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SIE LIEBT ALTE DINGE: Janin Ullmann moderiert seit 2014 die NDR-Sendung „Lieb & teuer.

SIE LIEBT ALTE DINGE: Janin Ullmann moderiert seit 2014 die NDR-Sendung „Lieb & teuer.
© Uwe Ernst

Kunst

Janin Ullmann kommt mit „Lieb & teuer“ zur Messe nach Herrenhausen

Wer hat Schätze auf dem Dachboden, alte Erbstücke oder Flohmarktfunde? Ab Freitag, 8. September, ist die NDR-Kunstsprechstunde drei Tage auf der Messe „Art Fair“ in Herrenhausen. Janin Ullmann moderiert die Sendung „Lieb & teuer“. Die NP sprach mit ihr über den Namenswechsel nach der Hochzeit mit Schauspieler Kostja Ullmann, ihre Wohnzimmereinrichtung und Kassetten im Keller.

Hannover.  

Sie waren mit „Lieb & Teuer“ schon mal in Herrenhausen: Wie war Ihr Eindruck?

Als wir das letzte Mal in Herrenhausen waren, war gleichzeitig US-Präsident Barack Obama in Hannover. Ich erinnere mich noch, dass aus Sicherheitsgründen alle Gullideckel in der Umgebung abgeklebt waren. Die sahen damals mit den verschiedenen Markierungen selbst aus wie kleine Kunstwerke.

Sie moderieren die Sendung seit 2014. Betrachten Sie alte Stücke nun anders?

Ich hab mich schon immer sehr für Kunst interessiert, besonders für zeitgenössische. Durch die Sendung hat sich mein Blick auf alte Möbel und Dachbodenfunde noch verschärft. Das Schönste für mich ist, dass wir mit jedem Schatz auch etwas über die Familiengeschichte unserer Gäste erfahren. Das ist immer sehr emotional!

Welche dieser Geschichten ist hängengeblieben?

Eine Frau hatte ein Ölgemälde ihres Mannes dabei. Sie hat erzählt, dass er Kapitän auf hoher See war und früher oft vor Mexiko ankerte. An Land hat er sich mit einem Maler angefreundet und ihm eines seiner Bilder für 200 Dollar abgekauft. Die beiden haben sich viele Jahre Briefe geschrieben. Als wir recherchiert haben, fiel uns auf, dass der Maler zwar nicht sehr bekannt war, aber seine Gemälde eine hohe Relevanz haben, weil er sehr gesellschaftskritisch gemalt hat. Ich habe mich mächtig gefreut, als ich ihr den Wert sagen durfte. Aus den 200 Dollar waren nämlich 10 000 Euro geworden!

Das ZDF punktet mit „Bares für Rares“. Wie grenzt sich „Lieb & teuer“ davon ab?

„Lieb und Teuer“ gibt es mittlerweile seit fast 20 Jahren im NDR. Wir konzentrieren uns nicht nur auf die Schätze und den Wert, sondern auch darauf, was in der Zeit historisch passiert ist. Ich gucke „Bares für Rares“ aber auch gerne, weil ich Horst Lichter mag! Trotzdem sind wir natürlich mit Abstand eindeutig und ganz ohne jeden Zweifel die allerbeste Antiquitäten-Show der Welt ().

Was ist Ihnen persönlich „lieb & teuer“?

Am wertvollsten ist mir die Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden. Wenn wir alle zusammen beim Dinner sind, mit leckerem Essen und einem guten Wein, dabei jeder mit jedem schnackt, bin ich am glücklichsten.

Wie gehen Sie bei der Renovierungs-Show „Boom my Room“ auf Sixx vor?

Wir kennen die Zimmer nur von Fotos und dem Bewerbungsvideo des Lockvogels. Ich überrasche den Kandidaten meistens morgens und stehe dann auch zum ersten Mal in dem Zimmer, für das wir nur drei Tage Renovierungszeit haben. Am meisten freue ich mich auf das Gesicht des Kandidaten, wenn er sein neu gestaltetes Zimmer betritt. Das ist jedes Mal eine große Freude!

Wie muss man sich Ihr Wohnzimmer vorstellen?

Mein Mann und ich sind sehr viel unterwegs. Deswegen machen wir es uns zuhause immer besonders schön! Ich bin sehr begabt im Rumliegen, weswegen wir ein großes und sehr bequemes Sofa haben. Ansonsten sind wir gemütlich-skandinavisch eingerichtet, hell, Dielen, nicht so viel Krimskrams, dafür vereinzelte Vintage-Möbel. Kostja hat mich mal mit einem alten Getränkewagen aus der DDR überrascht. Den liebe ich sehr, weil er mich an meine Kindheit erinnert.

Haben Sie auch Schätze auf dem Dachboden?

Hätte ich einen Dachboden, dann wäre der bestimmt proppenvoll mit Sachen, aber wahrscheinlich weniger mit wertvollen Schätzen. Obwohl mir einfällt, dass ich noch einen Karton mit alten Kassetten im Keller habe. Die sind ja quasi auch schon so gut wie antik ().

Sie haben eine lange TV-Karriere als Janin Reinhardt hinter sich. Warum haben Sie den Namen nach der Heirat mit Kostja Ullmann geändert?

Vielleicht bin ich da etwas altmodisch, aber ich finde es ist ein schönes Commitment, den Nachnamen des Mannes nach der Hochzeit anzunehmen. Mittlerweile klingt „Reinhardt“ sogar richtig komisch für mich. Ich trage meinen neuen Nachnamen mit viel stolz.

Sie sind bei einem VIVA-Casting anno 2000 durchgestartet. Hätten Sie sich diese Karriere träumen lassen?

Viele meiner damaligen Viva-Kollegen haben eine tolle Karriere hingelegt – Jessica Schwarz, Stefan Raab und Heike Makatsch zum Beispiel. Letztendlich geht jeder seinen eigenen Weg und für mich war es wichtig, eine fundierte journalistische Ausbildung zu machen.

Sie haben Ballett getanzt, sie moderieren, singen, schauspielern. Welches dieser Talente liegt Ihnen am meisten am Herzen?

Ich glaube, mein einzig wahres Talent ist es, so zu tun, als könnte ich all diese Dinge. Aber im Ernst, das einzige, was ich wirklich machen möchte, ist moderieren. Deswegen habe ich damals das Programmvolontariat beim NDR gemacht, um mich weiterzuentwickeln. Die Schauspielerei habe ich am ersten Tag des Volontariats an den Nagel gehängt. Bisher habe ich sie keinen Tag vermisst – mal sehen, ob das so bleibt.

Das ist die Messe „Art Fair“

Die Kunstmesse „Art Fair“ in der Galerie Herrenhausen ist Freitag, 8. September, und Sonnabend, 9. September, von elf bis 19 Uhr geöffnet, Sonntag, 10. September, von elf bis 18 Uhr. Im so genannten „Frühlingszimmer“ warten die Experten der NDR-Kunstsprechstunde „Lieb & teuer“ auf angemeldete Besucher, die Porzellan, Gemälde, Grafiken, Skulpturen, Schmuck, Möbel oder Spielzeug beurteilen lassen wollen. Donnerstag und Freitag ist von zehn bis 18 Uhr die kostenlose Anmelde-Hotline unter Telefon 08000/63 75 55 erreichbar. Stücke, die einen interessanten Hintergrund oder eine Geschichte haben, landen in der Sendung „Lieb & teuer“, die sonntags ab 16 Uhr im NDR gezeigt wird. Beratung und Messeeintritt sind kostenfrei.

Von Andrea Tratner


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