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Mensch-Hannover Klaus Meine spendiert Rücken-OP
Menschen Mensch-Hannover Klaus Meine spendiert Rücken-OP
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10:00 07.02.2019
kann wieder lachen: Die Goldschmiedin Yvonne Meyer hat zwei Bandscheibenvorfälle und eine erfolgreiche Operation hinter sich. Quelle: Foto: Heusel
Hannover

Lächelnd setzt sich Yvonne Meyer (34) zu ihrem Sohn auf den Teppich, schiebt Joe Vincent (1) ein Auto hin, der schiebt das Spielzeug zurück. Als der Kleine auf den Arm seiner Mama möchte, muss die 34-Jährige ihn vertrösten: „Ich darf dich noch nicht hochheben, ich muss auf meinen Rücken aufpassen.“

Yvonne Meyer wurde nämlich am Rücken operiert, die Goldschmiedin hatte innerhalb von zwei Jahren zwei Bandscheibenvorfälle erlitten, kam um einen chirurgischen Eingriff nicht mehr herum. Die Besonderheit an ihrem Fall: Den Eingriff hat Spitzen-Neurochirurg Madjid Samii (81) honorarfrei durchgeführt, die Klinikkosten seines Groß-Buchholzer INI (International Neuroscience Institut) hat Rockstar Klaus Meine (70) übernommen! Die Kosten dürften um die 13 000 Euro betragen haben.

„Ich kann das immer noch nicht so richtig fassen, ich bin unendlich glücklich und dankbar“, sagte die 34-Jährige, als die NP sie zu Hause bei ihren Eltern in Bröckel (Landkreis Celle) besucht. Eigentlich wohnt Meyer im sieben Kilometer entfernten Uetze, „weil ich mein Kind aber weder heben noch tragen darf, bin ich auf Hilfe angewiesen.“

Und dann erzählt sie bei einer Tasse Kaffee diese ungewöhnliche und so herzerwärmende Geschichte, in der es vor allem um eins geht: bedingungslose Hilfe. „Ich hatte mich in diesem Jahr wieder am Goldschmiedewettbewerb für den Leibniz-Ring Hannover beworben“, berichtet Meyer. Es ist das zweite Mal, dass die Kreative, die in der Bröckeler Schmuckmanufaktur Wolfgang Raschke ihr Handwerk erlernt hat, ein Schmuckstück in den Ring geworfen hat, „auch als Unternehmer Hans Georg Näder 2017 ausgezeichnet werden sollte, hatte ich teilgenommen.“ Als Yvonne Meyer dann sah, dass Scorpions-Sänger Meine geehrt werden sollte, kribbelte es wieder in den Fingern. Da hatte sie aber schon der zweite Bandscheibenvorfall ereilt, „der Wille mitzumachen, war aber stärker. Und Klaus Meine fand ich schon immer toll“, gesteht sie, „er hat mich als Person interessiert, deshalb wollte ich unbedingt einen Ring entwerfen.“

Spezialist: Professor Madjid Samii. Quelle: HAZ, Hannoversche Allgemeine Zeitung

Herausgekommen ist ein Exemplar aus 750er Gelbgold und 925er Sterlingsilber, auf dem ein goldenes Brückengeländer, eine Friedenstaube sowie ein Ausschnitt aus dem Refrain des Welthits „Wind of Change“ abgebildet sind sowie eine Silhouette des Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz und ein Porträt von Klaus Meine.

„Als ich den Ring dann etwas verspätet zum Presse-Club gebracht hatte, fragte mich der Vorsitzende, warum ich denn humpeln würde“, erinnert sich Meyer. Sie erzählte Jürgen Köster (70) von der Diagnose und den Schmerzen, die sie tagtäglich hatte. Der wiederum zögerte nicht lange und rief Professor Samii an, „und dann ging alles ganz schnell. Er hat mich im INI untersucht und sogar motorische Ausfälle festgestellt“, erzählt die Goldschmiedin. Der Experte habe ihr sofort gesagt, dass sie operiert werden müsste, „ich hatte gehofft, drumherum zu kommen. Eigentlich war ich fassungslos und hätte am liebsten geheult.“ Der Neurochirurg ließ einen Kostenvoranschlag erstellen, mit dem Meyer bei ihrer Krankenkasse vorstellig wurde. Ihr Eindruck: „Ich wurde von dem Mitarbeiter ziemlich herablassend behandelt und er meinte, es müsse erst einmal geprüft werden, ob eine Operation überhaupt erforderlich sei.“

