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Mensch-Hannover Diese Hannoveranerin will „Miss Global“ werden
Menschen Mensch-Hannover Diese Hannoveranerin will „Miss Global“ werden
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15:30 03.02.2019
Irina Haller reist zur Wahl der "Miss Global" nach Manila Quelle: Christian Behrens
Hannover

Die Krone, um die es geht, ist ein glitzernder Prinzessinnentraum. „Miss Global“ ist ein imposanter Titel – und die Trägerin wird jedes Jahr mit einem Diadem belohnt, das jede Märchenfigur blass aussehen lässt. Irina Haller (28), die mit der „Miss Global Germany“-Schärpe am 11. Februar im Arts Theatre in der philippinischen Hauptstadt Manila startet, geht es gar nicht um die Klunker. „Ich freue mich auf ein schönes Abenteuer“, sagte sie der NP vor der Abreise nach Asien. Die wichtigste Frage: „Welchen Mückenschutz nehme ich mit?“

50 Kandidatinnen, zwei Wochen mit Terminen wie Foto-Shootings, Business-Lunch und Sponsoren-Besuchen – aber nur 23 Kilo Gepäck. „Ich spekuliere noch auf zweimal acht Kilo Handgepäck“, erzählt die 28-Jährige mit gespielter Verzweiflung. Denn die Veranstalter geben den Mädels ziemlich konkrete Vorgaben in Sachen Farbauswahl und Stil. „Jeden Tag ein neues Outfit. Pink, weiß, blau – ich habe die Listen systematisch abgehakt. Das geht echt ins Geld.“

Ihr Strahlen: Mit solchen Fotos überzeugte Haller die Organisatoren. Quelle: privat

Deshalb hält der Veranstalter, die Kandidatinnen an sich Sponsoren zu suchen. Haller fand die nicht in Hannovers City, sondern in kalifornischen oder australischen Modehäusern. „Da haben Misswahlen einen anderen Stellenwert“, glaubt sie den Grund zu kennen.

Fünfmal die Woche Sport

„Miss Global“ ist ein Schönheitswettbewerb der etwas anderen Art: Natürlich geht die Brünette – ihre Tante war übrigens die Schlagersängerin Hanne Haller (†55) – top trainiert in den Wettbewerb. „Ich mache schon seit Jahren fünfmal in der Woche Fitness, ich bin ein sehr strukturierter Mensch“, sagt sie leichthin. Auf die Interviews mit der Jury, die nicht in Abendrobe, sondern im Business-Outfit stattfinden werden, hat sie sich aber akribisch vorbereitet. „Es wird um politische Themen gehen. Klimawandel, Digitalisierung, die Metoo-Bewegung könnten Diskussionsthemen werden.“ Den „Miss Global Germany“-Titel hatte Haller übrigens nach einer reinen Internetbewerbung („Ich hatte den Casting-Aufruf gelesen“) bekommen – Fotos und ihre Antworten auf einen umfangreichen Fragenkatalog waren entscheidend.

Natürlich geht es beim Finale am 11. Februar auch um perfekte Körper. „Ich will das nicht so verbissen sehen“, sagt die 1,82-Meter-Frau mit der markanten Nase, die laut eigener Aussage im Bad nicht länger als 15 Minuten braucht. „Vergleiche finde ich schwierig, die Definition von Schönheit ist ja in jedem Land anders.“

Elegant: Solche Modefotos postet Irina Haller bei Instagram. Quelle: privat

Das merkte Haller vor allem beim obligatorischen Auftritt in „Landestracht“, der in Manila gefordert wird. „So etwas wie das deutsche Nationalkostüm gibt es ja nicht.“ Ein bayerisches Dirndl widerstrebte der Niedersächsin – „da hat man ja keine Chance gegen die Brasilianerin, die viel Haut zeigt“, sagt sie und lacht. Also ließ sie sich von „Victoria’s Secret“-Schauen und einer Lederhose (!) inspirieren. „Man darf auch eine Geschichte erzählen oder ein Statement setzen“, sagt sie geheimnisvoll.

Vom Dressurreiten zur Immobilienmaklerin

Auch Hallers Geschichte ist spannend: Sie wuchs in Gehrden auf, die Eltern wohnten neben einer Reithalle. „Ich saß schon auf dem Pferd, bevor ich laufen konnte“, erzählt sie trocken. Mit vier Jahren trat sie das erste Mal bei einem Turnier an, stieg beim bundesweiten Dressurreiten bis in die höchste „Klasse S“ auf, nahm an den „German Classics“ in Hannover teil.

Den Grundstein dafür legte Pony „Aragorn“, das nicht springen wollte. „Also haben wir uns mit Dressur durchgebissen.“ Da Haller aber in die Höhe schoss, wurden die Beine zu lang – sie wechselte mit 13 auf den Wallach Peg Perego, zehn Jahre waren sie ein Team. „Dann ging er in Rente, sein Nachfolger Starlight wurde leider krank. „Da habe ich das Reiten schweren Herzens auf Eis gelegt. Ich habe jetzt Zeit für andere Sachen.“

Quelle: Christian Behrens

Zum Beispiel für Jack-Russell-Terrier „Honey“ (Haller ist Single) und ihre 13 000 Follower bei Instagram. Sie ist „seit der ersten Stunde dabei“. Ist sie eine Influencerin? „Nein, ich geh ganz normal arbeiten“, sagt die Immobilienmaklerin (das Architekturstudium hat sie geschmissen), die zwar bezahlte Partnerschaften für Schminke und Klamotten eingeht, aber nur Fotos postet, zu denen sie steht. „Ein Freund von mir lebt davon – und muss täglich Content produzieren. Das ist anstrengend.“

Von ihrem Abenteuer in Asien wird Haller auf Instagram bestimmt viel zu berichten haben. Freitag feierte sie in Manila ihren 28. Geburtstag – während einer „Miss Global“-Gala. „Zu meinen Ehren“, scherzt sie. „Ich hab noch nie mit so vielen Gästen gefeiert.“

Die Wahl zur „Miss Global“ gibt es seit 2013 – der Schönheitswettbewerb will sich von „Miss World“ und „Miss Universe“ abgrenzen, und die Veranstalter betonen, dass Intelligenz und politische Haltung ihnen wichtiger seien als die äußere Schönheit der Teilnehmerinnen. Die etwa 50 bis 60 Kandidatinnen sind 18 bis 35 Jahre alt. Zweimal war Los Angeles Austragungsort des Finales, einmal Kambodscha, die Philippinen sind schon zum dritten Mal Ausrichter.

Von Andrea Tratner

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