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Mensch-Hannover Lina Larissa Strahl will kein Kinderstar mehr sein
Menschen Mensch-Hannover Lina Larissa Strahl will kein Kinderstar mehr sein
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16:55 08.11.2018
GANZ SCHÖN ERWACHSEN: Lina Larissa Strahl bringt ihr drittes Album heraus. Quelle: Anne Wilk
Hannover

Die NP sprach mit Lina Larissa Strahl – bekannt wurde die Seelzerin 2013, als sie im „Kinderkanal“ den Talent-Wettbewerb „Dein Song“ gewann. Ihr neues Album heiß „Rebellin“.

Lina, wann waren Sie eine Rebellin?

Schön öfter (lacht). Aber ich war jetzt nicht so das rebellische Kind, das einfach von zu Hause weggelaufen ist und gesucht werden musste. Ich habe eher dafür rebelliert, dass zu Hause alles friedlich ist und ich immer meine Meinung sagen kann. Das habe ich über die Jahre vertieft. Es ist wichtig, dass man sich wehrt.

Wogegen denn?

Einfach nein zu sagen, wenn man sich in der Situation nicht wohl fühlt oder einfach mal keine Zeit hat. Ich habe TV-Shows abgesagt, weil es terminlich nicht ging. Das kann auch schon rebellisch sein. Viele lassen alles mit sich machen – ich habe da aber keine Lust drauf. Ich bin gegen Oberflächlichkeit.

Gleich der erste Song auf dem neuen Album ruft auf, rebellisch zu sein, wild und jung zu leben.

Es geht darum sinnvoll zu rebellieren – nicht gegen, sondern für etwas. Es geht darum, besser miteinander auszukommen und selbst bei sich anzukommen. Ob acht, 16 oder 30 Jahre alt – es sind doch oft immer die gleichen Zweifel, die uns umtreiben.

Welche meinen Sie?

Ob man gut genug ist, auf sich vertrauen kann. Viele junge Menschen verlieren sich darin, sich mit Sternchen aus dem Internet zu vergleichen, sich zu messen. Als ich zwölf Jahre alt war, habe ich mich vielleicht mit meinen Freundinnen verglichen, aber doch nicht mit Kylie Jenner. Man sollte sich von Familie und Freunden etwas sagen lassen, sich daran orientieren und nicht von dem, was man im Internet so sieht.

Sie haben einen halbminütigen Monolog als Track, es geht um Selbstdarstellung in den sozialen Medien, und dass Sie so nicht sein möchten. Auch der Song „Hype“ handelt davon.

Im Internet wird unfassbar viel gehypt, da muss man sich manchmal echt fragen: wofür eigentlich? Mir geht es darum, dass man selbst darüber nachdenkt, sich selbst ein Bild macht. Ich persönlich möchte nicht in dem Strom mitschwimmen, in dem alle ein Produkt hinhalten und etwas zeigen, was sie gar nicht sind. Mir geht es darum, als Musikerin wahrgenommen zu werden, die eine Message hat und nicht Musik macht, nur um im Radio gespielt zu werden.

Die Songs wie „Ohne Dich“ könnten Geschichten aus jedermanns Leben sein. Wie autobiografisch sind die Texte eigentlich?

Es macht mir Spaß, über Ausgedachtes zu schreiben, nur ist das sehr schwer (lacht). Ich brauche das Gefühl dazu und das geht, wenn man Situationen selbst erlebt hat. „Ohne Dich“ ist ein ironischer Song, ich liebe es ironisch zu sein, manchmal bin ich sogar sarkastisch, lache über mich selbst. (hält inne) Ich denke gerade nochmal über die Eingangsfrage nach, dem Rebellisch-Sein …

Und?

Ich bin insofern auch rebellisch, weil ich immer noch als Kinderstar wahrgenommen werde, was wirklich schade ist. Das ist nicht mehr so. Auf meinen Konzerten stehen keine Sechsjährigen in der ersten Reihe, die Leute, die mir bei Instagram folgen, sind älter. Auch bei meinen Songs versuche ich rebellisch zu sein, es sind keine flachen Lieder, bei denen es nur wichtig ist, dass man sie mitsingen kann. Das wollte ich nur noch mal sagen.

„Dieses bescheuerte Herz“ heißt ein weiterer Song. Da gibt es ja auch einen gleichnamigen Film. Wie sieht es in Sachen Schauspielerei gerade aus?

Ja, das mit dem Titel hat mir mein Freund Tilman dann auch gesagt (lacht). Bis dahin kannte ich den Film gar nicht. Für 2018 habe ich tatsächlich alle Projekte sausen lassen – und da hat es schon tolle Anfragen für tolle Kinofilme gegeben. Ich wollte mein drittes Album unbedingt machen und dann haben viele Leute gesagt: ,Oha, das mit dem dritten, das wird schwer.’ Was für ein Druck (lacht). Aber durch mein tolles Team und den zwei wundervollen Leuten, die auch bei den beiden ersten Alben dabei waren, hatte es eine Leichtigkeit, war authentisch. Es wurde stressig, weil ich zum Beispiel die Deluxe-Box selbst designt habe. Das macht mir aber Spaß und ist Teil der Musik.

Ihr Freund Tilman ist ebenfalls Schauspieler, zu Ihnen gehört auch dieser drollige Hund. Wie regeln Sie den Alltag – der ist ja doch anders als der von anderen?

Der drollige Hund ist ein Goldendoodle. Eigentlich sind wir für adoptieren statt kaufen, aber ich habe eine Allergie gegen Tierhaare, also mussten wir lange nach einem geeigneten Tier suchen. Der Hund ist immer dabei und brav erzogen (lacht). Und unseren Alltag bekommen wir wirklich gut geschmissen, auch wenn sich die Wäsche gerade extrem stapelt (lacht).

Hat Tilman wieder einen Beitrag fürs Album geleistet und wie bei „Official“ mitgesungen?

Nein, das Pärchending ist diesmal raus. Aber wir planen da etwas anderes, eine tolle Überraschung. Mehr verrate ich aber nicht.

Dann verraten Sie uns wenigstens, ob Sie noch oft in Ihrer Heimatstadt sind. Zum Abschluss der Tournee steht ja auch ein Auftritt in der Swiss Life Hall an.

Sehr oft! In Hamburg habe ich noch nicht so den Anschluss. Und ich bin immer noch gerne bei Mama und Papa, treffe meine Freundinnen aus der Schulzeit, wir sind immer noch eine Clique. Da sie aber eifrig studieren, haben sie nicht immer Zeit für mich (lacht).

Heute erscheint das dritte Album „Rebellin“ von Lina Larissa Strahl. Tickets für das Konzert am 28. März in der Swiss Life Hall kosten 42,20 bis 57,15 Euro im NP -Ticketshop (zum Beispiel Lange Laube 10). tickets.neuepresse.de

Von Mirjana Cvjetkovic

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