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Mensch-Hannover Kai Wiesinger checkt das Sprengel Museum in Hannover
Menschen Mensch-Hannover Kai Wiesinger checkt das Sprengel Museum in Hannover
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12:43 01.02.2018
Der Museums-Check: Kai Wiesinger ist für die 3Sat-Sendung einen Tag im Sprengel Museum unterwegs gewesen. Quelle: Dröse
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Hannover

Kaum hatte er sich im „Bell’ Arte“ zum Mittagessen hingesetzt, kamen die Erinnerungen hoch: „Hier um die Ecke bin ich in die Waldorfschule gegangen, war bei 96 im Stadion, habe meinen Optimistenschein in der Segelschule gemacht, bin im Winter Schlittschuh gefahren, habe im Loretta’s an der Bar gesessen, während meine Freunde gearbeitet haben“, sprudelt es aus Kai Wiesinger (51) heraus. Er lässt den Blick aus dem Fenster schweifen: „Ich erinnere mich gerne.“

Der Schauspieler ist zurück in der alten Heimat: Für Dreharbeiten der 3Sat-Sendung „Museums-Check“ kam er aus seiner Wahlheimat Berlin mit dem Zug an die Leine, verbrachte den Tag im Museum – sicherlich einer seiner Lieblingsorte in der Stadt. „Ich war mit der Familie Weihnachten zuletzt hier“, erzählt er bei einer Pizza. Mit dabei waren seine Lebensgefährtin Bettina Zimmermann (41), die er wie selbstverständlich „meine Frau“ nennt, und die vier Kinder, die die Patchworkfamilie hat. Genau wie er ist auch die Schauspielerin in der Region aufgewachsen, „quasi 20 Kilometer voneinander entfernt – Bettina in Großburgwedel, ich in Kirchrode.“ Wer hätte damals gedacht, dass die beiden irgendwann gemeinsame Wege gehen – offiziell als Paar haben sie sich erstmals im Februar 2014 gezeigt. Mittlerweile sind sie auch Eltern eines zweijährigen Jungen.

Wiesinger hat schöne Erinnerungen an Hannover

„Ich finde es ganz wunderbar und wichtig, meinen Kindern, generell jungen Menschen, Kunst nahezubringen“, sagt Wiesinger. Aufmerksam zu beobachten, eigene Schlüsse aus dem Gesehenen ziehen, das sei großartig. Deshalb geht er mit seinen Kinder an den Wochenenden auch regelmäßig in Museen und Galerien. „Videospiele mögen ja auch schön sein, nur bringen sie nichts. Außer vielleicht die Fingerfertigkeit, mit dem Joypad umzugehen.“

Wiesinger liebt Kunst, das merkt man sofort: Er spricht liebevoll über sie, seine Augen glänzen, er scheint sie mit Haut und Haaren zu erleben: „Bei allem Respekt für die Wissenschaft: Kunst bringt uns gesellschaftlich voran, hilft uns dabei, die Menschheit weiterzuentwickeln. Ohne Kunst würde es doch sehr rudimentär bleiben.“

Das Sprengel Museum steht für den 51-Jährigen insbesondere für den Fotografen Heinrich Riebesehl († 72): „Seine Arbeiten verkörpern meine Kindheit“, so Wiesinger, der selbst auch Fotograf ist und sogar Bilder des 2010 in Hannover verstorbenen Künstlers besitzt. Ansonsten wird ihm ganz warm ums Herz, wenn er Werke von Francis Bacon († 82), Max Beckmann († 66) und Pablo Picasso († 91) zu sehen bekommt, „das macht mich ganz glücklich“. So viel Leidenschaft, Lust und vor allem Sachverstand hat übrigens auch Markus Brock (54) sehr glücklich gemacht: „Es ist ein Geschenk, mit ihm hier durchzugehen“, schwärmt der TV-Moderator über den Schauspieler, „er ist ein echter Profi“. Mit Wiesinger entstand gestern die 49. Folge der Sendung, die am 25. Februar um 18.30 Uhr bei 3Sat ausgestrahlt wird.

Er lebt mit Bettina Zimmermann in Berlin

Lustig: Als Protagonist und Fernsehleute mit den Dreharbeiten beginnen, kommt gleich ein Museumsbesucher auf den Star zu und sagt: „Meine Tochter liebt sie!“ Und Wiesinger liebt das, was er tut: Filme und Serien drehen, fotografieren – vor ein paar Tagen ist er mit seiner Leica für ein neues Projekt losgezogen.

„Zuletzt hatte ich für das Fotografieren leider zu wenig Zeit“, erzählt er. Zu sehr war und ist er in die Dreharbeiten von „Der Lack ist ab“ involviert, er hat die Amazon-Serie erfunden, er schreibt die Drehbücher, führt Regie – und spielt dann an der Seite von Bettina Zimmermann auch noch die Hauptrolle. Aktuell wird die Comedy-Serie übrigens in London übersetzt und geht ab Mitte März weltweit an den Start: „Wahnsinn, oder?“

Bald will sich Wiesinger aber wieder mehr Zeit für seine Leidenschaft Fotografie nehmen. Vielleicht zeigt er die Bilder statt in Worms und Ulm (hatte dort gemeinsame Ausstellungen mit Franziska Stünkel, 44) ja auch mal in seiner Heimatstadt? „Da hätte ich total Lust zu“, kommt es da sofort zurück. „So ein kleines kulturelles Highlight, eine Pop-up-Galerie zum Beispiel“, beschreibt er seine Vision. So kreativ und voller Ideen, wie er ist, dürfte das ja kein Problem sein.

Von Mirjana Cvjetkovic

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