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Mensch-Hannover Krimi-Queen: „Ich war meiner Zeit voraus“
Menschen Mensch-Hannover Krimi-Queen: „Ich war meiner Zeit voraus“
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00:00 24.03.2017
Mörderisch gut: Susanne Mischke hat gerade eine neue Anthologie mit Kurz-Krimis geschrieben. Quelle: Niehaus
hannover

Frau Mischke, was sind für Sie „Mordskerle“?

In Bayern, da, wo ich herkomme, ist ein Mordskerl einer, der tapfer, mutig und klug ist. Ein Held eben.

Im gleichnamigen Buch ist einer davon ein gelegenheitsmordender Bankmitarbeiter ...

... ah, der Typ aus dem „Os­car’s“! Ja, der ist eher hinterhältig und heimtückisch. So ein Typ, der in der Bar in sein Handy reinbrüllt. Als der Strom ausfällt, schlägt er zu. Das „Oscar’s“ ist meine Lieblingsbar in Hannover.

„Mordskerl“ Jupp stattet einen Puff mit Rauchmeldern aus ...

Ich war noch nie im Puff!

Das liest sich aber authentisch ...

Na ja, man sieht so etwas auch im Fernsehen. Da kann man sich das doch gut vorstellen.

Kommissar Völxen kennen Ihre Fans. Ist sein Name eine Reminiszenz an den Springer Ortsteil Völksen? Ihr Verleger wohnt ja da.

() Das war kein Zufall. Das war ein Gag! Ich habe damals ewig rumgedoktert, wie ich den Kommissar nennen könnte. Die Namenssuche für eine Hauptfigur ist extrem schwierig. Der Name muss schließlich irgendwie passen. Ich habe bei meinen Figuren Gesichter vor Augen. Wenn ich noch keinen Namen habe, ist das immer ein Zeichen dafür, dass die Figur noch nicht fertig ist.

Wissen Sie am Anfang, wie die Geschichte ausgeht?

Das kommt darauf an. Entweder steht am Anfang der Plot oder die Figur. Ich versuche beides bis zum Ende durchzudeklinieren. Bei der Völxen-Serie steht der Plot. Bei meinen Psycho-Krimis habe ich die Figur vor Augen und überlege mir, was der passieren könnte. Ich wollte mal unbedingt etwas über eine Analphabetin machen. Ich habe mich gefragt: Wie findet sich so jemand in unserer Welt zurecht? Das war die Grundidee für den Krimi „Die Eisheilige“.

Kommissar Völxen hat Schafe. Warum Schafe?

Die fand ich so cool! Erst wollte ich ja Hühner nehmen. Meine Nachbarin hat welche, die sind auch lustig. Aber mit Schafen kann man mehr machen. Die Mitarbeiter von Völxen müssen immer Schafwitze reißen. Lammfromm, dumm wie ein Schaf – viele Begriffe rund ums Schaf sind noch immer in der Sprache vorhanden. Da wird einem klar, wie wichtig Schafe für uns einst gewesen sein müssen. Seine Mitarbeiterin Oda sagt einmal, nachdem ihre Kollegen wieder einmal einen Schafswitz gerissen haben: „Scher dich nicht drum ...“

Und Ihr nächster Krimi heißt „Wolf im Schafspelz“?

Ich habe vor zehn Jahren ja schon „Wölfe und Lämmer“ geschrieben. Damals waren Wölfe im Deister Utopie. Heute ist das Thema aktuell. Ich war meiner Zeit voraus.

In einer Ihrer „Mordskerle“-Geschichten kommt ein Engel vor. Sind Sie gläubig?

Nein. Aber es gibt schon grenzwertige Sachen, die man nicht erklären kann. Im nächsten Völxen-Krimi kommt Voodoo vor.

Voodoo am Deister?

Nein, Voodoo in Dedensen. Das ist schon schräg, aber auch total interessant. Und die Recherche muss ja auch Spaß machen.

Muss ein Mörder immer überführt werden?

Ich mag ja am liebsten Geschichten, in denen Mörder davonkommen, wenn es der Ermordete verdient hat.

Wie finden Sie eigentlich Ihre Mordmethoden?

Ich mag Mordmethoden, die jedermann zugänglich sind. Das interessiert mich mehr als das Hochpräzisionsgewehr.

So wie der Tee aus der Engelstrompete? Auch eine Methode aus den „Mordskerlen“.

Engelstrompete ist echt übel! Und die kann man überall kaufen.

Woher haben Sie solche Infos?

Ich habe einen Pool aus Informanten. Ich habe eine Freundin beim LKA, eine bei der Polizei, natürlich auch Mediziner. Die Freundin beim LKA erzählte mir einmal, sie habe in ihrem Büro gesessen und plötzlich habe das Ge­bäude gewackelt. Sie habe dann erfahren, dass die Kollegen in der Etage unter ihr einen Rammkurs gemacht haben – zum Türenaufbrechen.

Im Wort Rammkurs hört man ihr rollendes Bayern-„r“. Was hat Ihre Hei­matstadt Kempten, was Hannover nicht hat?

Kempten hat eine nette Kleinstadtgröße, und man ist nah an Italien.

Und was hat Hannover?

Hannover hat Großstadtflair. Ich wohne ja jetzt im Moor, in der Wedemark.

Was lesen Sie persönlich eigentlich?

Alles, was mich anspringt. Und nicht nur Krimis! Im Sommer lese ich übrigens mehr als im Winter. Im Winter ist die Verlockung Fernsehen einfach zu groß.

Gehören Sie eigentlich Sonntagabend zu den „Tatort“-Guckern?

Nein. Null. Die sind humorlos, langweilig, mit schlechten Schauspielern. Grauenvoll. Die aus Münster gehen noch. Die ARD-Serie „Mord mit Aussicht“ ist hingegen großartig! Neulich habe ich eine Petition für die Weiterführung dieser Serie unterschrieben. Die gucke ich fünfmal hintereinander und finde sie noch gut.

Von heike schmidt

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