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Mensch-Hannover Maite Kelly: „Ich nehme das Leben ernst“
Menschen Mensch-Hannover Maite Kelly: „Ich nehme das Leben ernst“
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16:59 12.03.2019
Maite Kelly Quelle: Edith Held
Hannover

Sie ist eine der erfolgreichsten deutschen Schlagersängerinnen: Maite Kelly (39). Am 30. März tritt sie in der Swiss Life Hall auf. Die NP sprach mit der Sängerin, die als zweitjüngstes Kind der Kelly Family schon in ihrer Kindheit Karriere machte.

Was ist mit den Kellys los? John wird Zweiter bei „Dancing on Ice“, Patricia macht mit bei der „Promi Shopping Queen“, Joey bei „Schlag den Star“, Michael Patrick bei „The Voice of Germany“, Angelo ist mit seiner eigenen Familie auf Tour, einige Ihrer Geschwister haben ein Comeback als Kelly Family gestartet. Und bei Ihrer neuen Tour sind die Hallen noch einmal größer als bei der Vorgängertour. Ist das der zweite Kelly-Frühling?

Ha (lacht fröhlich)! Das ist nicht abgesprochen. Aber es ist wunderschön zu sehen, dass die anderen auch so einen Erfolg haben. Wir simsen uns fast täglich, Familie ist mir sehr, sehr wichtig. Und ich könnte meinen Erfolg nicht so genießen, wenn es den anderen nicht so gut ginge wie jetzt.

Wie kommt es, dass so viel los ist rund um die Kellys?

Hmm, sicher war der Tod unseres Vaters ein krasser Einschnitt.

Dan Kelly hat die Band gegründet und groß gemacht, er ist unter anderem dafür kritisiert worden, dass die Kinder der Kelly Family keine Schule besuchten, sondern von ihm privat unterrichtet worden sind. 2002 ist er in Köln gestorben.

Und du kannst dann nicht vom einen auf den anderen Tag einfach so weiter machen. Du musst einen neuen Weg finden. Jeder Weg braucht aber seine Zeit. Vielleicht brauchten wir alle Zeit. Nach dem Tod meines Vaters hatte ich erst einmal eine Identitätskrise. Ich hatte keine andere Wahl, ich wollte, ich musste zurück auf die Bühne. Aber ich habe mir nie vorstellen können, alleine auf die Bühne zu gehen. Die Idee war mir ein Grauen. Aber dann hat der liebe Gott mich ausgetrickst. So gesehen, ist es sehr ironisch, dass ich solo nun solch einen Erfolg habe. Es ergibt überhaupt keinen Sinn, und zugleich war selten etwas so sinnvoll für mich.

Warum haben Sie sich für Schlager entschieden?

Im Grunde komme ich aus dem Schlager. Der hat mich durch meine Kindheit begleitet. Schlager und Disco. Donna Summer, Björk – die haben mich durch meine Teenagerzeit gerettet. Und wir Kellys sind ja immer in den Sendungen aufgetreten, zu denen auch Udo Jürgens oder Nana Mouskouri kamen. Die habe ich alle als Kind erlebt, das hat mich infiziert. Genauso wie Abba. Ich finde, Schlager ist eine Drama-Music, das liebe ich. Musik und Show und Gefühl. Im Grunde waren wir Kellys ja selbst so etwas wie es heute der Santiano-Schlager ist.

In „Mit dir hätt ich zum Leben Ja gesagt“ beschäftigen Sie sich mit Trauer, die Sie als Kind schon früh kennengelernt haben: Ihre Mutter starb, als Sie zwei Jahre alt waren. „Die Liebe siegt sowieso“ handelt, na klar, von der Liebe. Und das, nachdem Sie sich selbst nach zwölf Jahren Ehe hatten scheiden lassen. Schwere Themen. Man kann es sich auch leichter machen.

Klar, kann man es sich im Leben einfach machen. Aber ich bin nicht fürs Melodramatische. Ich nehme das Leben wie es ist, nehme es mit Humor. Ich bin hochsensibel, ich nehme das Leben ernst. Aber nicht zu ernst (lacht).

Klingt, als seien Sie die Philosophin unter den Kellys.

Philosophisch mag ich’s, ja. Ich finde aber auch, man macht sich etwas vor, wenn man meint, das Leben tut einem nie weh. Das Leben wird dir irgendwann weh tun. Aber die Herausforderung ist, den Sinn darin zu erkennen. Das macht dich stark.

Hat Hannover Sie in irgendeiner Weise stark gemacht? Sie haben mit Ihrem Hausboot immerhin anderthalb Jahre am Mittellandkanal vor Anker gelegen.

Ich glaube, die Stadt selbst ist irgendwie stärker geworden, sie hat an Selbstbewusstsein gewonnen. Ich höre in jüngster Zeit immer mehr Leute sagen: Warum soll ich nach Berlin gehen? Hannover ist doch auch schön. Das hat die Stadt wirklich verdient, denn sie hat viele schöne Seiten.

Von Verena Koll

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