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MÖGEN ES AUTHENTISCH: Jonas Budde, Hendrik Garbade, Paul Baumann und Moses Köhler (v. l. n. r.) machen als You Silence I Bird Indie-Pop und spielen ausschließlich akustisch. Inspirationen für ihre Songs holen sich die vier in der Natur. „Auch der Lindener Hafen hat seinen Charme“, sagt Garbade zum Fotomotiv.

Band

Ihre Musik hat viel Raum für Gefühle

You Silence I Bird machen feinen Akustik-Indie-Pop. Morgen spielen die vier Jungs aus Braunschweig und Hannover im Kulturpalast Linden. Die NP sprach mit Jonas Budde (21) und Hendrik Garbade (22) über ihre Wahl-Heimat Hannover und tiefgründige Songs.

Hannover. Die vier Jungs von der Band You Silence I Bird sind vollendete Romantiker. Aber nicht, weil ihr Repertoire aus herzzerreißenden Schmonzetten besteht. Eher liegt das daran, wie Pianospieler Jonas Budde, Gitarrist Paul Baumann, Percussionist Moses Köhler (alle 21) und Bassist Hendrik Garbade (22) an ihre Musik herangehen (einen Leadsänger gibts nicht, jeder steht am Mikrofon). „Bei unseren Songs lassen wir uns von unseren Gefühlen leiten“, erklärt Budde. „Wir geben unserer Musik auch gleichzeitig viel Spielraum, so dass sich jeder darin wiederfinden kann“, ergänzt Garbade. Das Ergebnis: feinster Indie-Pop mit Songs fernab von immergleichen Tonspuren - der Sound der jungen Band ist überraschend vielfältig.

You Silence I Bird gibt es seit 2012, die Gruppe ist aus der gemeinsamen Liebe zur Musik entstanden. „Wir waren vorher schon befreundet, was eine gute Basis für unsere Musik ist“, erzählt Budde. Jeder hat Song-Ideen, die dann zusammen ausgearbeitet werden. „Weil wir uns so gut kennen, weiß jeder sofort, welche Gefühle der andere transportieren will“, sagt Garbade.

Das perfekte Zusammenspiel brachte sie 2014 schon ins Finale des School Jam, bei dem auf der Musikmesse in Frankfurt jedes Jahr die beste Schülerband Deutschlands gewählt wird. „Das ehrt uns natürlich sehr“, so Budde. Mit den Gewinnern des Wettbewerbs „Sonic. The Machine“ steht das Quartett übrigens morgen ab 20 Uhr im Kulturpalast Linden (Eintritt fünf Euro) auf der Bühne. „Die sind großartig. Die haben schon auf dem Hurricane und dem South Side Festival gespielt“, schwärmt Grabade.

Ein Gig auf so einem großen Event wäre für die Hannoveraner natürlich auch ein Traum. Doch für den Erfolg ihre Seele verkaufen - das käme niemals infrage. „Wir mögen ehrliche Musik“, sagt Budde. „Wir schreiben keine Lieder mit dem Ziel, dass ein Nummer-eins-Hit daraus wird“, ergänzt sein Bandkollege, „das würde uns begrenzen, und dabei ginge auch das Künstlerische verloren.“ Sie wollen authentisch sein, ehrliche Musik machen.

Dafür haben sich Budde und Garbade übrigens eins der besten Viertel für Kreative in Hannover ausgesucht: Linden-Mitte. „Wir fühlen uns richtig wohl“, sagt Budde, der letztes Jahr zum Studium von Braunschweig nach Hannover zog. Sein Band-Kollege wuchs in Gifhorn auf und ist seit 2013 in der Landeshauptstadt. Was sie besonders mögen? „Das alternative Flair, die aufgeschlossenen Lindener“, sagt Budde. Für Garbade ist es „die Idylle, die Straßenzüge mit den Altbauten und dass man nicht schief angesehen wird, wenn man sich anders kleidet“. Er streicht sich seine vom Regen feuchten blonden Haare zur Seite. So auffällig anders sieht er jedenfalls nicht aus, vielleicht ein bisschen hipstermäßig mit dem grauen Shirt mit weitem Ausschnitt. Passt aber zu ihm. Der 22-Jährige lächelt ein bisschen schüchtern.

Moses Köhler und Paul Baumann leben noch in Braunschweig. „Es verlagert sich aber alles mehr und mehr nach Hannover. Hier haben wir auch mehr Möglichkeiten“, so Budde. Die Fehde zwischen Hannoveranern und Braunschweigern kommentiert der Pianospieler übrigens nur knapp: „Das kommt wohl eher aus dem Fußball.“ Eintracht-Fan ist er also nicht. „Zu 96 gehe ich aber auch nicht“, ergänzt der 21-Jährige und grinst.

Wo sie auf jeden Fall bald hin wollen: ins Studio, um ein neues Album aufzunehmen. Irgendwann im Frühjahr 2015 (das aktuelle Album „Teaside“ gibts für fünf Euro im Ladencafé an der Grotestraße in Linden-Nord und bei Auftritten). „Wäre natürlich schon toll, wenn wir das Studium schmeißen könnten, um nur noch Musik zu machen“, sagt Garbade. Die Jungs wissen, dass das noch hartes Stück Arbeit ist. „Aber wir haben Spaß, und das ist der Treibstoff, der uns weitermachen lässt“, so der 22-Jährige. Perfekt! Denn das Potenzial haben You Silence I Bird mit ihrer romantischen Ader und dem Gespür für eingängige Songs, die fernab des Mainstream sind.

www.ysib.de


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