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Mensch-Hannover Kim Wilde: Garten ist meine Kirche geworden
Menschen Mensch-Hannover Kim Wilde: Garten ist meine Kirche geworden
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11:21 06.08.2018
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Hannover

H-errenhäuser Gärten, kennen Sie die? Sie gelten als leidenschaftliche Gärtnerin.

Das stimmt, gärtnern hat für mich teils als Therapie, teils als eine Art Religion begonnen. Nach einem Jahrzehnt in der Popmusik während der 1980er, sehnte ich mich nach der Natur, sehnte ich mich danach, „Back To The Garden“ zu kommen, wie es Joni Mitchell besungen hat. Ich fühle mich der Natur sehr stark verbunden, spirituell verbunden, und ich glaube fest daran, dass viele psychische Krankheiten daher rühren, dass wir nicht mehr in Einklang sind mit unserem wunderschönen Planeten und dem Universum. Der Garten ist meine Kirche geworden, wo auch immer ich bin, selbst in den Herrenhäuser Gärten in Hannover.

A-liens, warum haben Sie Ihr neues Album „Here Come The Aliens“ genannt?

Im Jahre 2009 war ich bei Sonnenuntergang mit meinem Mann und einem Freund in unserem Garten. Auf einmal sahen wir diese unglaublichen Lichter am Himmel. Sie bewegten sich völlig widernatürlich, vor und zurück. Seither bin ich überzeugt: Wir sind nicht allein in diesem wunderbaren Universum, die Wahrheit ist irgendwo da draußen.

N-ena. Mit ihr haben Sie vor 16 Jahren das Duett „Anyplace, Anywhere, Anytime“ aufgenommen. Wie war es, mit ihr zu arbeiten?

Das war eine ganz spontane Aktion. Nena hat mich gefragt, ob wir das Duett miteinander singen wollen, als wir uns zufällig auf einer Veranstaltung in Berlin trafen. Ich wusste gar nicht, dass das ein alter Song war, ich dachte, das sei ein neuer, den sie für ihr Album aufnehmen wollte. Und ich hätte nie im Traum daran gedacht, dass das ein so großer Hit in Deutschland werden könnte. Ich habe Nena wirklich viel zu verdanken, sie ist eine Naturgewalt und inspiriert mich sehr.

N-ow and Forever, Ihr neuntes Studioalbum, war Ihr am wenigsten erfolgreiches. Es führte dazu, dass Sie den Pop sein ließen und 1995 bis 1997 im Londoner West End im Musical „Tommy“ mitspielten. Dort haben Sie Ihren Mann Hal Fowler kennengelernt. Wenn Sie auf die Jahre zurückblicken: Wie waren die für Sie?

Ich war bereit für eine Veränderung, also bin ich zum Casting vor dem legendären Pete Townshend für „Tommy“ gegangen. Innerhalb von sechs Monaten haben Hal und ich uns getroffen und uns verliebt. Es war Schicksal.

O-h, oh, die Frage nach dem Alter. Sie sind 57 Jahre alt, haben vor 37 Jahren als Sängerin begonnen: Wie haben Sie sich musikalisch seither entwickelt?

Ich habe den Eindruck, dass mich meine Rock-’n’-Roll-Wurzeln immer stärker beeinflussen, je älter ich werde. Aber ich liebe dennoch wirklich jedes Pop-Genre: Gib mir Hip Hop! Gib mir Rock! Gib mir Punk! Gib mir Funk!

V-ereinigte Staaten von Amerika. Dort hatten Sie 1987 den Nummer-1-Hit „You Keep Me Hangin’ On“, Sie wollten aber angeblich nicht durch die USA touren, weshalb das Ihre einzige US-Nummer-1 geblieben sei. Stimmt das?

Mein Erfolg auf dieser Seite des großen Teichs war so groß, dass ich das nicht missen wollte. Ich hatte nie den Wunsch, ein großer Star in Amerika zu sein; tatsächlich hatte ich nie den Wunsch, überhaupt ein Star zu werden. Ich wollte eigentlich nur mein Geld mit der Musik, dem Singen, dem Schreiben und Aufführen verdienen. Und mehr als alles andere habe ich mir eine eigene Familie gewünscht.

E-lternzeit, die haben Sie sich ein paar Jahre lang für Ihre Kinder Harry Tristan und Rose Elisabeth genommen, die 1998, beziehungsweise im Jahre 2000 zur Welt kamen. War das eine gute Zeit?

Die Entscheidungen, die Mütter und Väter oft zwischen der Arbeit und dem Elternsein fällen müssen, sind schwer. Das war für mich nicht anders. Kinder verstehen ja nicht, warum die Eltern weggehen, ihnen die Arbeit wichtiger zu sein scheint. Wie sollten sie das auch verstehen? Es ist ein Balance-Akt, den ich wirklich sehr hart versucht habe, zu bewältigen. Ich weiß aber, dass ich mindestens so oft versagt habe, wie ich das erfolgreich bewerkstelligt habe. Mein Rat an alle Eltern wäre, dass sie sich so lange wie möglich den Kontakt zu ihren Kindern so eng wie möglich bewahren.

R-icky Wilde, Ihr Bruder ist der Produzent Ihres neuen Albums. Zu Beginn Ihrer Karriere stand auch Ihr Vater Marty noch im Studio mit Ihnen. Wie ist es, mit der Familie zu arbeiten?

Unser Vater Marty steht aktuell im Studio und nimmt ein neues Album auf. Er behauptet, es werde sein letztes, wir glauben ihm aber kein Wort, hah! Aber mal ernsthaft: Mein Vater, mein Bruder Ricky und ich teilen eine große Liebe und Leidenschaft für die Musik. Wir waren immer sehr gut darin, einander zuzuhören und unsere gegenseitigen Ansichten zu teilen. Mittlerweile arbeiten Ricky und ich praktisch telepathisch miteinander, wir verstehen uns blind. Das ist aufregend, und das hört man „Here Come The Aliens“ auch an!

von Verena Koll

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