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EIN RAHMEN FÜR JEDEN ANLASS: Klaus Jünemann weiß, was gut aussieht und wie man Bildern und CDs eine besondere Wirkung verpassen kann. © Nigel Treblin

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Porträt

Klaus Jünemann gibt Stars den richtigen Rahmen

Unzählige Fotos und Gemälde hat Klaus Jünemann (55) in der Südstadt bereits eingerahmt. Richtig spannend wird es in seinem Geschäft aber, wenn er für Superstars und deren Gold- und Platinplatten den passenden Rahmen baut.

Achtung – nur nicht mit bloßen Fingern anfassen! Das hat Klaus Jünemann (55) festgestellt, als er die ersten Male mit Platin- oder Goldstatus ausgezeichnete CDs zum Einrahmen in die Hände bekam. „Die Dinger kann man nicht putzen, sie sind hochempfindlich“, erzählt der Experte der NP in seinem Geschäft in der Südstadt, „einmal draufgetatscht, für immer sichtbar.“ Deswegen hat Jünemann immer, wirklich immer, Handschuhe an, wenn er mit den kleinen Scheiben arbeitet.

Durch seine Finger sind schon viele preisgekrönte CDs (und auch DVDs) gewandert, „eigentlich lief schon jede Band der Welt durch mein Geschäft“, sagt er. „Also fast ...“ Es fehlen ihm Madonna (57) und Michael Jackson († 50) – aber bei Letzterem wirds ganz schwer, der King of Pop ist ja seit 2009 tot. Es sei denn, es gibt ja posthum noch eine Chance.

Wenn Jünemann das so sagt, meint er nicht die Stars in Person, sondern „nur“ ihre Werke: Zuletzt hat er für „Sing meinen Song – das Tauschkonzert“ von Xavier Naidoo (44, die erste Staffel der TV-Show erhielt die Platin- und Goldauszeichnung) Rahmen gefertigt. Er wählte, wie meistens, einen quadratischen Aluminiumrahmen: „Der lässt sich gut transportieren und aufhängen.“

Zu den Aufträgen großer Plattenfirmen kam Jünemann über Nacht: „Weil jemand ganz plötzlich und schnell einen Rahmen für eine Ehrung brauchte“, erinnert er sich. Damals hatte Universal sein Presswerk noch in Langenhagen, der Vertrieb wandte sich an Jünemann. „Da sich die Labels alle untereinander kennen, hieß es dann immer wieder: ‚Ruf mal den Jünemann in Hannover an, der macht das?“, erzählt der Fachmann und lacht. Erreicht ein Künstler Goldstatus, hat er 100 000 Platten verkauft, Platin gibts für die doppelte Menge.

Manchmal schicken die Plattenfirmen Vorgaben mit, manchmal lassen sie den 55-Jährigen frei gestalten: „Und wenn dann was von der Band Manowar reinkommt, muss ich erst einmal in die Musik reinhören.“ Da deren Songs „laut und brutal klingen, passt ein weißer Rahmen natürlich nicht. Das ist viel zu lieblich.“ Also wurde es ein schwerer, schwarzer Rahmen, mit einem Feuerring auf dem Glas (die Band wurde für ihren Song „Black Wind Fire and Steel“ geehrt), der die CD umrahmt: „Es musste einfach etwas Martialisches sein, durch den 3-D-Effekt wirkte es noch brachialer.“

Bis zu 20 Exemplare pro Auszeichnung verlassen dann nach drei, vier Wochen Vorlaufzeit und Arbeit das Geschäft an der Schlägerstraße, „es bekommt ja nicht nur die Band einen gerahmten Preis, auch Produzenten und Tontechniker werden bedacht“, weiß Jünemann. Mittlerweile gehören Weltstars wie Elton John (69), Andrea Bocelli (57) und Luciano Pavarotti († 71) quasi zu seiner Kundschaft, die Jungs von den Böhsen Onkelz haben mal ein signiertes Poster in die Südstadt mitgeschickt. Das Rahmen von CDs steht aber nicht auf der Tagesordnung, „ich rahme Bilder und Fotos ein, fertige Passepartouts an“, so Jünemann. Gern berät er seine Kundschaft ganz individuell, „man lässt sich ja auch beim Klamottenkauf beraten“. Stimmt.

NPVISITENKARTE

Geboren am 26. September 1960 in Langenhagen. Nach seiner Ausbildung im Holzbau absolviert Jünemann zunächst seinen Zivildienst und die Fachoberschule, ehe er anfängt, im Holzbau zu arbeiten. 1991 sehnt er sich nach einer Veränderung in seinem Leben und übernimmt das Geschäft „Kunst und Rahmen“ seines Onkels in der Südstadt. „Ich hatte praktische Erfahrung, und für Kunst habe ich mich auch immer interessiert.“ Er entwickelt sich zum Rahmenprofi, Plattenfirmen wie Sony, EMI und Universal gehören zu seinen Kunden. Jünemann ist verheiratet und hat zwei Söhne – Moritz (24) und Robert (21). www.juenemann-rahmen.de


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