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© Max Mutzke

Interview

Max Mutzke: „Ich war immer der Klassenkasper“

Max Mutzke im NP-Interview

Hannover. Herr Mutzke, Sie sind nach Hannover zurückgekehrt, saßen gerade in der Talkshow von Bettina Tietjen und Alexander Bommes. Kommen da Erinnerungen hoch?

Und was für welche. Vor allem eine geniale Geschichte bei einem Friseur.

Dann mal los!

Das war im Januar 2016. Irgendwie habe ich mehr Zeit in der Stadt verbracht, als ich dachte. Jedenfalls bin ich zu einem Friseur gegangen, der mir die Haare gemacht hat. Irgendwann fragt er mich, ob ich Tee möchte oder vielleicht einen Kaffee. Dann bot er mir Apfelblütentee an, er hätte eine eigene Plantage. Dann hatte er auch noch Kuchen im Angebot, den er selbst gebacken hätte. Ich sagte nur: Ist klar. Sagt er: Frag meine Frau. Die hat es bestätigt.

Lustiger Friseurbesuch.

Es kommt noch besser! Als er dann mit der Frisur fertig war, fing er an, meinen Kopf zu massieren, dann meinen Hals, er nahm sich Massage-öl und massierte schließlich meinen Rücken. Ich dachte irgendwann nur: Wo bin ich hier gelandet? Der Friseur versicherte mir, dass er das immer so macht. Das war total lustig. Und ich gehe da jetzt immer hin.

Also empfehlenswert?

Total! Ich habe den tatsächlich Musikerkollegen weiterempfohlen. Die rufen dann immer an und fragen nur: Rate mal, wo ich gerade bin?

Sie waren ja so viel in Hannover, weil Sie mit der NDR Radiophilharmonie geprobt haben. Wie kam es eigentlich zu der Zusammenarbeit?

Die Anfrage kam etwa anderthalb Jahre bevor wir überhaupt losgelegt haben. Ich habe mich schließlich mit Enrique Ugarte, dem Arrangeur, getroffen, und erst nachdem wir uns mehrfach ausgetauscht hatten, ist mir das Ausmaß dieser Geschichte so langsam bewusst geworden. Ich war ganz stolz, dass so viele Leute mit meinen Songs beschäftigt waren.

Normalerweise spielt man als Musiker mit so drei, vier, fünf Leuten in einer Band. Sie hingegen haben mit 80 gespielt. Was war das für ein Gefühl?

Das war wirklich sehr cool. Vor allem sind wir uns mit Respekt und auf Augenhöhe begegnet. Ich hatte Glück, dass ich meine Jungs (seine Band Monopunk, die Red.) mitnehmen konnte. Es ist uns gut gelungen, die ernste Musik, wie die klassische es ja ist, mit Unterhaltungsmusik zu kombinieren. Wir haben mit Musikern gespielt, die auf ernste Musik geeicht sind, Monopunk ist ein R’n’ B-Trio, das galt es zu vereinen. Es war eine echt geile Erfahrung.

Die werden sie am 11. April in der Hamburger Elbphilharmonie mit ganz vielen Leuten teilen.

Es macht mich total stolz, so kurz nach der Eröffnung dort aufzutreten. Mich beeindrucken solche Säle immer sehr, ich bin schon sehr gespannt. Eine unglaubliche Ehre, ein ganzes Konzert mit der NDR Radiophilharmonie und eigenen Songs dort zu spielen.

Sie switchen immer zwischen englisch und deutsch. Welche Sprache liegt Ihnen mehr?

Ich werde immer gefragt, ob ich mich nicht entscheiden will. Und ich habe mich vor vielen Jahren entschieden, dass ich mich nicht entscheide. Das ist ja wie mit dem Lieblingsessen: Am dritten Tag ist es nicht mehr so spannend, wie an den ersten beiden. Deshalb ist es schön, mal Pizza, mal Döner und mal einen Salat zu essen. So geht es mir mit den Sprachen.

Und welchen Unterschied spüren Sie da nun?

Im Englischen ist der Klang der Stimme ganz anders. Das Wort Love klingt ganz anders, als wenn ich das Wort Liebe singe. Mir gefällt der Klang des Englischen sehr. Und im Deutschen ist die Übermittlung des Textes wichtig, da spürst Du jedes Wort, das Du singst. Es sind einfach zwei unterschiedliche Reize. Ich wechsele mich ab, so wie ich in den Genres hin- und herspringe. Das ist großes Glück, dass ich das kann.

Sie haben mal erzählt, dass sie als Kind ziemlich zappelig waren.

Das bin ich heute noch, auch auf der Bühne. Dort bin ich eigentlich immer von ganz rechts nach ganz links unterwegs, verharre nicht an einer Stelle. Eigentlich bin ich das Gegenteil von dem, als ich angefangen habe. Ich war immer der Klassenkasper, bin aus der ersten Klasse und dem Musikunterricht geflogen. Lehrer haben meine Eltern angerufen und moniert, dass der Junge ja nicht eine Sekunde still sitzen kann. Auf der Bühne kommt das heute ganz gut rüber. Das schafft enorme Energie – wenn man sie denn kanalisieren kann.

Wie ist das mit Ihren eigenen Kindern: Sind die auch so zappelig?

Die lassen sich schon sehr von mir inspirieren (lacht). Bei uns geht es ziemlich raufboldig zu, ich bin ein sehr körperlicher Mensch. Ich liebe es, meine Kinder rumzuwerfen und hochzuschmeißen. Mir macht das total Spaß, und sie genießen es auch sehr. Ich mag das Aufgedrehte. Mir ist übrigens aufgefallen, dass die Jungs und Mädels, die früher auch so waren, später im Leben immer richtig coole, abgefahrene Sachen gemacht haben.

Von Mirjana Cvjetkovic

Hannover

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