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© Daniel Feistenauer

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Porträt

Lina Strahl: „Was ich poste, das bin ich“

Sie hat ihr Abi in der Tasche, heute kommt ihr erstes Album „Official“ heraus, am 24. Juni singt sie im Capitol - bei Lina Larissa Strahl (18), Hannovers erfolgreichster Jungschauspielerin, läufts gerade richtig gut. Nur Freizeit hat sie (fast) keine.

Hannover. „Zur Abi-Feier komme ich, ich bin an den Tagen tatsächlich in Hannover“, sagt Lina Larissa Strahl (18) fröhlich. In einer Phase, in der wohl die meisten ihrer Mitschüler nach dem Abi-Stress entspannt die Füße hochlegen, nimmt sich die Seelzerin nicht einmal die Zeit zum Durchatmen. Der Nachwuchsstar ist auf Promotion-Tour unterwegs - heute in Heidelberg, morgen in Magdeburg und Dessau, Montag in Düren, Dienstag in München.

„Ich bin nicht der Typ, der nur auf dem Sofa rumhängt“, sagt sie und lacht: „Dass ich das Abi geschafft habe, habe ich noch gar nicht richtig gecheckt.“ Wie die Note ist, wird sie erst Anfang Juni erfahren, sicher aber ist jetzt schon, dass das Ergebnis gut ist: „Ich fand das Abi gar nicht so schlimm. Man muss sich wirklich nicht verrückt machen, im Prinzip ist es nichts anderes als die Klausuren davor.“

Richtig Bammel hatte sie nur beim mündlichen Abi: „Bei den schriftlichen Klausuren schreibt man auf, was man weiß, aber in der mündlichen Prüfung bekommt man sofort eine Rückmeldung. Und wenn einen die Lehrer dann gleich so angucken, da hat man schon Angst zu versagen“, gesteht Lina. Das sei zum Beispiel auch ein ganz anderer Stress als bei Konzertauftritten: „Da bin ich auch aufgeregt, aber das Lampenfieber empfinde ich als positiv!“ Übrigens: Noch viel schlimmer als ihr mündliches Abitur fand Lina ihre Führerscheinprüfung: „Weil ich da keinesfalls durchfallen wollte - da war ich vielleicht aufgeregt!“

Überhaupt, Lina wirkt trotz des Megaerfolges immer noch wie das nette, vor allem spontane Mädchen von nebenan: „Ich kann arrogante Menschen nicht leiden und finde es schlimm, abgehoben zu sein. Ich mag es schon nicht, wenn mir beim Dreh jemand den Regenschirm hinterherträgt!“ Sie liebe ihr Leben so, wie es ist - ihre Freunde, ihr Privatleben seien ihr wichtig, hier solle sich auch künftig nichts ändern. Sie bleibe auch erst einmal bei ihren Eltern wohnen: „Ich bin nicht der Typ, der so krass Erfolg und Ruhm hinterhereifert.“ Sie wolle immer und überall authentisch bleiben - auch in den sozialen Medien: „Was ich dort poste, das bin ich. Klar, es gibt mal Fotos, die die Plattenfirma schickt, damit ich sie zeige. Aber ansonsten schreibe ich, poste Selfies, da ist nichts verstellt.“ Und so streckt sie zum Beispiel auch gern mal auf Fotos die Zunge heraus.

Auch in ihren Texten singt sie von sich und ihrem Leben. „Official“ hat sie ihr Album genannt, ihre Tour heißt „Wie ich bin“: „Ich singe das, was mir Spaß macht, was mich bewegt und worüber ich mir den Kopf zerbreche“, sagt Lina, die 2013 den KiKa-Komponistenwettbewerb „Dein Song“ gewonnen und mit den Soundtracks zu den Kinofilmen von „Bibi und Tina“ jeweils Goldstatus erreicht hat.

15 Songs sind auf „Official“, alle kommen aus Linas Feder. „Ich mag sie alle“, schwärmt die junge Hannoveranerin. Einer ihrer Favoriten ist „Unser Platz“ - ein Duett mit Tilman Pörzgen (22). „Bibi und Tina“-Fans kennen die Stimme natürlich: Der Lüneburger mit dem braunen Wuschelkopf hat im letzten Film den französischen Austauschschüler und Frauenversteher François gespielt.

Ob sie bald alle wieder auf der Leinwand zu sehen sind? Da gibt sich Lina im NP-Gespräch zum ersten Mal bedeckt. „Da kann ich nichts zu sagen, es ist nichts offiziell“, sagt sie, fügt aber an: „Schön wäre es schon.“ Ihre Schauspielkollegin Lisa-Marie Koroll (18) hatte in einem Interview ausgeplaudert, dass Regisseur Detlev Buck (56) Ende Juli den vierten Teil der Erfolgsserie drehen will ...

DAS ALBUM

Heute startet Hannovers Nachwuchsschauspielerin Lina Larissa Strahl in ihrer zweiten Karriere durch: „Official“ heißt ihr Debüt, sie nennt sich als Sängerin schlicht „Lina“. In 15 rockigen und poppigen Songs singt Lina in deutscher Sprache über ihr Leben. Die Songs hat sie alle selbst getextet und mit den Produzenten Ludi Boberg (Prinz Pi, Glasperlenspiel) und Peter Hoffmann (62, Tokio Hotel, Falco, Annett Louisan) komponiert. Und zwar auf junge, unkonventionelle Art und Weise: „Lina ist eigentlich eine What’s-App-Songwriterin“, so Hoffmann, „sie versorgt mich und unser Team per Smartphone-App ständig mit neuen Songideen, kurzen prägnanten Lyrics, gesungenen oder gesprochenen Sprachnachrichten und kleinen Selfie-Videos.“ Die 15 Titel wirken sehr authentisch: Sie handeln vom Verliebtsein, von Enttäuschungen, vom Sich-selbst-Finden, von Gefühlen, Hoffnungen und Erwartungen. Es steckt alles drin, was Teenager auf dem Weg zum Erwachsenwerden so bewegt. Viel Gitarre ist dabei, auch Schlagzeug. Alles zusammen klingt erfrischend pur und direkt mit klarer Liedführung, das hebt sich auf jeden Fall schön ab und ist kein seichtes Schlagergedudel. Ganz klar, Lina singt hier für ihre Zielgruppe, und sie ist eine der ihren: jung, frech, spontan und neugierig auf das, was die Zukunft für sie bereithält.

Wer Lina live hören will: Am 24. Juni tritt sie mit den „Official“-Songs im Capitol (Schwarzer Bär) auf. Der Einlass beginnt um 18 Uhr, Tickets kosten 28 Euro.


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