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Mensch-Hannover Hirschhausen unterstützt Demenzprojekt „Klang und Leben“
Menschen Mensch-Hannover Hirschhausen unterstützt Demenzprojekt „Klang und Leben“
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18:30 29.01.2018
Sie bitten zum Tanz: Karsten Kniep, Andreas Meyer, Oliver Perau, Jens Eckhoff und Graziano Zampolin (von links) sind „Klang und Leben“. Quelle: Wiechens
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Hannover

„Musik ist ein unterschätztes Wundermittel.“ Der das sagt, weiß genau, wovon er spricht: Eckart von Hirschhausen (50) ist Arzt, Kabarettist, „Wunderheiler“. In seinem Medizinstudium hatte er noch eine klare Meinung: „Ich habe gelernt, Alter und Tod als böse Feinde zu betrachten“. 25 Jahre später zog er für die ARD-Reihe „Hirschhausens Check-up“ einige Tage ins Altersheim, holte sich Anti-Aging-Tipps (Kreuzworträtsel und Tanzen halten das Gehirn fit!), fühlte sich hinein in die Welt von Menschen, die an Alzheimer oder Demenz leiden.

Dort lernte er ein Projekt kennen, das dem Konzept der Hannover-Musiker von „Klang und Leben“ sehr ähnlich ist. Auch „Music and Memory“, versucht, demenziell Erkrankte mit den Liedern ihrer Jugend zu erreichen. „So unterschiedlich wie die Menschen und Lieder, so unterschiedlich die Reaktionen. Mal tat sich wenig, mal hatten alle Tränen in den Augen“, berichtet von Hirschhausen. Er drehte sich im Walzertakt mit einer 93-Jährigen zu „Ich tanze mit dir in den Himmel hinein“, er sah, wie bei einem bettlägerigen 69-Jährigen unter der Bettdecke der Fuß zuckte bei „I can’t get no Satisfaction“.

Der Mediziner weiß: Demente blühen bei Musik auf – „am besten ist es, wenn sie live gespielt wird“. Den Hannoveranern von „Klang und Leben“ spendet von Hirschhausen großes Lob: „Sie haben einen wunderbaren Weg gefunden, diese wertvolle Arbeit sowohl in die Seniorenheime als auch in die Öffentlichkeit zu bringen.“ Auch Sportschau-Moderator Gerhard Delling (58), „Tatort“-Star Jan Josef Liefers (53) und „Lindenstraße“-Legende Bill Mockridge (70) sind prominente Fürsprecher. Bap-Sänger Wolfgang Niedecken (66) hält das Projekt für das „Columbus-Ei“.

Lieblingslieder aus der Jugend holen die Menschen aus dem Vergessen zurück, Gassenhauer bewirken kleine Wunder: Seit mehr als vier Jahren tourt Graziano Zampolin (55) mit seinen musikalischen Mitstreitern von „Klang und Leben“ ehrenamtlich durch Seniorenheime – für dieses Jahr sind 50 Auftritte geplant, finanziert durch Spenden. Allein 25 000 Euro kamen im Oktober bei der zweiten Charity-Gala im GOP zusammen, Hirschhausen war damals per Video-Botschaft zugeschaltet.

Kontakte gibt es schon seit zwei Jahren: „Wir durften vor seinem Auftritt in Osnabrück im Theater-Foyer spielen, außerdem macht er Werbung für uns auf seiner Homepage“, freut sich Zampolin über Hirschhausens Hilfe. Bei den Shows am 20. und 21. Februar im Theater am Aegi sind die Hannoveraner eine Art „Vor-Band“ auf der Bühne. „Das ist eine tolle Werbeplattform für uns – das Haus ist ja zweimal ausverkauft.“ Zampolins Erfahrung: „Nach solchen Auftritten wollen viele das Projekt unterstützen.“

Zampolin ist ausgebildeter Demenzcoach, bietet auch Workshops und Schulungen für Pflegekräfte an. „Es ist so einfach, die Menschen abzuholen“, sagt er über Patienten mit Demenz. „Man geht auf Zeitreise mit ihnen. An die Schlagerwelt sind positive Erinnerungen gebunden – die erste Liebe, die Hochzeit, die Geburt der Kinder.“ Es lohne sich, sich mit der Jugendepoche der heute 80- bis 90-Jährigen auseinanderzusetzen: Mode, Gesellschaft, Sprache – „das spielt alles eine Rolle, Begriffe aus dieser Zeit erkennen sie wieder“.

„Sag mir quando“ und die „Capri-Fischer“: Nicht nur die Senioren lieben diese Lieder, die die Band mit Sänger Oliver Perau (47), Wir sind-Helden-Star Jens Eckhoff (42), Pianist Andreas Meyer (52) und Schlagzeuger Karsten Kniep (56) auf das Album „Damenwahl“ gebrannt hat. „Wir haben eine Riesen-Fangemeinde“, freut sich Zampolin. „Die Leute lieben unsere Interpretation der Songs, unseren Stil – und das Entertainment.“ Sänger Perau hat eine Draht zu den Senioren, erzählt charmante Anekdoten. Lilian Harvey (†62) sang 1932 „Irgendwo auf der Welt“, die Band stimmt das Lied stets a-capella an. „Da geht mir selber das Herz auf“, gesteht Zampolin.

Von Andrea Tratner

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