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WILLKOMMEN: Jürgen Pleteit (links9 und Jonas Lindemann sind die Geschäftsführer im Hafven. Hier sollen bald Tomaten wachsen.

WILLKOMMEN: Jürgen Pleteit (links9 und Jonas Lindemann sind die Geschäftsführer im Hafven. Hier sollen bald Tomaten wachsen.
© Michael Wallmüller

EXPERIMENT

Im Hafven legt die Zukunft der Arbeit an

560 Menschen gehören zur Hafven-Community. Tendenz steigend. Die NP hat sich von den Geschäftsführer Jürgen Pleteit (52) und Jonas Lindemann (34) in der Nordstadt die Zukunft der Arbeit erklären lassen – und welche Rolle Bienenstöcke und eine 30 000 Euro teure CNC-Fräse darin spielen.

Hannover. Von außen wirkt der Hafven trutzig wie eine Burg, innen ist er ein emsiger Bienenstock. In den Werkstätten im Erdgeschoss kreischen und rattern die Maschinen, an den Schreibtischen im ersten Stock wird getüftelt, de­signt, entworfen. „Es ist toll, wenn man abends durch das Haus streift. Da muss ich mich selber fast kneifen“, sagt (50) und diskutierte an einem Runden Tisch das Thema digitale Wirtschaft.

„Wir sind am Puls der Zeit“, findet Lindemann. „Man nimmt uns wahr“ – auch wenn staatliche Fördertöpfe verschlossen bleiben und sich das Projekt zu 100 Prozent privat finanziert. Der Hafven interessiert auch große Industrieunternehmen wie Bosch oder die Unternehmensberatung KPMG. „Sie wollen die Zukunft der Arbeit aus der Nähe erleben, sie wollen verstehen, was hier passiert“, weiß der Kommunikationsdesigner. Denn: „Wir stellen große Fragen.“

Besucher stellen oft die Frage nach der Bedeutung des Wortes Hafven. „Wir wollten einen Kunstbegriff, den wir mit Leben füllen“, fasst Pleteit die langwierige Diskussion der zehn Gründungsmitglieder zusammen. Das englische „haven“ steckt darin, also Zufluchtsort. An Tippfehler bei der Google-Suche habe man auch gedacht – die Internetadresse mit Havfen ist ebenfalls reserviert.

Von Andrea Tratner

hafven