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Fliegen mit Martin Jürgensmann (HannoveRaner). FOTO: Florian Petrow

Da macht er den Abflug: Martin Jürgensmann sitzt vorne, der Pilot hinten.© Florian Petrow

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Jürgensmann fliegt gegen seine Flugangst

Sie ist ein echtes Schmuckstück – die blaue Boeing PT-17 Stearman mit den leuchtend gelben Tragflächen. Doch bei Martin Jürgensmann (45) löst die mehr als 70 Jahre alte Doppeldeckermaschine keine Glücksgefühle aus. Sie ist eine Herausforderung. Der Comedian aus Hannover hat Flugangst.

Hannover. Jüngst wechselte er von Radio ffn zu NDR 1 Radio Niedersachsen. Und die neuen Kollegen fragten sich, ob der sonst so kesse Sprücheklopfer, der täglich eine NP-Kolumne schreibt (heute auf Seite 14), auch hoch oben in der Luft noch zu Scherzen aufgelegt ist. „Da habe ich nicht lang gezögert, zum Einstand muss man sich schon beweisen“, sagt Jürgensmann und grinst tapfer.

Kurz vor dem Start auf dem Motorsportflughafen Arloh bei Celle ist dem 45-Jährigen dann doch etwas mulmig – ein Zurück ist aber keine Option. „Dann steig mal ein“, ruft Pilot Roman Niedworok (39), der bereits auf dem hinteren Sitz des Propeller-Flugzeugs Platz genommen hat. „Wie, ich soll auch noch vorne sitzen?“, fragt Jürgensmann ein wenig erschrocken. „Du fliegst doch“, scherzt Niedworok und lacht. Der Humor wirkt, die Gesichtszüge des Comedians entspannen sich ein wenig. Perfekt mit Overall, Lederhaube und Headset präpariert, kraxelt der 45-Jährige über die Tragflächen in die Maschine. Schnell noch den Sterngurt angelegt, dann startet der 39-jährige Pilot auch schon den Motor.

Mit dem Sound von zehn Harleys rollt der alte Doppeldecker über die Graspiste des Motorsportflughafens. „Ich habe nur den Wald vor uns gesehen und gedacht: Verdammt, wenn die Maschine jetzt nicht hochkommt“, berichtet Jürgensmann hinterher.

Doch auf Roman Niedworok ist Verlass. Sanft heben die Räder vom Boden ab, der Flieger gewinnt an Höhe. „Das ist wirklich total abgefahren“, findet Jürgensmann – nachdem er die ersten Schrecksekunden überwunden hat. Wie sah es mit der Angst aus? „Je höher wir stiegen, desto surrealer wurde die Welt unten und die Angst weniger“, beschreibt der Comedian. Und das, obwohl in der Luft jeder Windhauch, jede kleinste Kursänderung zu spüren sei. „Es ist wie in einer Achterbahn, wenn das Flugzeug steigt oder fällt“, sagt Jürgensmann, der in der Luft langsam ein wenig Gefallen an der Spritztour zum NDR-Funkhaus am Maschsee fand. „Je länger ich drin saß, desto besser verstand ich auch die Physik, wie alles funktioniert“, erklärt der Radiomann. Nach gut 20 Minuten tauchte das NDR-Funkhaus unter der Maschine auf. Unten staunten die Kollegen. „Ja, hier kommt der Wahnsinnige mit Flugangst und kreist übers Funkhaus“, rief Jürgensmann runter, das Lachen war ihm nicht vergangen. Ehefrau Iris (47) wird sein tollkühner Trip ebenfalls freuen – sie ist Stewardess. Heute ab 15 Uhr berichtet der Comedian im Radio bei NDR 1 von seinem Ausflug.

Kurz vor dem Start ist dem 45-Jährigen dann doch etwas mulmig - ein Zurück jedoch keine Option. „Dann steig mal ein“, ruft Pilot Roman Niedworok (39), der bereits auf dem hinteren Sitz des Propeller-Flugzeugs Platz genommen hat. „Wie? Ich soll auch noch vorne sitzen“, fragt Jürgensmann ein wenig erschrocken. „Du fliegst doch“, scherzt Niedworok und fängt an zu lachen. Die Gesichtszüge des Comedians entspannen sich ein wenig. Perfekt mit Overall, Lederhaube und Headset präpariert, kraxelt der 45-Jährige dann wagemutig über die Tragflächen in die Maschine. Schnell noch den Sterngurt angelegt, dann startet der 39-jährige Pilot auch schon den Motor.

Mehr Infos zu Rundflügen: www.stearman-crew.de.

Jana Meyer (Text), Florian Petrow (Fotos und Video)