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Mensch-Hannover Kavka: "Die Musikszene ist lebendig hier"
Menschen Mensch-Hannover Kavka: "Die Musikszene ist lebendig hier"
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00:16 05.04.2014
Ab Oktober auf Sendung: Markus Kavka Quelle: Frank Wilde

Warum Hannover?
(lacht) Ja, warum Hannover? Das hat sich, wie immer in dieser Branche über persönliche Beziehungen ergeben. Frank Maass (Geschäftsführer des Senders, d. Red.) kenne ich sehr lange, mit ihm hatte ich schon in den 90ern zu tun. Zu meinen VIVA- und VIVA-2-Zeiten hat er Bands gemanagt, ein paar von denen habe ich interviewt. Dann haben sich unsere Wege einfach immer wieder mal gekreuzt. Er weiß, dass ich ein Kind der Radios bin. Und ich hatte schon immer eine bestimmte Idee im Kopf, die ich mal machen wollte. Bisher fehlten die Zeit und das passende Umfeld.

Das hat sich ja nun geändert. Erzählen Sie von Ihrer Sendung.
Der Arbeitstitel ist „Markus Kavkas persönliches Musiktagebuch“. Vielleicht fällt uns noch ein griffigerer Titel ein. Ich werde mein ganzes Leben anhand von Musik nacherzählen. Das heißt, es geht 1967 los und endet 2014. In jeder Sendung werden wir zwei Jahre meines Lebens behandeln und die Musik aus dieser Zeit spielen. Ich werde das in einen zeitgeschichtlichen Kontext setzen - was habe ich da gemacht, was hat die Welt da gemacht?

Dann lassen Sie mal hören: Welche Musik lief denn beim ersten Kuss?
Das war 1979 beim Autoscooter auf der Kirmes in Manching. Da lief Smokie mit „Living Next Door to Alice“. Das weiß ich deswegen noch so gut, weil der Kuss so megabeschissen war, dass ich die Muße hatte, mich auf die Musik zu konzentrieren. Das war Ingrid, mein erster Zungenkuss. Das hat sich angefühlt, als würde mich ein Kanarienvogel küssen.

Was macht Ingrid heute?
Das weiß ich genau: Sie hat drei Kinder und wohnt in einer Querstraße 200 Meter von meinen Eltern entfernt.

Noch ein einschneidendes Erlebnis, bitte!
Als ich meinen Führerschein bestanden habe, hat mir mein Vater sein Auto geliehen. Ich hatte „Everything Counts“ von Depeche Mode im Kassettendeck und habe prompt eine rote Ampel übersehen! Ärgerlich, es gab drei Punkte. 

Und beruflich gesehen?
Als kleiner Lokal-Radiojournalist habe ich mal Kurt Cobain in einer Bude in Bayern, dem Circus Gammelsdorf, interviewt. Da kannte den noch keine Sau. Der saß wie ein Häufchen Elend vor mir und hat in seinem von Motten zerfressenen Pulli rumgepult. Die Haare hingen überm Mikro, er hat genuschelt, ich habe kaum etwas verstanden. Prägender Typ, weil ich zwei Jahre später mit meiner Band Vorgruppe von Nirvana war, er konnte sich an mich erinnern. Ich habe ihn noch mal in München gesehen, ehe er sich das Leben nahm. Das war so, als wäre ein guter Bekannter gestorben. Irgendwie hatte ich zu dem einen Draht. Schade!

Was verbinden Sie musikalisch mit Hannover?
Die Stadt war immer ein gutes Fleckchen auf der Musiklandkarte in Deutschland, eine sehr lebendige Musikstadt. Die Scorpions kommen von hier, die habe ich vor zwei Jahren mal interviewt. Super-Typen, unfassbar nett, unbestritten große musikalische Verdienste. Auf die lasse ich nichts kommen. Ich kenne auch Fury in the Slaughterhouse und bin mit Mousse T. gut bekannt. Die Musikszene ist lebendig hier! In Hannover habe ich auch mal ein nettes Mädchen kennengelernt, das war zu meinen Gothic-Zeiten so Mitte der 80er. Ihretwegen bin ich dann alle zwei Wochen hier hoch getrampt (lacht). Das war so eine Edel-Gruftie-Braut, ein ganz, ganz heißer Schuss.

Ganz kurz zum Schluss: Was bedeutet Ihnen Musik?
Es ist mein Lebenselixier und das Fundament für die ganz großen Emotionen in meinem Leben. Eines der Dinge, die ich mir als Letztes nehmen lassen würde.

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