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Mensch-Hannover Karim Maataoui: Vom Popstar zum Tech-Gründer
Menschen Mensch-Hannover Karim Maataoui: Vom Popstar zum Tech-Gründer
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17:10 11.06.2018
AUF ERFOLGSKURS: Ex-„Touché“-Sänger Karim Maataoui stellt seine Erfindung auf der Cebit vor. Quelle: Christian Behrens
hannover

Früher sind die Mädels reihenweise ausgerastet und in Ohmacht gefallen, wenn er in der Nähe war. Heute ist seine Firma „Free Mee“ eines der innovativsten Start-up-Unternehmen Europas: Karim Maataoui (43) sieht darin aber alles andere als einen Widerspruch – „ich habe immer schon das getan, was mir Spaß macht und mich dabei ständig neu erfunden.“

19 Jahre sind vergangenen, seitdem der Sänger aus Hildesheim die Band Touché verlassen hat. Wenn man das nicht wüsste und sich die vereinzelten weißen Haare, die sich durch seine stylishe Undercut-Frisur ziehen, wegdenken würde – man sähe es nicht. Beim Frühstück mit der NP (Espresso, Rührei, Joghurt mit Obstsalat und Ahornsirup) im „Zurück zum Glück“ erzählte der Tech-Unternehmer, womit er heute sein Geld verdient. „Ich habe eine Lösung für ein intelligentes WLan entwickelt, von dem jeder etwas hat: Derjenige, der es nutzt, derjenige, der es zur Verfügung stellt und wir, die damit Geld verdienen“, erläutert er das werbefinanzierte Modell für Standortvernetzung. Das Ganze stellt er in diesen Tagen auch auf der Cebit vor.

Den Umsatz steigert „Free Mee“ um 800 Prozent

Neun feste und bis zu 50 freie Mitarbeiter beschäftigt er und konnte mit seiner Geschäftsidee den Umsatz von 2017 auf 2018 um sagenhafte 800 Prozent steigern. „Schon im zweiten Jahr hat die Firma schwarze Zahlen geschrieben.“ Unternehmen wie Gerry Weber, Hallhuber, das Kult-Restaurant Sansibar auf Sylt sowie die Betreiber der Lanxess Arena in Köln und des Berliner Olympiastadions gehören zu seinen Kunden. Die Flughäfen in München und im russischem Sotschi sind interessiert, eine Expansion in die USA (die „Mall of America“ in Minnesota ist mit jährlich 42 Millionen Besuchern das meistbesuchte Einkaufszentrum der Welt) steht bevor.

Mit dem RFID-Chip startet er sein Auto

Wer hätte das gedacht – vom Popstar zum Gründer und Investor? „Ich schon“, sagt er und grinst smart. „Im Studio habe ich früher doch auch immer viel getüftelt und nach Lösungen gesucht, wenn die Technik mal wieder versagte.“ Der Mann lebt seinen Job, der ihm unter die Haut geht – im wahrsten Sinne: In seiner linken Hand steckt ein reiskorngroßer sogenannter „RFID“-Chip (steht für „Radio-Frequency Identification“). „Ich kann damit mein Büro aufschließen und das Auto starten“, sagt er und lacht. Das Ganze war mal eine Wette mit seinem Freund und Förderer Rolf Werner, Deutschland-Chef des Technologiekonzerns Fujitsu. „Der hat jetzt auch einen.“

Klingt kurios, ist andernorts aber schon gängig: „Es gibt Leute wie dich und mich in Schweden, die so ihre Busfahrkarte bezahlen.“ Abneigung gegen technische Innovationen kann er absolut nicht nachvollziehen, „entweder man zieht mit oder geht in den Wald zelten. Es kommt doch sowieso und wir werden uns mit den Themen positiv auseinandersetzen müssen.“

Seine Familie ist Maataoui heilig

Karim Maataoui spricht Klartext, kommt dabei aber nicht nerdig oder großkotzig daher, eher zukunftsorientiert. Und wie sieht seine Zukunft aus? „Ich will reisen, meine Idee nach vorne bringen“, hat er sich vorgenommen. Dass bei so viel Bewegung das Privatleben auf der Strecke bleibt, weiß er, kann damit leben. Schließlich gibt es da ja die Familie, die ihm heilig ist: Einer seiner vier Brüder, Tarik (40), arbeitet in seiner Firma, seine Mutter Fatima-Sahra besucht er alle acht Wochen, sie telefonieren oft. „Sie ist stolz auf das, was ich tue, hat mich schon immer bestärkt.“ Da fällt ihm etwas ein – er ruft sie an: „Mama, zum Abendessen kann ich nicht kommen“, lässt er sie kurz wissen. Und prompt ist wieder alles so wie früher – nur ohne Gekreische. www.free-mee.com

Von Mirjana Cvjetkovic

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