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Mensch-Hannover Im Agostea sollen jetzt die Stars antanzen
Menschen Mensch-Hannover Im Agostea sollen jetzt die Stars antanzen
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00:16 30.09.2015
DIE MACHER: Jan Herrmann (links) ist der neue Chef im Agostea und krempelt den Laden kräftig um. Betriebsleiter Stefan Hemmersbach durfte bleiben – das galt nicht für jeden.Foto: Wilde
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Hannover

Acht Jahre gibt es das Agostea. Einen wirklich guten Ruf hatte die Großraumdiskothek in der Nähe des Hauptbahnhofs nie. Negativ-Schlagzeilen machte der Laden zuletzt vor knapp zwei Jahren. Das Amtsgericht Hannover
 verurteilte den damaligen Betreiber Ingo Berg zu einer Zahlung von 1000 Euro, weil einer der Türsteher einen Studenten aufgrund seiner ethnischen Herkunft an der Tür abgewiesen hatte. Doch all das soll jetzt passé sein, wenn es nach dem neuen Chef Jan Hermann (39) geht. „Wir wollen die Fehler, die in der Vergangenheit gemacht wurden nach und nach abschaffen“, erklärt der Kölner.

Seit 1. Februar gehört ihm der 700 Quadratmeter große Club mit drei Tanzflächen, Musik von Ballermann bis Mainstream und einem Außenbereich (NP berichtete). Im Geschäft ist der Mann mit dem typisch rheinländischen Akzent schon, seit er 16 ist. „Ich hab eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann in einer Disko gemacht und blieb in der Szene hängen“, erzählt er. Jahrelang arbeitete Hermann im „Tarncenter“ in Köln (hat mittlerweile geschlossen). Dort drehte der Musiksender Viva das Format „Clubrotation“, einige Szenen des Kultfilms „Manta Manta“ mit Til Schweiger (51) spielen ebenfalls dort. Sein Kerngeschäft ist heute aber der Verleih von Veranstaltungsgütern: Er kann Festivals mit bis zu 100 000 Leuten wuppen. Auch an „Hannover Olé“ auf der Expo-Plaza oder der Loveparade war der Rheinländer beteiligt.

Ins hannoversche Nachtleben
zu investieren, war gar nicht sein Plan. „Ich wollte das Agostea in Bremerhaven kaufen, und das ging nur im Doppelpack mit Hannover“, plaudert Hermann aus, der anfangs große Zweifel hatte. „Es war grausam“, erinnert er sich an den Tag, als er sich den Laden als Gast ansah, „der DJ aß eine Bockwurst und der Kellner legte für ihn auf. Das Verhalten gegenüber den Gästen war generell unvorstellbar. Das geht gar nicht“, betont er. So war das Erste, das er anging, die Freundlichkeit: „Eigentlich sollte das selbstverständlich sein.“ Von mehr als der Hälfte der 50 Mitarbeiter trennte er sich: „Die arbeiteteten, als seien wir ein Freizeit-
unternehmen und kein Wirtschaftsbetrieb.“

Betriebsleiter Stefan Hemmersbach (33) blieb. „Aber er musste auch erst lernen, wie ich ticke“, sagt der Inhaber, der sein Ding konsequent durchzieht. Die wichtigste Baustelle – das Problem an der Tür – will er ab 2. Oktober mit einem Gästeservice entschärfen. „Die Türsteher sind dann nicht mehr im Vordergrund. Die Gäste werden an einem Tresen empfangen“, so der Kölner. Für die Vertrauensbildung stünden dort immer dieselben beiden Mitarbeiter. In München funktioniere das Konzept schon gut. „Die Gäste haben einen direkten Ansprechpartner bei Problemen“, sagt der Clubbesitzer. „Natürlich müssen wir auch in Zukunft Leute abweisen, die nicht zur Klientel passen oder stark alkoholisiert sind“, ergänzt Hemmersbach. Das sei ihr Recht. Trotz des Gerichturteils bleibt der Betriebsleiter dabei – an ihrer Tür sei nie jemand diskriminiert worden.

Natürlich will Herrmann den Club auch ordentlich aufmöbeln und 150 000 Euro investieren – unter anderem in aufwendige LED-Technik. Was er im Katalog zeigt, sieht ziemlich schnieke aus. „Wir wollen den Club aus der Ramsch-Ecke rausholen“, schaltet sich Hemmersbach ein. Das soll auch mit prominenten Gästen wie DJ Antoine (40), Rapper Nelly (40) und Schlagerkönig Mickie Krause (45) gelingen, die Hermann noch dieses Jahr ins Agostea holt. Was die hauseigenen DJs angeht, setzt Jan Hermann anders als sein Vorgänger klar auf Leute aus der Region. „Nur die wissen, was die Hannoveraner hören“, sagt der Geschäftsmann. Generell laufe die Diskothek gut. „Aber es könnte besser sein“, sagt er und lacht. Der 39-Jährige hatte auch die Idee, die Außenterrasse in eine Beachbar mit Sand und Strandkörben zu verwandeln. Der Kölner könnte es schaffen, die negativen Schlagzeilen über das Agostea vergessen zu machen – vielleicht springt ja sogar ein positives Image dabei heraus. Jana Meyer

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