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EINE SZENE AUS DEM NEUEN FILM:Für „Los Veganeros 2“ macht Sängerin Jamie-Lee Kriewitz mitHauptdarsteller Jelly Francis GaviriaStimmung.

EINE SZENE AUS DEM NEUEN FILM: Für „Los Veganeros 2“ macht Sängerin Jamie-Lee Kriewitz mit Hauptdarsteller Jelly Francis Gaviria Stimmung.

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Film

Jamie-Lee jammt für einen Kinofilm

Mit seinem kritischen Film „Los Veganeros“ rüttelte der Hannoveraner Lars Oppermann (43) auch echte Fleischfanatiker auf. Für die Fortsetzung konnte er Sängerin Jamie-Lee Kriewitz (18) gewinnen - auch wenn die Veganerin keinen Text spricht.

Hannover. Durchatmen. Abstand gewinnen. Den Kopf frei bekommen. „Ich fahre jetzt erst mal ein, zwei Wochen in den Urlaub, Akku aufladen.“ Die Stimme von Lars Oppermann (43) war schon mal kräftiger, die Töne, die er rausbringt, sind dünn. Kein Wunder: Der Filmemacher hat den letzten Drehtag für seinen neuen Kinofilm hinter sich gebracht, nach 26 durchgepowerten Tagen darf man mal schlappmachen.

Ein Jahr, nachdem Oppermann „Los Veganeros“ in die Kinos gebracht hat, ist der zweite Teil nun im Kasten, 50 Stunden Rohmaterial warten darauf, vertont und geschnitten zu werden. „Diesmal wird es eine reine Komödie“, erklärt der Produzent, als die NP ihn und sein Team am Set in Lühnde bei Algermissen besucht: „Der erhobenene Zeigefinger bleibt weg, ich setze mehr auf Mainstream und den Unterhaltungsfaktor.“

Wie schon in Teil eins handelt der Film von veganem Leben und pflanzlicher Ernährung und bietet gleichzeitig (zum Teil sehr fiese) Einblicke in Massentierhaltung und die Verarbeitung in der Fleischindustrie - oft alles andere als appetitlich. Der 43-Jährige hätte nicht gedacht, dass das Thema so gut ankommt: „Eigentlich hatten wir den Film nur regional geplant“, erinnert er sich an sein Debüt von 2015. Plötzlich aber gab es 140 interessierte Lichtspielhäuser bundesweit, auch in Österreich und der Schweiz lief der Streifen, der einige Preise einheimste.

Davon motiviert, ging Oppermann die Fortsetzung eine Nummer größer an: Statt Laiendarstellern sind nun Profi-Schauspieler wie Marion Kracht (53, „Hallo Robbie!“, „Familie Sonnenfeld“), Eva Habermann (40, „Mara und der Feuerbringer“) und Liza Tzschirner (28, „Sturm der Liebe“) dabei, für Gastrollen konnte er Sängerin und ESC-Teilnehmerin Jamie-Lee Kriewitz (18) und Fanta-Vier-Manager Andreas „Bär“ Läsker (52) gewinnen! „Außerdem habe ich mehr Geld in die Hand genommen, das Team ist dreimal so groß, die Technik viel besser“, erläutert der Filmemacher stolz.

Die Hauptrolle von „Harry“ hat Jelly Francis Gaviria (43) übernommen. „Ich bin passionierter Fleischesser und erbe das vegane Restaurant meiner Oma“, erzählt der Hannoveraner, der in Bremen lebt, von der Geschichte, „in ihrem Testament hat sie aber verfügt, dass ich es ein Jahr weder zweckentfremden noch verkaufen darf.“ Trotzdem muss er sich überlegen, wie er seine Schulden im Rotlichtmilieu begleichen kann ... Bei Gaviria haben die Dreharbeiten Spuren hinterlassen, er hat sich ausgiebig mit Veganismus beschäftigt: „Bis auf ein bisschen Käse und Bio-Kondensmilch für den Kaffee ernähre ich mich vegan. Und ich war echter Fleischfetischist ...“ Jamie-Lee Kriewitz lebt bereits seit Jahren vegan: „Das heißt aber nicht, dass ich mich unbedingt gesund ernähre“, sagt sie und lacht, „Salat zum Beispiel hasse ich.“ Und mittlerweile kann sie auch unterwegs sehr gut vegan essen: „Krass, was es so alles gibt! Neulich habe ich vegane Majo und vegane Käsesoße gegessen! Früher gab es nur Tofu zu kaufen.“ Für die 18-Jährige ist der Film („Ich habe keinen Text, ich jamme nur ein bisschen“) nach dem ganzen ESC-Stress eine willkommene Abwechslung. Vor der Kamera steht sie trotzdem bald wieder, sie dreht ein Musikvideo. Im Oktober gehts auf Tour, „dann kann ich zeigen, was ich außer meinem Song ‚Ghost‘ noch so kann.“

Und bevor Oppermann „Los Veganeros 2“ im März 2017 seinem Publikum zeigt, geht es in die Bretagne - „Wellenreiten“.


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