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VOR DEM GOP: Thomas Fröschle zeigt sich der NP in ganz privatem Outfit. Kartentricks klappen auchmit Mütze auf dem Kopf.

VOR DEM GOP: Thomas Fröschle zeigt sich der NP in ganz privatem Outfit. Kartentricks klappen auch mit Mütze auf dem Kopf.© Emre Yaylagülü

NP-Interview

Magier Topas: "Wir Zauberer sind die ehrlichsten Betrüger"

Der Magier Topas ist weltweit auf Bühnen unterwegs. Bis zum 24. Mai moderiert der Stuttgarter die Show „Zauberhaft“ im GOP. Im Interview mit NP-Mitarbeiter Tobias Welz sprach er über Rahmschnitzel, riskante Tricks und sein Deutsch-Studium.

Sie sind zweifacher Weltmeister der Manipulation. Muss man sich in Ihrer Gegenwart immer vorsehen?
Nein, wir Zauberer sind die ehrlichsten Betrüger, die es gibt. Außerdem bin ich auch kein großer Streiche-Spieler. Selbst am 1. April ist man bei mir sicher.

Den zweiten Weltmeistertitel gab es 1991, wieso ist das so lange her?
Ich habe nur in meiner Anfangszeit an vielen Wettbewerben teilgenommen. Mittlerweile mache ich am liebsten Theater-Shows, in denen ich Zauberkunst und Comedy kombiniere. Ich lasse also nicht nur Sachen erscheinen oder verschwinden, sondern spiele auch verschiedene Typen und trage Texte vor. Außerdem gabs in der Zwischenzeit andere Auszeichnungen. Magier des Jahres 2010, Illusionist des Jahres 2004 und ein paar Preise als Stand-up-Comedian.

Sie können also auch noch Dinge wegzaubern?
Klar. Am liebsten Schokolade oder Rahmschnitzel.

Was ist mit größeren Dingen?
Familienmitglieder vielleicht? Geht auch. Oder den Vermieter ... Aber im Ernst: Ja, ich kann Dinge wegzaubern. Und ich suche ständig nach neuen Sachen, die ich verschwinden lassen könnte. Irgendwelche Kunststücke, die noch keiner gemacht hat.

Würden Sie gern mal irgendeinen Prominenten wegzaubern?
Ach, ich bin für Promis ungefährlich. Aber Dieter Bohlen könnte ich vielleicht wirklich mal verschwinden lassen.

Gibt es denn auch jemanden, den Sie gern mal herzaubern würden?
Ja, sicher. Heidis letzte Topmodel-Truppe. Ich Chauvi (lacht).

Til Schweiger war mal Ihr Zauberlehrling?
Stimmt. „Der große Bagarozy“ hieß der Film. Til wollte lernen, wie man eine Jungfrau schweben lässt.

Wie hat er sich angestellt?
Richtig gut. Ich fand es beeindruckend, wie er als Filmschauspieler arbeitet. Beim Drehen gibt es immer lange Pausen, bis das Licht neu aufgebaut ist. Der Schauspieler wartet ewig, und plötzlich kommt der Moment, wo er spielen muss. Til stellte sich hin, sagte seinen Satz perfekt - und alles war im Kasten. Er hat sehr wenig Versuche gebraucht. Und die Jungfrau fand es auch sehr angenehm.

Was war das Riskanteste, was Sie je gemacht haben?
Das war wohl meine Autoblindfahrt. Da habe ich mir die Augen verbinden lassen und bin so durch Hannover gefahren, bei normalem Verkehr.

Da waren Sie betrunken?
(lacht) Nein. Das kam erst danach, als alles gutgegangen war.

Im Ernst, das war ein Trick, oder?
Erwischt! Die Blindfahrt wurde lange geplant, offiziell genehmigt und ist ohne Zwischenfälle verlaufen. Aber hinterher habe ich echt gedacht: Was hast du da nur gemacht?

Wie kommt man überhaupt auf die Idee, Zauberer zu werden?
Bei mir ging das Interesse los, als ich Terence Hill in Spaghetti-Western auf virtuose Art Karten mischen sah. Da wusste ich, das will ich auch machen! Und dann wünschte ich mir bald den ersten Zauberkasten, da war ich sieben oder acht. Später habe ich Deutsch und Englisch studiert - aber Lehrer auf einem schwäbischen Gymnasium wollte ich dann doch nicht werden.

Zu ernst?
Ich hätte einfach nicht ohne Zauberei leben können. Ich musste mich aber irgendwann entscheiden. Den Umgang mit Literatur vermisse ich heute ein wenig. Deswegen schreibe ich jetzt Texte. Und die gibts in der neuen Show.

Interview: Tobias Welz


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