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Mensch-Hannover Lindener Narre Vroon holt Karnevalsschlager-Titel
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00:18 12.11.2018
Der erste Titek: 2017 gewinnt Steven Vroon beim Karnevalsschla ger-Wettbewerb und feiert mit der „De Blaaskinkels“ aus Utrecht“ den Sieg. Quelle: Foto: privat
Hannover

Es hat schon wieder nicht sollen sein! Das Traditionsdatum 11.11. lag zum Greifen nah, aber Steven Vroon (35) und seine Gattin haben wieder keinen Treffer gelandet – Söhnchen Ben kam am 26. Oktober zur Welt, er hatte es eiliger als der errechnete Geburtstermin. Seine große Schwester ließ den Start der Karnevalssaison vor sechs Jahren ebenfalls aus – sie ließ sich zwölf Tage länger Zeit als geplant. Die Leidenschaft für die fünfte Jahreszeit werden sie aber bestimmt mit den Eltern teilen. „Das liegt bei uns in der Familie“, versichert Vroon.

Sein Vater stammt aus dem holländischen Utrecht und mischte da im Karnevalsverein mit, sein Großvater mütterlicherseits hat in Hannover sogar Karnevalsgeschichte geschrieben: Otto Argendorf gründete im Jahr 1965 die Lindener Narren, der aktuelle Präsident Martin Argendorf (63) ist Vroons Onkel. „Ich bin da hineingeboren worden.“

Und da gibt es noch mehr verwandtschaftliche Verstrickungen: Schwester Veronique (33) trainiert Jugendgarde und Minis, Schwager Christian Metzner (38) ist Vize-Präsident des Vereins. Auch Vroon ist seit frühester Jugend engagiert: „Ich habe in der Jugendgarde getanzt, in der Requisite geholfen – und mit 18 durfte ich endlich ins Männerballett.“ Seine Augen blitzen begeistert bei diesem Satz. Warum? Beim Highlight jeder Show „gilt eine strenge Altersgrenze“.

Der begeisterte Rugbyspieler, der nach Realschule und Fachabi eine Lehre zum Industriekaufmann machte, hatte nämlich einen Plan: „Ich wollte immer auf die Bühne.“ Wenn er im grellbunten Konfetti-Anzug vor einem steht und profimäßig für den NP-Fotografen posiert, glaubt man das sofort. Erlebt man Vroon aber in zivil, mag man sich das kaum vorstellen. „Ich bin privat ganz ruhig, aber auf der Bühne fühle ich mich wohl“, plaudert er freimütig aus. „Ich bin eine kleine Rampensau.“

Wobei der Griff zum Mikro doch Überwindung kostete. „Ich hatte vorher höchstens mal in einem Sketch ein paar Takte gesungen“, erinnert sich Vroon. Und 1999 hatte er mit den „Skidz“ für die Narren einen Expo-Song gerappt. Doch 2006 fragte Martin Argendorf seinen Neffen, ob er nicht singen wolle – und daraus entstand eine erstaunliche Karnevals-Karriere. „Ohne klassischen Gesangsunterricht, von null auf hundert“, bilanziert Vroon trocken.

Die Hits, bei denen der Vroon-Funke übersprang: „Drei Haare auf der Brust“ von Bernd Stelter (57) und „Cowboy und Indianer“ von Olaf Henning (50). Inzwischen schreibt er auch eigene Texte auf bekannte Melodien oder entwickelt eigene Songs. Das Geheimnis des perfekten Karnevalsschlagers? „Er ist nicht so plump wie ein Ballermann-Song“, das ist Vroon wichtig. „Karneval soll der Gesellschaft ja auch immer den Spiegel vorhalten.“

Aber eben auch mitreißen! „Wir sind für die Liebe gemacht“ von den Höhner, sei so ein Beispiel. „Da stecken zwei Rhythmen drin, man kann mitklatschen und schunkeln.“ Und die Konkurrenten ausstechen. Mit diesem Song wiederholte Vroon seinen Sieg beim Niedersächsischen Karnevalsschlager-Wettbewerb. „Das macht mich stolz“, sagt er mit Blick auf das Feld mit insgesamt 15 Startern. „Ich war tierisch aufgeregt.“

Der Wettbewerb sei im Gegensatz zu Karnevals-Galas eine echte Herausforderung, da live gesungen werde. Normaler weise trete er mit Playback- Unterstützung auf. „Man muss ja auch Gas geben auf der Bühne. Ich renne viel und animiere die Leute gerne.“ Auch ein Flirt mit dem Publikum komme immer gut – „wenn der Songtext das hergibt“.

Dass die richtige Einstellung aber auch im Tonstudio wichtig ist, die Erfahrung hat er bei seiner ersten CD-Aufnahme gemacht: „Wenn man am Mikrofon lächelt, dann hört man das später“, sagt er. Und schnappt sich für das NP-Foto das kunterbunte Spielzeug-Mikrofon seiner sechsjährigen Tochter.

Linden alaaf! Die Saison kann beginnen.

Sonntag ab 11.11 Uhr findet die zweistündige Saison-Eröffnung in der „Narhalla“ (Konrad-Hänisch-Straße 3 b) in Ricklingen statt, der Eintritt ist frei. Den „Narrenotto“ bekommt Herrenhäuser-Chef Christian Schulz-Hausbrandt (43), die Laudatio hält ffn-Morgenmann Franky (46). Sven-Sören Christophersen (33) von den Recken wird Gardeminister.

Von Andrea Tratner

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