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STARTEN DURCH: Jonathan Zelter und seine Band spielen am 15. September in Hannover – die Jungs freuen sich drauf!

STARTEN DURCH: Jonathan Zelter und seine Band spielen am 15. September in Hannover – die Jungs freuen sich drauf!
 © Bjørn Jansen

NP-Interview

Jonathan Zelter wirbelt die Pop-Welt auf

Bei Max Giesinger (28) spielt er im Vorprogramm, mit den Bands Pur und Glasperlenspiel tritt er auf Kreuzfahrtschiffen auf, vergangenes Jahr wurde er zum „Newcomer der Jahres“ gewählt: Jonathan Zelter ist ein Shootingstar. Am 15. September spielt er mit seiner Band im Lux am Schwarzen Bären – auch die aktuelle Single „Purzelbaum“.

Hannover. Sie sind doch 23, oder? Sind sie da nicht zu alt für Purzelbäume?

Weil meine neue Single so heißt (lacht)? Ich sag mal so: Wahrscheinlich war ich schon immer zu alt für Purzelbäume, ich habe die nicht einmal in der Grundschule hinbekommen. Aber das Bild vom Purzelbaum, das finde ich schön, dieses das-Leben-auf-den-Kopf-stellen. Ein Fan schrieb mir neulich, sie habe einen so schönen Tag, sie könne eine ganze Allee von Purzelbäumen schlagen. Das Bild fand ich toll. So ist es auch in dem Song gemeint.

Es ist ein Liebeslied. Um wen geht es denn da?

Um niemanden Bestimmtes. Es ist ganz einfach eine Hymne auf die Liebe, auf Freundschaft, das Lied lässt alle Interpretationen offen.

Geht es auch um Ihre Karriere? Sie gelten als die Entdeckung des Jahres 2016.

Klar geht es auch darum, ja. Vor drei Jahren hätte ich es nie für möglich gehalten, dass ich in einem Jahr so viele Termine haben würde, wie ich allein nur in diesem September habe. Ich hätte außerdem nie gedacht, dass ich ein Solo-Konzert in Hannover spielen dürfte, aber am 15. September ist es jetzt soweit.

Wie viele kommen denn zu Ihren Konzerten?

Bisher waren meist 80 bis 300 Zuschauer da.

Dann machen Sie ja gar nicht die sagenumwobene Ochsentour: Andere Musiker erzählen gern davon, wie sie zu Beginn vor zwei, drei, elf Leuten spielten.

Ich glaube, das habe ich schon hinter mir. Ich stand schon auf der Bühne, da war ich so neun oder zehn.

Als Junge mit dem Akkordeon.

Genau. Da habe ich auf Geburtstagen, Stadtfesten, Silberhochzeiten gespielt. Das war manchmal nicht sehr angenehm, wenn ich zum Schluss dran war und nur noch die Bespaßung für ein paar Betrunkene war.

Moment mal – als Kind?

Da war ich schon ein Jugendlicher und hatte daher, sagen wir, Verständnis für den Zustand der Gäste (lacht). Das macht solche Situationen allerdings nicht schöner für einen Musiker.

Woher kommt die Begeisterung für Musik?

Aus dem Urlaub. Meine Eltern sind mit mir und meinem größeren Bruder immer nach Ried im österreichischen Zillertal gefahren. Dort haben viele Musiker die steirische Ziehharmonika gespielt – eine besondere Art des Akkordeons – nur mit Knöpfen, aber ohne Tasten, wie es sie auf dem bei uns bekannten Akkordeon gibt. Ich habe so lange gebettelt, bis meine Eltern eingewilligt haben, dass ich Akkordeon lernen darf. Da war ich fünf. Mit acht habe ich Keyboard gelernt, später brachte ich mir Gitarre bei.

Was erwarten Sie von Hannover?

Ich freue mich drauf! Ich war im Juli zwei Wochen lang in Springe bei einem Kurs der Celler Schule für Textdichter. Da habe ich Neues rund ums Songwriting gelernt. Und nach dem Kurs bin ich mal in Hannover vorbeigefahren und habe mir das Lux angeschaut und dort ein Video für meinen Facebook-Auftritt gedreht, um unser Konzert dort anzukündigen. Viel mehr kenne ich leider nicht von der Stadt, aber vielleicht sehen meine Jungs und ich am Tag nach dem Konzert noch etwas. Das wäre schön.

Es gibt auch nette Ecken mit Platz für Purzelbäume.

Vielleicht krieg ich dann ja endlich in Hannover hin, was in der Grundschule nie geklappt hat (lacht)!

Von Verena Koll