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HERR DER DOSEN:
Torsten Kühnöhl in seiner 
Burgdorfer Imbiss-Bude.

HERR DER DOSEN:
Torsten Kühnöhl in seiner
Burgdorfer Imbiss-Bude.© Florian Petrow

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Wurstmann

Lecker, diese „Köri Sucuk“

„Im Himalaya, im U-Boot, im Dschungel. Die Wurst geht immer.“ Torsten Kühnöhl (50) ist Hannovers Dosenkönig. Der Küchenchef, der einst das „Farmers“ in Thönse führte, ist wieder dick im Geschäft und verkauft Currywurst in Dosen. Sein neuester Clou: eingedoste Wurst für Muslime.

Burgdorf. Multitalent Kühnöhl. 30 Jahre Gastronomie, Koch im TV - er war mal ganz oben. Dann verlor er viel Geld bei einem Investment, hielt sich mit dem Schreiben von Kinderbüchern und Musik (auch für die TV-Autoschrauber Ludolf und für Popstar Sarah Connor) über Wasser und betreibt heute einen Grill in Burgdorf (Weserstraße 2). Sein Spezialgebiet: Currywurst. Der Klassiker kostet 2,50 Euro, Kreationen wie die „Gourmet-Curry“ mit Chili, Balsamico und süßer Schlagsahne drei Euro. Das Geschäft laufe „gut“, aber ein Blick in die Bude verrät: Hier gibts noch eine andere Baustelle. alles voller Dosen.

Das Schwergewicht („Ich stelle mich nicht auf die Waage“) kam vor zwei Jahren darauf, Currywurst in Gläser zu verfrachten. Für Tochter Lea (14), die in Bayern wohnt und Papas Wurst auch essen wollte. Kühnöhl schickte die Gläser zu ihr, Lea war begeistert und Papas Geschäftsidee geboren. Neben der Bratcurry gibt es mittlerweile auch Bouletten und Schinken-Krakauer in der Dose, nicht mehr im Glas. In der Region kann man die bei Edeka kaufen, im Internet bestellen unter „www.bestbratcurry.de“. Der Weg zum Erfolg war matschig. „Wenn du gebrühte Wurst in der Dose kochst und ihr 121 Grad auf die Glatze haust, kannste die lutschen“, sagt Kühnöhl. Wie es dann doch geklappt hat, ist geheim. Sogar Bundeswehrsoldaten in Afghanistan haben offenbar schon aus seinen Dosen gespeist. „Ich habs denen vorgeschlagen - und dann hieß es, dass meine Wurst in den Einsatz geht“, so der Küchenchef. Produziert wird in Halberstadt. 100000 Dosen pro Monat hat er als Ziel anvisiert.

Kühnöhls neueste Idee: Eine Currywurst für Muslime soll noch vor Weihnachten kommen: „Die Testphase läuft.“ Die Wurst, natürlich „halal“ (also ,erlaubt‘ und ,zulässig‘), besteht aus Sucuk, einer türkischen Wurst aus Rind. Die NP durfte schon probieren: Die Wurst ist knusprig, schmeckt wie spanische Chorizo und bleibt auch beim Kauen kross. Dazu scharfe oriantialische Gewürze. Ungewöhnlich, aber lecker. Wie kam der Küchenchef auf die „Köri Sucuk“, die er „Oriental“ taufte? „Als Dankeschön für den Döner.“

Kühnöhls Ideen sprudeln weiter: Nächstes Jahr will er den „Currywurst-Song“ bringen. „Das Ding geht in Richtung Reggea“, verrät er. Kreativ, dieser Wurstkönig.