Klaus Meine (rechts) wurde im November mit dem Leibniz-Ring des Presseclubs Hannover ausgezeichnet. Die Laudatio auf Klaus Meine hielt Wladimir Klitschko, der ehemalige Box-Weltmeister. Quelle: HAZ, NP

Anderthalb Wochen später erfolgte die Ablehnung seitens der Kasse, auch der Widerspruch wurde abgelehnt. Meyer war fassungslos. So auch Jürgen Köster – der Madjid Samii über den Stand der Dinge auf dem Laufenden hielt. Und auch nachdem der 81-Jährige sich bereit erklärte hatte, die Patientin ohne Honorar zu operieren, und ein weiterer Neurochirurg ein Empfehlungsschreiben beigefügt hatte, lenkte die Krankenkasse nicht ein. „Ich hätte mir trotz des Honorarverzichts des Professors den Eingriff im INI nicht leisten können“, so Meyer, die sich derzeit in Elternzeit befindet und nur wenige hundert Euro erhält. Rund 10 000 Euro würden die Klinikkosten nämlich noch betragen.

„Zu groß waren die Schmerzen

Zu einzelnen Personen macht Neurochirurg Samii keine Angaben – aus Datenschutzgründen. Generell sagte er der NP aber: „Ich möchte es bei keinem Patienten, der volles Vertrauen zu mir hat, wegen seines finanziellen Hintergrunds ablehnen, ihn zu operieren.“ Er habe immer einen Weg gefunden, dies auch ohne Honorar zu tun. Und: „Es ist nicht nachvollziehbar, dass manche Krankenkassen auf diese Vertrauensbasis zwischen Patient und Arzt keinen Wert legen und sich die Patienten deshalb gezwungenermaßen anderweitig behandeln lassen.“

Als der Leibniz-Ring am 5. Dezember im HCC feierlich an Klaus Meine verliehen wurde (es wurde vorher ein anderer Siegerring ausgewählt), konnte die 34-Jährige nicht dabei sein, „zu groß waren die Schmerzen“. Auf ihr Schmuckstück und auf ihre Geschichte wurde Klaus Meine schließlich trotzdem aufmerksam. Wenige Tage nach der Verleihung schaute er sich alle eingereichten Ringe in Ruhe an, wollte vier weitere als Erinnerung kaufen – darunter war auch der von Yvonne Meyer.

Für Klaus Meine eine „Herzensangelegenheit“

„Und so hat Jürgen Köster ihm ebenfalls von mir und den ganzen Umständen erzählt.“ Mit dem Ergebnis, dass der Weltstar aus der Wedemark sich sofort bereit erklärte, die verbleibenden Kosten zu übernehmen.

„Es war mir eine Herzensangelegenheit“, sagte Meine der NP. Es sei das Mindeste gewesen, der Goldschmiedin zu helfen, „einer Person, die sich lange mit dem Ring und somit auch mit mir beschäftigt hat. Naheliegend, dass ich helfe.“ Für Meine habe sich somit auch ein Kreis geschlossen.

Für Yvonne Meyer übrigens auch: An ihrem Geburtstag, dem 21. Dezember, erhielt sie vom Vorsitzenden des Presse Clubs den Anruf, „und am 4. Januar wurde ich schon operiert.“ Mit der Folge, dass „ich am zweiten Tag einwandfrei aufstehen konnte und die Nervenschmerzen weg sind.“ Nun muss die 34-Jährige noch ein bisschen Geduld haben. Sie hofft, „dass die Taubheit im Fuß besser wird und ich bald endlich wieder mehr als ein Kilo Gewicht anheben und meinen Sohn wieder tragen kann.“

Von Mirjana Cvjetkovic

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