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AUF ZACK:Liza Tzschirnersetzt sogar in der Drehpause ihr charmantestesFotolächeln auf,wenn andere schonlängst genervt sind.

AUF ZACK: Liza Tzschirner setzt sogar in der Drehpause ihr charmantestes Fotolächeln auf, wenn andere schon längst genervt sind.© Uwe Dillenberg

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Liza Tzschirner - ein Lockenkopf unter Strom

Ihre erste Hauptrolle im TV spielte Liza Tzschirner (28) in der ARD-Serie „Sturm der Liebe“ . Im Moment steht die Münchnerin für den Kinofilm „No Future war gestern“als Protagonistin vor der Kamera. Die NP hat sie am Set in Hannover besucht - und ihre komische Seite entdeckt.

Hannover. Die Augen fest zugekniffen, die Hände zu Fäusten geballt und vor den Mund gelegt - „Jetzt muss es sitzen“, flüstert Liza Tzschirner (28) und wippt noch einmal aufgeregt auf den Zehenspitzen. „Und bitte“, ruft Rivka Schimmelpfeng (18). Mit der Aufforderung der Regisseurin legt sich die Entspannung wie ein unsichtbarerer Umhang über die Anspannung der Schauspielerin. Ein Satz zum Kollegen, ein Griff zum Weinglas, ein Rempler von hinten - und zack, die rote Flüssigkeit landet auf Tzschirners weißem Kleid. „Danke - passt“, kommentiert Schimmelpfeng - die Szene ist im Kasten. „Puh, ja, ja, ja“, entgegnet die 28-Jährige, lacht und freut sich wie ein kleines Kind, das gerade einen Lolli geschenkt bekommen hat.

Das Ersatzkleid bleibt somit sauber in der Garderobe hängen. Tzschirner ist eben Profi. „Im entscheidenden Moment muss man die Leistung abrufen. Dafür wird man ja ausgebildet“, sagt die Schauspielerin, die am Mozarteum Salzburg ihr Handwerk lernte, und lächelt bezaubernd. Kurz nach ihrem Abschluss bekam sie ein Engagement bei „Sturm der Liebe“ und spielte bis September 2014 die weibliche Hauptrolle in der ARD-Serie. Jetzt steht sie als Protagonistin für den Kinofilm „No Future war gestern“ bis 23. August in Hannover vor der Kamera. Als Lehrerin Miri wird Tzschirner in der Komödie durch einen dummen Zufall in die Entführung eines Schülers verwickelt. Ebenfalls mit von der Partie: Fabian Harloff (45, „Notruf Hafenkante“), Kalle Haverland (59, „GZSZ“), Nils Brunkhorst (39, „Hitman - Agent 47“) Olivia Klemke (35) und Marvin Linke (23, beide „Unter uns“).

„Das ist echt ein unglaublicher Glücksgriff, eine Rolle mit solcher Bandbreite bekommen sonst nur die großen Fernsehdiven“, sagt sie und zieht die Augenbrauen hoch. Ihre Hände sind ständig in Bewegung, wenn sie spricht - übrigens auch, wenn sie still ist. Diese Frau steht einfach unter Strom. Selbst ihre dunkelbraunen Locken scheinen so viel Spannung wie ihr aufgedrehter Charakter zu haben. „Außerdem steckt wahnsinnig viel von Miri auch in mir“. Also auf jeden Fall eine Riesenportion Lebensfreude? Sie nickt und beginnt gleichzeitig zu antworten: „Sie ist quirlig, riskiert was im Leben - was man ja als Schauspieler per se tut“, kurzes Grinsen, „außerdem ist sie, wie ich, wirklich unglaublich tollpatschig.“ Weiße Kleidung trage sie deshalb gar nicht: „Da wäre wie bei Miri im Film ganz schnell ein Fleck drauf.“ Die 28-Jährige lacht wieder: „Ich bin einfach ein alberner Vogel, und das kann ich in der Figur ausleben.“

Nebenbei hält sie aber auch das ganze Filmteam um die Produzenten Andreas Barthel (40) und Susanne Duhme (51, das Duo produzierte auch den Independent-Kinofilm „Los Veganeros“) mit ihren Späßchen auf Trab. „Die sind alle cool drauf und machen mit“, sagt die Schauspielerin. Bei so viel Humor ist sie als gebürtige Bonnerin doch sicher ein Karneval-Fan oder? „Nein, als Kind musste ich immer mit der Schule auf den Zug - das reicht bis heute“, erklärt sie. Auch die Bierzelt-Mentalität auf dem Oktoberfest in ihrer Wahl-Heimat München mag die Ulknudel nicht. „Kirmes hingegen liebe ich: Schoko-Erdbeeren und Autoscooter“, schwärmt sie. Achterbahn lässt sie hingegen aus: „Ich bin ein Kontrollfreak.“

Was nach den Dreharbeiten zu „No Future war gestern“ beruflich ansteht, weiß sie noch nicht: „Mal schauen, was so kommt - so ist das in dem Beruf eben.“ Die 28-Jährige zuckt mit den Schultern und schiebt jeden tristen Gedanken mit einem erneuten Lächeln beiseite. Private Pläne hat sie jedenfalls: „Ende August fliege ich zu meinem Freund. Der wohnt in Rom.“ In den Regisseur David Paryla (34) verliebte sich die kecke Brünette bei den Dreharbeiten zu „Sturm der Liebe“. Und eine Partnerschaft steht bei Liza Tzschirner sowieso immer über dem Beruf - obwohl die Schauspielerei ihr Traumjob ist. „Super-Rollen, tolle Filme - was ist das wert, wenn ich all meine Erlebnisse nicht mit jemandem teilen kann?“, fragt sie. In diesem Moment wird ihr Blick ernst und ihre Worte bekommen eine besondere Bedeutung. Doch mehr als ein paar Sekunden hält das nicht an und sie zeigt wieder ihre frisch-fröhliche Art: „Wenn ich mal alt bin, will ich doch, dass zwei Gläser mit Gebissen auf dem Nachttisch stehen.“ Herrlich, Frau Tzschirner! Diese Schauspielerin macht auch privat riesig Spaß.

Jana Meyer


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