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Mensch-Hannover Jetzt startet Eddi Hüneke von den Wise Guys solo durch
Menschen Mensch-Hannover Jetzt startet Eddi Hüneke von den Wise Guys solo durch
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09:51 27.02.2018
Hannover

Mit vier Schulfreunden hat er Geschichte geschrieben: Eddi Hüneke (*1971). Gemeinsam gründeten sie im Jahre 1990 das A-cappella-Quintett Wise Guys, das 2013 sogar einen Echo gewann. Im vergangenen Jahr trennten sich die Band-Mitglieder, Eddi tourt nun solo und tritt am 14. März von 20 Uhr an in der Markuskirche in der List auf. Wie es ihm so kurz vor Beginn seines Programms "Startschuss" geht? Das wollte die NP vom vierfachen Familienvater wissen.

Sind Sie schon sehr angespannt?

Angespannt nicht, nein, aber aufgeregt.

Immerhin treten Sie am 14. März zum ersten Mal solo in der früheren Wise-Guys-Hochburg Hannover auf.

Und vor meinem ersten Solo-Testkonzert war ich tatsächlich so aufgeregt, dass ich ein paar schlaflose Nächte hatte. Ich hab mich gefragt: Wie kommt das Programm wohl beim Publikum an? Wie klappt die Zusammenarbeit mit Tobi Hebbelmann, meinem Pianisten?

Der auch Klavierlehrer Ihrer Kinder ist.

Ja, schon witzig, wie das Leben manchmal spielt. Na ja, und das Testkonzert war total toll, so dass ich jetzt weiß: Das fluppt. Die Aufregung ist einer großen Vorfreude gewichen.

Neben dem Pianisten haben Sie auch einen Chor zur Unterstützung dabei in der Markuskirche in der List, oder?

Die Chorios aus Pollhagen, ja. Das liegt bei Stadthagen in der Nähe von Bad Nenndorf bei Hannover, haben Sie mir geschrieben.

Warum die Chorios?

Ich hatte bei Facebook einen Aufruf an Chöre gestartet mit der Frage „Wer will mit mir auftreten?“. Insgesamt haben sich 60 Chöre für die bisher 15 Auftritte meiner Tour beworben. Drei Chöre wollten in Hannover mit auf die Bühne, die Chorios haben mir am besten gefallen. Sie hatten mir ein Video ge­schickt, auf dem sie „Gabriellas Song“ singen, das fand ich wirklich toll. Chormusik mag ich überhaupt, darum habe ich mir das für mein Programm auch gewünscht, das bringt einen anderen Farbtupfer ins Konzert.

Was singen Sie gemeinsam?

Die Wise-Guys-Songs „Ein Engel“, „Jede Stimme zählt“ und meinen neuen Song „Mach das Maul auf“.

Was gehört sonst zum Solo-Programm?

Ich begleite mich für manche Songs selbst auf der Gitarre, für ein paar benutze ich eine Loop-Station, auf der ich mehrere A-cappella-Stimmen aufnehme und so einen A-cappella-Effekt aufbaue. Oder Tobi und ich nehmen unterschiedliche Instrumente auf, sogar eine Bass-Ukulele kommt zum Einsatz. Das alles ist neu, darum muss ich vor allem die Songs mit Gitarre und Loop-Station ungefähr zehnmal so oft proben wie die, die ich mit Tobis Pianobegleitung singe. Denn singen kann ich, das habe ich die vergangenen 25 Jahre mit den Wise Guys ja auch getan. Aber jetzt müssen meine Hände auf einmal andere Aufgaben erfüllen – Gitarre spielen oder Loop-Station-Bedienen, das müssen sie erst mal lernen. Das ist viel Neues für mein Gehirn.

Viel neue Musik.

Und vor allem: andere Musik. Ich klinge anders. Ich schreibe meine Songs jetzt zu 100 Prozent selbst, es ist meine Musik, es sind meine Texte, es ist viel persönlicher, es geht um das, was mich bewegt. Ich bin nicht mehr der lustige Eddi von den Wise Guys, meine Songs klingen jetzt emotionaler, ehrlicher. Das Programm in der Markuskirche wird zum Hinhören und Mitschmelzen sein. Ich bin wahnsinnig gespannt, wie es ankommt.

Das müssen Sie vermutlich auch deshalb sein, weil Sie unter einem ungeheuren Druck stehen, oder? Sie starten im Alter von 47 Jahren noch einmal von vorn, Sie haben vier Kinder, da werden Sie unter einem gewissen Erfolgsdruck stehen.

Ich bin nicht so gestrickt, dass ich den Druck an mich heranlasse. Ich gebe ihm nicht so viel Raum. Die Vorfreude aufs Neue und die Erleichterung über den Schluss des Alten wiegen größer als der Druck.

Das klingt, als seien Sie froh, dass sich die Wise Guys im vergangenen Jahr getrennt haben.

Na ja, ich hatte für mich vor drei Jahren beschlossen, dass ich die Band verlassen würde. Ich hatte gehofft, die Jungs machen ohne mich weiter, das hat leider nicht geklappt. Wir haben es dann bis zum Ende gemeinsam durchgezogen, aber irgendwann kam bei mir einfach das Gefühl auf, dass ich Abstand davon brauchen kann. Da war es gut, sich auf das neue Solo-Programm freuen zu können.

Mit einem Auftritt in Hannover.

An das ich ohnehin gute Erinnerungen habe.

Welche denn?

Mein Patenonkel hat in Hannover gelebt, der Tenor Theo Altmeyer. Er galt als einer der bedeutendsten Oratoriensänger seiner Zeit und hat an der Hochschule für Musik, Theater und Tanz als Professor unterrichtet. Leider ist er 2007 verstorben. Aber die liebe Erinnerung an ihn bleibt natürlich.

Von Verena Koll

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