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Regisseur und Hauptdarsteller: Alexander Katsirntakis (rechts) mit Ümit Sahiner, Mürsel Yavuztürk und Martin Roskowetz (von links) am Set im verlassenen Freizeitpark in Kirchhorst. Foto: Behrens

Filmprojekt

In Kirchhorst greift die Klonarmee an

Bei ihm wird ein verlassener Freizeitpark in Kirchhorst zur Kulisse eines Klonkriegs: Filmemacher Alexander Katsirntakis (35) vermarktet gerade seinen ersten Langfilm, den er ganz ohne Budget produziert hat. Jetzt sucht er Investoren für sein nächstes Projekt: Einen fiesen Horrorstreifen.

Hannover. Er ist Regisseur, Drehbuchautor, Kameramann, Cutter und Effekt-Experte gleichzeitig: Wenn Alexander Katsirntakis (35) einen Film macht, dann hat er alle Fäden in der Hand. Gerade hat der Isernhagener seinen ersten Langfilm fertiggestellt. „Breed of the Clones“, ein Endzeitfilm (siehe Info). „Eigentlich sollte das ein Kurzfilm werden“, erzählt er. Zu dritt wollten sie ein kleines Projekt starten, Katsirntakis mit seinen Kumpels Mürsel Yavuztürk (36) und Ümit Sahiner (33). Aber das Projekt fand immer mehr Fans und Unterstützer, am Ende wurden aus zehn Minuten 100 und aus drei Beteiligten 50. „Bei Facebook gab es einen richtigen Ansturm“, erzählt Katsirntakis, „alle wollten mitmachen.“ Martin Roskowetz (30) wurde Ko-Produzent. Am fertigen Film haben sogar mehrere Vertriebe Interesse gezeigt.

Nicht schlecht für einen „Null-Euro-Film“. Denn ein Budget hatte Katsirntakis nicht. „Vor dem Film hatte ich nur eine Kamera“, sagt er. „Jetzt habe ich eine bessere Kamera, Stative, einen Green Screen  ...“ Einiges wurde ihm gesponsert, einiges hat er sich selbst angeschafft. Die 4K-Drohne, mit der er Luftaufnahmen machen kann, war ein ganz besonderes Geschenk seiner Verlobten Romy (29). „Sie hatte gesehen, dass ich immer um die Drohne herumgeschlichen bin. Um zum Jahrestag sagte sie dann plötzlich: Ich habe ein kleines Geschenk für dich“, erzählt er. Kein Wunder, dass er seine „Traumfrau“ im Juni heiraten wird. Und auch mit viel Kreativität machte Katsirntakis mangelndes Equipment wett: Für Kamerafahrten saß er in einem Rollstuhl, den Sahiner im Keller gefunden hatte. Der wurde dann gleich auch noch zur Requisite.

Schon mit sieben Jahren fing Katsirntakis an, Filme zu drehen. „Mit der Kamera von meinem Vater, eine Video 8 glaube ich“, erinnert er sich. Damals drehte er mit Freunden Szenen aus seinen Lieblingsfilmen nach. Irgendwann nahm der Vater ihm die Kamera wieder weg, der Bruder von einem Freund lieh ihm eine andere: So lernte er Mürsel Yavuztürk kennen, bis heute ein fester Partner bei seinen Filmprojekten. Zum professionellen Filmemacher wurde er trotzdem über Umwege.

„Ich war immer unentschlossen, was ich machen soll, habe alles mögliche gearbeitet: In Bars, als Fitnesstrainer, ich hatte eine Salatbar und einen E-Zigarettenladen“, erzählt Katsirntakis. Und nebenher war da immer das Filmemachen. „Irgendwann habe ich mich dann gefragt: Warum mache ich nicht das?“ Also machte er sich mit seiner kleinen Produktionsfirma Artfilmer selbstständig. Neben seinen künstlerischen Projekten macht er auch Imagefilme und Auftragsarbeiten. Zusätzlich arbeitet er in Teilzeit als Rezeptionist im Hotel Sportpark Isernhagen. Sein Plan ist, bald vom Filmen leben zu können: „Das sieht momentan gut aus.“

Eins ist für den Isernhagener klar: Für seine Filmkarriere will er die Region nicht verlassen. „Ich will auf jeden Fall hierbleiben“, sagt er. Und hofft, die Filmszene in Hannover ein bisschen voranzutreiben. Das nächste Projekt ist schon in Planung: Ein kleiner Kurzfilm, um eine Kamera zu testen und mit Matte Paintings zu arbeiten – einer Filmtechnik, bei der reale Szenen per Effekt mit gezeichneten oder fotografierten Hintergründen zusammengesetzt werden. Die Effekte macht Katsirntakis in seinem kleinen Büro in Isernhagen selbst. Dieser Kurzfilm soll Investoren locken für seinen nächsten großen Film. Worum es gehen wird, will er noch nicht verraten. Nur so viel: „Es wird ein heftiger Horrorfilm mit fiesem Realismus.“ Diesmal soll es ein Budget geben, der Hauptdarsteller soll ein Profi sein. „Der ganze Film wird noch viel, viel professioneller, als ,Breed of the Clones‘.“ Und vielleicht schafft der es dann ja sogar bis ins Kino.

Der Film

„Breed of the Clones“ spielt in einer postapokalyptischen Welt. Ein großer Teil Europas ist atomar verseucht. Der depressive Gentechniker John (Katsirntakis) streift durch die Sperrzone und hofft, bald zu sterben. Er findet ein Labor und beginnt, einen Klon zu züchten um eine neue Menschenrasse zu erschaffen. Doch sein Klon züchtet bald eigene Klone, die beiden Klontruppen kämpfen gegeneinander. Am Ende werden alle von einem Superklon bedroht. Gedreht wurde unter anderem in einem verlassenen Freizeitpark in Kirchhorst und in einem hannoverschen Chemielabor.

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