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GRANDE DAME: Irmingard Prenzler –hier bei der Liebe-Weihnachtsfeier 2013 im GOP – sieht man die Jahre nicht an. Heute feiert sie 95. Geburtstag.© Dröse

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Porträt

Irmingard Prenzler - Alles Liebe zum 95. Geburtstag!

Ein großer Tag für Irmingard Prenzler: Heute wird die Seniorchefin von Parfümerie Liebe 95 Jahre alt, gefeiert wird in der Seniorenresidenz Eilenriedestift. Das Geschäft wird inzwischen in fünfter Generation von ihren Enkeln mitgeführt.

Ab einer gewissen Zahl sprechen Frauen eigentlich nicht mehr so gern von ihrem Alter - nicht aber Irmingard Prenzler: Heute feiert die Seniorchefin der Parfümerie Liebe ihren 95. Geburtstag - und jeder, der ihr gratuliert, wird sehen, dass sie zu Recht stolz auf dieses hohe Alter sein kann. Denn Irmingard Prenzler hat sich eigentlich nicht verändert, die Jahre sieht man ihr nicht an. Stilsicher gekleidet, die Haare perfekt frisiert, dezent geschminkt und mit wachem, freundlichem Blick, so tritt die Grand Dame bis heute auf. „Sie hat eben gute Gene“, lacht Tochter Margit Gieseke. „Meine Mutter hat immer gesund gelebt, Sport getrieben und sich natürlich auch äußerlich gepflegt.“

Seit mehr als sechs Jahren lebt die gute Seele der Parfümerie Liebe im Eilenriedestift, dort fühlt sie sich sehr wohl, ist gut angekommen und hat viele Freunde gefunden. Sie ist immer noch fit, macht regelmäßig Gymnastik, hört gern klassische Musik, nimmt an Gesprächskreisen teil, spielt Gesellschaftsspiele, hält ihren Kopf mit Kreuzworträtseln fit, freut sich über jeden Besuch ihrer zwei Kinder, vier Enkelkinder und sieben Urenkel. Und sie liest immer noch regelmäßig die Wochenberichte ihrer Firma. „Sie ist an allem interessiert, aber lässt uns und unseren Kindern freie Hand!“, erzählt Margit Gieseke. Und manchmal kommen auch ehemalige Mitarbeiterinnen vorbei, besuchen die Seniorchefin: „Das ist für sie immer eine große Freude“, sagt Gieseke, „sie bringen dann selbstgemachte Marmelade oder Blumen mit und reden über die alten Zeiten!“ Und da gibt es viel zu berichten!

1871 eröffnete Wilhelm Liebe die Parfümerie, 1907 trat sein Schwiegersohn Hermann Prenzler in die Firma ein, 1939 war mit Kurt Prenzler, dem Ehemann von Irmingard, bereits die dritte Generation am Zug. 19 Jahre war die Apothekertochter alt, als sie ihren Kurt heiratete. Sie, die schlanke Blondine mit den lachenden Augen und den schönen Beinen, imponierte dem erfolgreichen, gutaussehenden Kaufmann nicht nur optisch. „Irmi“, so ihr Spitzname, war auch klug, zielstrebig, diszipliniert, voller Energie und mit dem Herz auf dem rechten Fleck. Die beiden führten eine Vorzeige-Ehe, waren im gesellschaftlichen Leben von Hannover das glamouröse Traumpaar. Die junge Irmi liebte Pferde, war passionierte Reiterin und spielte gern Golf, Kurt Prenzler begeisterte sich für Tennis.

Beiden gemeinsam war ihre absolute Hingabe fürs Geschäft, beide konnten arbeiten, „oft bis spät in die Nacht hinein“, erinnert sich Margit Gieseke an ihre Kindheit. Mindestens einer von beiden war immer im Geschäft, zeigte Präsenz, war immer ansprechbar und vermittelten gute Stimmung. Gab es doch einmal Schwierigkeiten, durfte „Irmi“ die Differenzen ausbügeln: „Du bist diplomatischer“, begründete es dann ihr Mann.

Zu ihren Angestellten hatte sie ein besonders liebevolles Verhältnis, für sie waren ihre Mitarbeiter immer auch „Kinder“. Sie vergaß keinen Geburtstag, zu Jubiläen gratulierte sie selbstverständlich persönlich. Ein Schock für Irmingard Prenzler war, als 1968 ihr Mann schwer erkrankte und sie allein die Geschäftsführung übernehmen musste. Doch sie schaute nach vorne und sorgte gleich für den fließenden Übergang zur nächsten Generation: Tochter Margit arbeitete bereits im Haus mit, Sohn Kurt stieg 1971 zum hundertjährigen Firmenjubiläum ins Unternehmen ein. Erst 1993, nach dem Tod ihres Mannes, zog sich Irmingard Prenzler aus dem Tagesgeschehen zurück. Bis vor wenigen Jahren war sie häufig auch persönlich im Geschäft oder nahm an den internen Weihnachtsfeiern teil.

Heute gegen zwölf Uhr gibt die große Liebe-Frau einen kleinen Empfang. Auch Bürgermeisterin Regine Kramarek kommt zum Gratulieren in der Seniorenresidenz vorbei. „Dieser Teil des Ehrentages ist öffentlich, wer meine Mutter kennt, kann gern vorbeikommen und gratulieren“, sagt Gieseke. Danach wird privat im Kreis der Familie weiter gefeiert. Kinder, Enkelkinder und Urenkel im Alter von zwei bis 16 Jahren werden gratulieren, Ständchen bringen, Gedichte vortragen. Ein Urenkel hat sogar ein Gitarrensoli einstudiert - für „Oma Irmi“.


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