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Porträt

Lisa Aulich: Mit ihr läuft es an der Pyramide rund

Seit mehreren Tagen steht sie schon am Kröpcke, heute wird anlässlich der Weihnachtsmarkt-eröffnung in der Stadt auch die Weihnachtspyramide in Betrieb genommen. Lisa Aulich (26), das wissen vielleicht gar nicht so viele, leitet seit einigen Jahren die Geschicke an dem traditionellen Stand.

Auf eine Leiter steigen? „Im Leben nicht!“, sagt Lisa Aulich (26) energisch: „Ich klettere ja gerne, aber vor Leitern habe ich eine Phobie.“ Das dürfte auch der einzige Grund sein, warum die zierliche Blondine die Spitze, also den Propeller in 18 Metern Höhe, der gigantischen Pyramide am Kröpcke noch nicht erklommen hat - und das wohl auch nie tun wird.

Tagelang hat der jüngste Spross des Aulich-Clans (Brauhaus Ernst August) den Aufbau der Weihnachtspyramide geplant, Anweisungen gegeben, mit angepackt. Und als die NP die 26-Jährige vor einigen Tagen besucht, kraxelt sie gerade ziemlich halsbrecherisch auf einer Kiste herum, um eine Lichterkette anzubringen. „Ich springe hier genauso durch die Gegend wie der Rest des Teams“, sagt sie und lacht. „Ich komme gleich, da fehlt noch eine Birne“, ergänzt sie, hüpft von der Kiste und erledigt ihr Vorhaben. Flugs streift sie die derben Arbeitshandschuhe ab und stopft sie in die Seitentaschen ihrer Cargohose. Es ist eindeutig: Die junge Frau ist sich für nichts zu schade, sie packt mit an.

„Ich war ja von der Pike auf mit dabei und immer sehr stolz über jede Verantwortung, die ich übernehmen durfte“, so Aulich. Ihren Vater, das Gastronomie-Urgestein Rainer Aulich (60), hat sie „außer Haus“ oft begleitet und genau beobachtet, wenn er auf Schützen- und Stadtfesten, bei verkaufsoffenen Sonntagen und auf Konzerten seine Stände aufgebaut hat. Die beiden Brüder Hannes (29) und Phillipp (34) kennen Kneipen- und Szenegänger schon längst aus dem Brauhaus, dass ihre kleine Schwester (stimmt mit 1,57 Metern sogar) ordentlich in der Firma mitwirbelt, wissen viele eher nicht. „Es sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe“, klärt die 26-Jährige auf, „ich bin im Veranstaltungsteam, meine Brüder machen das Brauhaus.“ Trotzdem arbeiten sie eng zusammen und tauschen sich aus.

Wie ist das eigentlich, wenn sie als Chefin - klein, blond, jung - ein Team führt? Haut das hin? „Fluch und Segen“, entgegnet sie, „mit den Jüngeren ist der Umgang öfter lockerer, wir duzen uns alle, gehen auch mal ein Feierabendbier trinken.“ Wenn sie dann doch mal ein Machtwort sprechen muss, kann ihr Alter hingegen auch ein Fluch sein: „Aber ich mache das hier schon ein paar Jahre, bin routinierter geworden.“ Sie will ihren Leuten immer vorleben, welchen Weg man gehen muss, um erfolgreich zu sein: „Unser Geschäft lebt davon, dass die Menschen Spaß haben. Also will ich, dass das Personal Lust und Freude an der Arbeit hat.“ Bis 5. Januar hält die Laune hoffentlich an, so lange steht die Pyramide nämlich am Kröpcke. Dann ist Abschalten angesagt, bei ihren zwei Ponys auf der Weide: „Nach sechs Wochen Trubel und Menschenmassen bin ich bestimmt froh, mal nicht so viel reden zu müssen.“

NPVISITENKARTE

Geboren am 11. März 1990 in Hannover. Nach vier Jungs in der Familie
freuen sich ihre Eltern: „Endlich ein Mädchen!“ Ihr Abi macht sie in Hildesheim, fährt danach à la „Work and Travel“ für ein Jahr nach Australien. „Ich habe mehr gearbeitet, als ich gereist bin.“ Mit 20 kehrt sie zurück („der Ernst des Lebens“), studiert Betriebswirtschaft und steigt anschließend voll in die Firma ihres Vaters ein. Aulich hat zwei Ponys, sie ist zu Schulzeiten sogar Turniere geritten: „Wir waren schnell, haben aber nicht immer jedes Hindernis gemeistert.“


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