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MIT STIL: Jamie-Lee ist für ihren Kleidungsstil bekannt, der von koreanischenMangas inspiriert ist.© Madsack Supplement GmbH

NP-Interview

Jamie-Lee: „Mir fehlt es, dass ich was zu tun habe“

Ihr erstes Album erscheint am Freitag,am 14. Mai fährt sie für Deutschland nachStockholm. Jamie-Lee Kriewitz (18) startet gerade richtigdurch. Mit der NP sprach sie über ihre Heimat, den ESC-Rummel und das Erwachsenwerden.

Du bist ja gerade bei deinen Eltern. Genießt du es, wieder zu Hause zu sein?

Ja, schon. Aber es ist auch irgendwie langweilig hier. (lacht) Mir fehlt es, dass ich was zu tun habe.

Freust du dich nicht, mal nichts zu tun zu haben?

Klar freut man sich, dass man sich mal ausruhen kann. Aber ich merke dann irgendwie immer: Mehr als eine Woche ausruhen ist bei mir auch nicht drin. Dann brauche ich auch wieder das Reisen und neue Leute kennenzulernen oder einen Auftritt zu haben oder so was.

Was machst du denn, wenn du dich ausruhst und zu Hause bist?

Eigentlich nur schlafen und essen und Filme gucken und üben. Hier zu Hause mache ich eigentlich gar nichts. Wenn ich rausgehe, dann fahre ich direkt nach Hannover und gehe shoppen oder so. Ansonsten bin ich eigentlich immer bei mir im Zimmer.

Kannst du in Hannover noch in Ruhe shoppen gehen, oder wirst du ständig erkannt?

Ich werde schon erkannt, aber es ist jetzt nicht so, dass ich nicht mehr da hingehen kann. Bisher finde ich es ja auch noch cool, wenn mich Leute erkennen. Viele trauen sich auch gar nicht, mich anzusprechen, sondern rufen mir Namen hinterher oder gucken mich so an.

Gehst du denn auch in deinem auffälligen Kleidungsstil raus, wenn du privat unterwegs bist?

Ich bin privat eigentlich eher sportlich gekleidet, also gar nicht so dieses Dekora-Kei-Ding. Ich habe meistens komplett schwarze Klamotten an, eher so die Hip-Hop-Richtung.

Du willst ja bald nach Berlin ziehen, hast auch dein Album nach der Stadt benannt: Was gefällt dir so an der Hauptstadt?

Mir gefällt, dass man da immer was machen kann, egal, an welchem Tag und um welche Uhrzeit - da ist immer irgendwas. Und für mich als Veganerin ist es da auch superleicht, zu jeder Uhrzeit etwas zu essen zu finden, was auch gut schmeckt (lacht), das ist hier in Hannover ein bisschen schwieriger.

Wenn ihr zum ESC-Finale nach Stockholm fahrt, wen nimmst du da mit?

Ich nehme erst mal niemanden mit. Meine Eltern und mein Bruder kommen zum Finale angeflogen, aber davor bin ich da mit meinen Managern und dem ganzen Team.

Wirst du denn Zeit haben, dir die Stadt anzusehen?

Ich will mir natürlich die Stadt ein bisschen angucken, also jetzt gar nicht so sehr Sightseeing, sondern ein bisschen rumlaufen, vielleicht sogar ein bisschen was einkaufen oder so. Aber ob die Zeit dafür da ist, weiß ich gar nicht. Wär natürlich cool.

Dieser ganze ESC-Rummel - hast du manchmal das Gefühl, das wird dir langsam ein bisschen zu groß?

Es ist schon sehr viel auf einmal. Ich merke ja, dass das von allen Ecken kommt - egal, wo ich bin, höre ich nur noch das Thema ESC. Wenn ich hier zu Hause bin, versuche ich deshalb, das Thema ein bisschen von mir weg zu schieben - einfach, weil ich davon zwischendurch mal eine Pause brauche. Ich freu mich natürlich mega drauf. Aber ich freu mich auch, wenn es dann irgendwann vorbei ist und ich es erlebt habe.

Hast du das Gefühl, dass du durch das alles schneller erwachsen wirst als andere in deinem Alter?

Nein, ehrlich gesagt habe ich eher das Gefühl, ich werde langsamer erwachsen. Weil ich sehe, wie aufgeschmissen ich in manchen Situationen bin. Wenn ich meine Manager nicht hätte, wüsste ich oft gar nicht, was ich machen sollte. Dann wäre ich alleine und verwirrt, wie so ein Kind, was man an der Bushaltestelle vergessen hat.

Vermisst du manchmal dein altes Leben, wo du einfach Jamie-Lee warst?

Ehrlich gesagt nicht. Klar gibt es so Sachen, wie den Chor, für den ich kaum noch Zeit habe, oder mich mit Freunden zu treffen, das wird jetzt auch immer weniger. Das sind natürlich Sachen, die ich vermisse. Aber an sich bin ich total froh, wie es jetzt für mich läuft und wie mein Leben gerade ist. Wenn ich mir vorstelle, dass ich nicht zu „The Voice“ gegangen wäre, dann hätte ich die ganzen coolen Leute nicht kennengelernt und hätte auch kein Album und keine Single aufgenommen. Und das war es ja immer, worauf ich hinaus wollte - ich wollte immer einen Plattenvertrag, und das habe ich jetzt alles. Deswegen bin ich total glücklich, wie es aktuell läuft.

Nächsten Freitag bist du in der Talk-Show „Bettina und Bommes“.

Wie kommst du klar mit der Situation, dass alles, was du sagst und tust, von den Kameras eingefangen wird?

Es ist schon komisch - ich versuche andauernd, so richtig aufzupassen, was ich sage, damit nichts falsch rüberkommt. Viele nehmen es ja immer voll schnell falsch auf, was man so sagt. Und ich bin da auf jeden Fall anders, als wenn ich privat mit Freunden rede. Ich nehme mich schon sehr zurück mit dem, was ich öffentlich sage beziehungsweise wie ich es sage. Aber ich finde es auch eine coole Situation, dass sich die Leute da für mich interessieren und mich einladen. Deswegen freue ich mich auch, wenn ich bei solchen Sachen dabei bin.

Du hast ja jetzt schon viele bekannte Leute kennengelernt - war da jemand dabei, der dich besonders beeindruckt hat?

Ja, die Fantastischen Vier natürlich. Das sind die coolsten Leute, die ich kennenlernen durfte. Ich habe auch ein paar andere Leute kennengelernt, zum Beispiel Mark Forster oder Sarah Connor oder Lena. Aber die Fantas sind immer noch die Coolsten von allen (lacht). Ich glaube, das wird sich auch nicht so schnell ändern.

NPVISITENKARTE

Geboren am 18. März 1998 in Springe. Sie lebt bei ihren Eltern in Bennigsen und geht auf die Eugen-Reintjes-Schule in Hameln, wo sie die Fachoberschulreife anstrebt. Am 17. Dezember 2015 gewann sie das Finale der TV-Casting-Show „The Voice of Germany“ mit ihrer ersten eigenen Single „Ghost“. Mit diesem Song wird sie auch am 14. Mai beim Eurovision Song Contest in Stockholm für Deutschland antreten. Ihre Mentoren sind seit der Sendung Michi Beck (48) und Smudo (48) von der Band Die Fantastischen Vier. Kriewitz ist bekannt für ihren extravaganten Stil Dekora-Kei, der sich von japanischer und koreanischer Jugendkultur ableitet. Ihr Album „Berlin“ erscheint am Freitag.


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