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Lena Meyer-Landrut© dpa

NP-Interview

Lena Meyer-Landrut über ihr Album, 96 und Hannover

2010 holte Lena Meyer-Landrut (24) den ESC-Titel. Bei „The Voice Kids“ (Sat.1) sitzt die Hannoveranerin in der Jury. Mit NP-Autor Sebastian Scherer sprach sie nicht nur über ihr neues Album „Crystal Sky“.

Letzte Woche ist Dein neues Album „Crystal Sky“ erschienen – wie zufrieden bist Du mit den Reaktionen?
Ich bin zufrieden. Verkaufszahlen kenne ich noch nicht, aber die Rezensionen und Kritiken und das Feedback sind ganz toll.

Also liest Du Kritiken?
Ich gehe nicht ins Internet und suche danach. Aber manchmal schicken mir Freunde was, das lese ich dann auch.
Was bedeutet  „Crystal Sky“?
Für mich ist es toll, dass ich machen darf, worauf ich Bock habe. Da fühlt man sich schon selbstbewusst.
In „The Girl“ singst Du über hohe Erwartungen. Wie persönlich ist das?
Ich hab das Lied ausgewählt, weil es mir musikalisch gefallen hat. Der Text ist ein Teil davon. Aber ich habe nicht gesagt: Oh mein Gott, dass bin ich!
Das Lied „Crystal Sky“ handelt davon, Sachen nochmal machen zu wollen, nicht zu bereuen, aber besser zu machen. Was wäre das bei Dir?
Es gibt immer Situationen in denen man denkt: Jetzt wo ich schlauer bin, hätte ich es anders gemacht. Aber ich war dann in der Situation eben nicht schlauer. Man braucht solche Momente, man braucht Fehler, um daraus zu lernen.
Nach dem zweiten ESC warst du plötzlich nervig ...
In dem Moment selbst habe ich das nicht so wahrgenommen, dann aber diese Resonanzen mitbekommen. Ich wurde gewarnt, dass sowas passieren kann und wird. Deswegen war ich nicht so schwer davon getroffen. Es gibt einschlägige Blätter, die eine bestimmte Stimmung ganz leicht provozieren können und plötzlich ist man der Arsch der Nation. Es ist gesünder, sich davon nicht so fertig machen zu lassen.
„4 Sleeps“ klingt nach Heimweh. Ist das ein Thema auf Tour?
Nee, so isses nicht. Es ist eher die Vorfreude, „noch 4 Mal schlafen, dann sehe ich dich wieder.“ Ich bin aber schon eher jemand der viel an Zuhause denkt. Man versucht dann professionell zu sein. Aber manchmal hat man dann doch schon Heimweh.
Wie gehst Du an ein Album ran?
Man setzt sich hin, dann sage ich, was ich gut finde, was ich mir vorstellen kann, welche Grundideen ich habe. Natürlich spielt man auch Sachen vor, die man gerade gut finde. Ich mag viele Sachen von kendrick Lamar, finde Banks super, aber auch Taylor Swift.
Wie läuft die Produktion eines Liedes bei dir?
Kommt drauf an mit wem man zusammensitzt oder -steht. Oft habe ich mir was überlegt, dann spielt man Beats vor, macht Melodien. Bespricht, ob man eine Ballade oder was anderes machen will. Dann fügt sich das.
Dein Lieblingssong auf dem Album?
Ich bin ein riesengroßer Fan von „Catapult“. Und „Beat To My Melody“. „Lifeline“. Eigentlich alle.
Drängelt eigentlich die Plattenfirma, „Lena, wir brauchen jetzt einen Hit“?
Nö. Die waren schon ganz zufrieden.
Wie schwer Leuten jetzt begreiflich zu machen,  „ich bin jetzt Künstlerin, ich schreibe selbst Songs, ich bin nicht nur die Lena mit ‘Satellite’“? Wie schwimmt man sich da los?
Man macht sich da glaube ich selbst mehr Gedanken als notwendig, losschwimmen hin oder her. Es entwickelt sich, man hat es nicht in der Hand. Ich habe das Gefühl, mich in die richtige Richtung zu entwickeln. Man kann das auch nicht krampfhaft versuchen. Passiert einfach.
Guckst du dir eigentlich alte Videos an? Wie viele von den 45 Millionen Youtube-Views von Satellite warst du?
Nicht viele. Ich sitze abends auch nicht zuhause mit Freunden und feier das.
Gehst du kritisch mit dir um? Wenn du alte Bilder und Videos siehst zum Beispiel?
Jeder ist kritisch mit sich selbst. Jeder findet sich selbst vor fünf Jahren schrecklich, und wer nicht, soll mir beibringen, wie das geht. Wenn ich auf einem Event bin, beschäftige ich mich auch damit, was gerade passiert, und wenn es vorbei ist, ist es vorbei.
Wenn du unterwegs bist, tuscheln die Leute, „das ist doch diese Lena“?
Das passiert und nicht selten. Hab ich mich mit abgefunden. Und auch damit, dass Leute Fotos wollen. Was meistens ok ist, wenn man nett ist und nett fragt.
Wie ist es mit dir und Hannover? Noch Gefühle für die Stadt?
Klar, meine Familie ist ja da. Aber es ist glaube ich so, wie bei jedem, der das Nest verlässt und in eine andere Stadt zieht. Ich liebe natürlich noch Hannover, aber jetzt halt woanders.
Heute wirst du 24 Jahre alt. Was wünscht du dir?
Ich trete in Hamburg auf der Reeperbahn auf und wünsche mir, dass meine Freunde da sind.
Das ist die ESC-Party. Wie stehst du jetzt zum Contest?
Ich bin bei der Party, weil ich ein neues Album habe und will, dass die Leute was davon mitbekommen. Ehrlich gesagt war mir die Veranstaltung vor meinem Auftritt nicht so wichtig. Sie ist mir wichtiger geworden, weil ich jetzt ein Teil davon bin.
Bist du fußballinteressiert?
Joah, so WM und so.
Also lässt dich der Abstiegskampf von 96 eher kalt?
Schon.
Aber Hannover soll gewinnen?
Na klar.


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