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Mensch-Hannover Lukas Rieger: "Im Flow braucht man keine Noten"
Menschen Mensch-Hannover Lukas Rieger: "Im Flow braucht man keine Noten"
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00:16 18.11.2016
MARKENZEICHEN WUSCHELMÄHNE: Lukas Rieger sieht Superstar Justin Bieber ähnlich. Quelle: Marian Schmidt
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Wie laufen die Vorbereitungen für deine erste Tour?
Im Moment bin ich jeden Tag in der Tanzschule und probe die Choreografie für die Auftritte. Ich will meinen Supportern ja etwas bieten, das sie von mir nicht unbedingt erwarten (lacht). Ich habe große Ansprüche, trainiere manchmal bis Mitternacht und habe viel gelernt, mich echt verbessert. Die ersten zwei, drei Tage hatte ich schlimmen Muskelkater, aber langsam gewöhnt sich mein Körper daran. Aber das ist es wert: Ich will eine perfekte Show abliefern. So wie Beyoncé, die finde ich megacool. Auch Justin Bieber hat tolle Effekte auf der Bühne.

Mit Justin Bieber wirst du häufig verglichen, oder?
Ich hab mich früh mit ihm beschäftigt, fand seine Geschichte faszinierend: Ein kleiner Junge aus Kanada wird Weltstar. Vielleicht gibt es beim Sound einige Parallelen, aber wir bewegen uns in unterschiedlichen Welten.

Wie weit ist deine alte Heimat Immensen von deiner jetzigen Welt entfernt? Wann warst du das letzte Mal da?
Im Oktober zum Geburtstag meines Opas! Aber davor? Puh ... (grübelt). Länger nicht mehr. Aber gleich nach der Tour bin ich ein paar Tage zuhause. Das Konzert im Capitol habe ich mit Absicht ganz ans Ende der Tour gelegt.

Warum?
Weil Hannover meine Heimat ist! Meine Familie und meine Freunde werden dabei sein. Und ich liebe das Capitol als Location. Ich habe habe mich mal in die leere Halle gestellt und die Atmosphäre, die Stimmung aufgesaugt. Ein Traum. Ich habe daran geglaubt, dass ich einmal auf dieser Bühne stehe.

Auch im Sommer 2014 als du beim NP-Rendezvous im Stadtpark gesungen hast?
Das war ein richtig großes Fest damals (lacht). Das war nach „The Voice Kids“. Die Zeit habe ich in guter Erinnerung, weil ich Einblick in die Medienwelt bekommen habe. Aber man muss sich auch von so einem Format lösen, wenn man als eigenständiger Künstler wahrgenommen werden will. Ich habe auf den Erfolg hingearbeitet, war immer auf Social Media wie Snapchat, Instagram oder Musical.ly aktiv und habe Kontakt gehalten zu den Leuten, die sich für meine Songs interessieren.

Und dann hast du das Gymnasium in Burgdorf geschmissen?
Ja, meine Eltern fanden das anfangs auch nicht so cool. Aber sie haben verstanden, dass es mein Weg ist. Ich hatte meinen jetzigen Manager kennengelernt, bei ihm mache ich parallel auch eine Ausbildung in Filmproduktion. Das kann ich prima mit meiner eigenen Musik verbinden.

Kannst du Noten lesen?
Ja, ich kann auch Noten schreiben. Aber ich komponiere meist direkt mit dem Computer oder verschiedenen Apps. Wenn man im Flow ist, braucht man keine Noten.

Warum singst du Englisch?
Naja, meine Mutter ist Englischlehrerin .... Außerdem will ich mich nicht auf Deutschland fokussieren, ich will die ganze Welt mit meinen Songs ansprechen.

Du hast einen Teil des Albums in Los Angeles produziert?
Ja, das war mega. Diese großen Produzenten, die sonst mit Superstars wie Rihanna arbeiten, haben mich wie Kumpels behandelt und in ihren Kreis aufgenommen. Ich habe wahnsinnig viel gelernt.

Das Album heißt „Compass“. Wer ist denn dein Kompass?
Meine Familie erdet mich, vor allem meine Großeltern (lacht). Denen muss ich immer wieder erklären, was genau ich eigentlich mache. Aber zuhause kann ich runterkommen, meine Familie steht top hinter mir.

Und wie geht sie mit dem Hype um?
Entspannt. Die freuen sich für mich und finden das spannend. Es kommt auch schon mal vor, dass meine Eltern mit Fans Selfies machen müssen.

Deine Fans nennen sich „Lukinatoren“. Bei einer Autogrammstunde in Ulm sind Dutzende Mädchen kollabiert ...
Das hat mich sehr erschreckt und schockiert. Ich hatte mich gefreut, dass so viele gekommen waren, es ist mir wichtig, mit den Leuten Kontakt zu halten und eine Bindung aufzubauen. Aber wir mussten zur Sicherheit der Fans abbrechen. Das hat keiner kommen sehen, aber es wird so auch nicht wieder vorkommen.

Fühlst du dich wie ein Beatle, wenn tausend Mädchen „Team Rieger“ kreischen?
Nein, die Beatles waren schließlich Weltstars (lacht). Aber es ist schon ein unglaubliches Gefühl, einfach unfassbar.

Social Media haben dir die Tür geöffnet, sind aber kurzlebig...
Ich habe sehr davon profitiert, vor zehn Jahren hätte ich mit meiner Musik einen anderen Weg gehen müssen, um junge Leute zu erreichen (schmunzelt). Es stimmt, es kommen immer wieder neue Gesichter. Aber davon darf man sich nicht kirre machen lassen. Wenn man Angst bekommt, hat man schon verloren.

Konzert am 11. Dezember, 19 Uhr, im Capitol (Schwarzer Bär). Tickets kosten 25,90 Euro.

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