noch) mit Leichtigkeit googeln kann: Felix Hollatz aus Berlin verzaubert die GOP-Besucher als Timothy Trust. Trust wie Vertrauen. „Darum geht es ja bei der Zauberei“, sagt der 46-Jährige und verweist auf die Konkurrenten „Ehrlich Brothers“.

MANN MIT ZYLINDER: Timothy Trust und seine Partnerin Diamond haben Stil. Quelle: GOP

Den Zylinder trägt er auf der Bühne, weil er klassische Zauberer verehrt. So wie Igor Jedlin (84), den seine Eltern zu seinem sechsten Geburtstag engagiert hatten. Der Grundschüler war fasziniert. „An meinem siebten Geburtstag habe ich schon selber gezaubert – mit angeklebten Schnurrbart und meiner Schwester als Assistentin“, erinnert er sich.

Trust zeigt Tricks, wo immer er kann, „die Magie war aber nur eine Leidenschaft“. Neben der Schulkarriere auf dem humanistischen Gymnasium (mit Latein, Griechisch und Hebräisch). Neben dem Jurastudium („Prädikatsexamen mit Minimalaufwand“).

Mit Sascha Grammel ist er einer der „Zauderer“

Mit 26 fühlt sich der Berliner aber zu jung, um als Anwalt zu arbeiten. Mit seinen Freunden Sascha Grammel (43) und Martin Sierp ist er da schon jahrelang als „Die Zauderer“ auf Bühnen unterwegs, bei der deutschen Zaubermeisterschaft 1996 in Dresden belegen sie den zweiten Platz – „wer vor anderen Zauberern gewinnt, hat alles richtig gemacht“, findet er. Und wagt das Abenteuer.

VIELE TALENTE: Bauchredner ist Timothy Trust auch noch. Quelle: Philipp Von Ditfurth

„Auf die harte Tour“, wie er freimütig gesteht. „Die Erkenntnis geht über das Machen. Ich bin zum Teil sogar auf die Straße gegangen, um zu üben.“ Auf den kanarischen Inseln kämpft er während eines Hotel-Engagements mit schwierigen Bedingungen und dem Publikum. „Ich war nicht locker genug“, weiß Trust heute. Also setzt er ein dreiviertel Jahr aus, arbeitet als Wassersportlehrer auf den Malediven. „Da habe ich mir den indischen Akzent abgeschaut“, erzählt er strahlend.

Den präsentiert er jeden Abend beim Finale der „Trust me“-Show im GOP – eine rasante Tanz- und Spaßnummer mit einprägsamer Bollywood-Musik und einem bunten Strauß an Klischees, mit denen er aber nicht in die Diskriminierungs-Falle tappen will. „Ich habe die Nummer mal auf einem amerikanischen Kreuzfahrschiff gebracht. In der ersten Reihe saßen Inder – die Männer mit Turban, die Frauen in bunten Gewändern. Und sie hatten Spaß dabei.“

BOLLYWOOD-FINALE: Timothy Trust (Mitte) im indischen Gewand, das Ensemble tanzt mit. Quelle: GOP/Alexander Dacos

Timothy Trust geht es um das Lachen in den Gesichtern der Zuschauer. „Zauberei ohne Humor ist schwierig“, findet er, obwohl er seine Partnerin Diamond in einer anderen Nummer in einen Pappkarton klettern lässt und ein Dutzend Säbel hineinsticht – ein Klassiker. „Eine Abfolge von Handlungen, der Effekt entsteht im Kopf des Betrachters“, sagt er nüchtern. In Sachen „Manipulation“ (zum Beispiel Spielkarten verschwinden lassen) habe er wenig zu bieten, seine Stärke sei die Mentalmagie – aber auch da ist Routine gefragt, im Europapark Rust spielte das Duo 500 Shows im Jahr. Trotzdem: „Es macht Spaß, den Clown in mir zu finden“, sagt Trust. Denn Zauberer würden vom Publikum verehrt. „Clowns werden geliebt.“

Die Show „Trust me“läuft bis 7. Januar

„Trust me“ läuft bis 7. Januar dienstags bis sonntags. Karten für 15 bis 44 Euro gibt es im GOP (Georgstraße 36). Tickets gibt es auch in den NP-Ticktshops.

Von Andrea Tratner

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